Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Wer

alessandra[at]pommer.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

13/14 SS

Universität

BE-LEUVEN01
Leuven - Katholieke Universiteit Leuven

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Mein Auslandsemester in Leuven hat alle meine Erwartungen bei weitem Übertroffen - Leuven die Studentenstadt pur. Ich kann ein Semester im unbekannten Leuven nur wärmstens weiterempfehlen. Zweitdrittel der Einwohner in Leuven sind Studenten, somit wird das Studentenleben sehr hoch geschrieben. Die Universität hat ihre Gebäude und Fakultäten in der ganzen Stadt verteilt und geniesst ein hohes Renommee. Nicht nur die Qualität des Studiums war hier sehr gut, sondern auch das Angebot rund um die Universität ist riesig, von über Sport zu Studentenladen zu Organisationen die Trips und Events organisieren. Die Universität ist sehr gut organisiert und mir wurde von Anfang an in allen Belangen geholfen. Daher habe ich mich sehr schnell eingelebt und innerst kürzerster Zeit neue Freunde gefunden. Da die Stadt eher klein ist, war es sehr einfach einander zu treffen und man sich oftmals gelegentlich auf der Strasse angetroffen, was ich persönlich sehr geschätzt habe. Alles liegt sehr nahe beieinander, ob zu Fuss oder mit Fahrrad, alles erreicht man innert wenigen Minuten.

Vorbereitung

Nebst dem Anmeldungsprozess für Erasmus habe ich nicht viel Vorbereitet. Ich bekam von der Universität in Leuven einen Prospekt zugesendet über, in dem genau beschrieben stand, was ich alles zu erledigen hatte vor und nach meiner Ankunft, bsp. Versicherungskarte etc. Somit musste ich nur sicherstellen, dass ich vor meiner Abreise, alle Dokumente dabei habe (unbedingt Passfotos mitnehmen). Zudem hatte ich bereits von zu Hause aus Vermieter von Zimmer angeschrieben und versucht Termine für die Besichtigung zu vereinbaren.

Ankunft

Ich bin mit dem Flugzeug nach Brussels International geflogen. Der Flughafen ist nur 15 Zugminuten von Leuven entfernt und empfiehlt sich daher. Chaleroi ist eine Stunden entfernt und da man mit dem Zug mehrmals umsteigen muss eher umständlich. Da ich noch keine Wohnung hatte, habe ich die erste Woche ein Zimmer bei AirBNB gebucht. Somit wohnte ich auch gleich bei Einheimischen, die mir bei Fragen jederzeit geholfen haben. In der ersten Woche habe ich dann vor allem die Wohnung organisiert und mich auf den verschiedenen Offices angemeldet. Als ich dann eingezogen bin, ging es dann schon mit der Orientationweek los. Diese ist eine Woche vor Semesterbeginn und kann ich nur wärmstens empfehlen. Alle praktischen Informationen werden einem da mitgeteilt, viele Events organisiert (Citytours, Museum, Parties etc). Viele meiner Freunde habe ich in dieser Woche kennengelernt.

Zimmersuche
Wohnen

Während meiner Zeit in Leuven habe ich in einer WG gewohnt. Ich hatte grosses Glück mit meiner Wohnung und da meine Mitbewohnerin schon in Leuven gelebt hat, war schon alles im Haushalt vorhanden und ich musste mich um nichts Kümmern (Möbel, Geschirr etc). Dies ist aber eher untypisch für Leuven, die meisten Studenten in sogenannten Kots, das sind Studentenzimmer mit Gemeinschaftsbad und -küche. Mein Zimmer habe ich über Facebook gefunden, es gibt mehrere Gruppen in denen Zimmer und Studios ausgeschrieben werden. Zudem hat die Universität einen Housingservice. Dort werden Computer und Telefon zur Verfügung gestellt um die Landlords anzurufen. Da der Wohnungsstandard in Leuven etwas niedriger ist, empfiehlt es sich das Zimmer vorher zu besichtigen. Ich persönlich bin eine Woche vor Semesterbegin angereist und habe mir dann verschiedene Zimmer angeschaut. Meine Wohnung lag mitten im Zentrum, was einerseits sehr cool war, da ich in wenigen Gehminuten überall war, andererseits aber auch manchmal etwas laut war. Da mein Zimmer aber nicht zur Strasse lag, war diesfür mich nie ein Problem und ich habe es genossen zentral zu wohnen. Zudem empfiehlt es sich ein Fahrad zu mieten. Man kommt zwar auch zu Fuss überall und in kurzer Zeit hin, aber das Fahrad ist in Leuven das Hauptverkehrsmittel.

Universität

Die Universität ist grundsätzlich sehr gut organisiert und unterstützt ihre Studenten in allen Belangen. Dadurch habe ich mich von Anfang an wohl gefühlt und bekam bei Fragen immer eine Antwort. Die Fakultäten und Universitätsgebäude befinden sich an verschiedenen Orten in der Stadt. Die Vorlesungen hier gingen meistens drei bis vier Stunden, was für mich eher ungewohnt war. Dafür wird Interaktivität sehr hoch geschrieben und die Professoren suchen den Austausch mit den Studenten während den Vorlesungen. Im Vergleich hatten wir hier viele Casestudies und auch mehrere Gastreferenten während des Semesters. Die Fächer waren sehr unterschiedlich organisiert, teilweise gab es Assignments oder Präsentationen. Zudem hatte ich in allen Fächern eine schriftliche oder mündliche Abschlussprüfung, open und closed book. Der Schwerpunkt an den Prüfungen waren auch Casestudies und die Vorbereitung bestand hauptsächlich daraus Readings und Bücher zu lesen und weniger im Übungen lösen. Grundsätzlich aber im Umfang und dem Schwierigkeitsgrad vergleichbar.

Leben/Freizeit

Das Beste an Leuven ist, dass alles so Nahe beieinander liegt. Uni, Einkaufen, Post und das Nachtleben. Und nicht nur das, auch die umliegenden Städte sind innert wenig Zeit zu erreichen. In Leuven gibt es einige Sehenswürdigkeiten, so beispielsweise die Hauptbibliothek, aus welcher mehrmals wöchentlich ein Glockenkonzert aus dem Turm erklingt, ein Schloss und Abtei, den grossen und alten Markt und vieles mehr. Zudem sind die grossen Städte in Belgien zwischen einer halben und zwei Stunden von Leuven entfernt. Die Zuggesellschaft bietet ein Zugticket an, den GoPass, mit welchen man für 5 Euro pro Strecke überall in Belgien hinfahren kann. Zudem kann man auch Fahrradtouren organisieren. Während des Semesters werden von den Studentenorganisationen viele Events organisiert, an denen man teilnehmen kann. Von über Sportveranstaltungen, Städtereise zu Parties. Und dies alles zu einem sehr guten Preis. Ein Markenzeichen von der Universität Leuven sind ihre sogenannten Fakbars. Jede Fakultät besitzt eine eigene Fakulatätsbar. Zudem wurde von der Wirtschaftsstudentenorganisation eine Wahlwoche veranstaltet. In dieser Woche stand an einem Tag eine Achterbahn auf dem Bibliotheksplatz, am nächsten Tag wurde die grösste Wasserballonschlacht von Europa verantstalltet. Um nur wenige Beispiele zu nennen. Und was natürlich nebst den Fritten und der Schokolade auch zu Belgien gehört, ist das Bier. Die Auswahl ist riesig, so dass es oftmals schwer war, eine Wahl zu treffen.