Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Wer

isabelle.reding[at]hotmail.com

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

13/14 SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Mein Erasmussemester in Berlin war eine geniale Zeit. In einer Grossstadt wie Berlin zu leben war schon immer mein Traum und Berlin bietet definitiv unglaublich viel an Aktivitäten, um eine tolle Zeit zu verbringen. Obwohl ich relativ viele ECTS Punkte an der FUB machte, blieb viel Zeit, um mit Freunden die Stadt zu erkunden und zu feiern. 

Vorbereitung

Vor meiner Abreise musste ich fürs Learning Agreement provisorisch festlegen, welche Kurse ich besuchen würde. Da die FUB für Jurastudenten noch das System mit Staatsexamen kennt, war dies ein wenig umständlicher als es in der Schweiz ist. Ich musste immer zuerst abklären, ob ich den Kurs mit einem Leistungsnachweis abschliessen kann, auch wenn für die Heimstudenten keine Klausur vorgesehen war.

Und dann stand natürlich noch die Wohnungssuche an. Da für mich klar war, dass ich im Stadtzentrum und nicht in der Näher der Uni wohnen möchte, habe ich nur über die Internetplattformen nach einem WG-Zimmer gesucht und bin auch ziemlich schnell fündig geworden.  

Ankunft

Ich bin 4 Tage vor dem effektiven Start des Semesters für die Erasmusstudenten (Orientierungstage) nach Berlin gereist. Somit hatte ich genügend Zeit, um mich etwas einzuleben, eine Deutsche Handnummer zu besorgen, mich beim Bürgeramt anzumelden, mich an der Uni zu immatrikulieren etc. Es war hilfreich, die Stadt schon ein wenig kennenlernen und organisatorische Dinge erledigen zu können, bevor es richtig los ging. 

Allerdings lagen dann zwischen den Orientierungstagen und dem effektiven Semesterbeginn nochmals ca. 2 Wochen, die man auch dafür hätte nützen können. Ich empfand es aber als schön, das Organisatorische schon hinter mir zu haben. Denn somit blieb mir viel Zeit, um mit den vielen Erasmusstudenten die Stadt zu erkunden und erste Freundschaften zu schliessen.  

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe über die gängigen Internetseiten nach einem WG-Zimmer gesucht. 

http://www.wg-gesucht.de

http://www.studenten-wg.de/Berlin,wg.html

http://www.wgberlin.net

Obwohl die Zimmerpreise in den letzten Jahren in Berlin wohl ziemlich stark gestiegen sind, sind sie mit jenen in Zürich nicht zu vergleichen. Grosse Zimmer in geräumigen Wohnungen sind einfacher zu finden und dies je nach Kiez auch zu wirklich guten Preisen. Ich habe ein 33m2- grosses möbliertes WG-Zimmer in einer 3-Zimmer Wohnung gleich bei der Frankfurter Allee gefunden. Obwohl es schwierig war, von der Schweiz aus zu wissen, welches Kiez sich anbieten würde, habe ich meine Wahl keine Sekunde bereut. Meine Deutsche Mitbewohnerin war ein Goldschatz, die Wohnung war super ausgestattet und perfekt gelegen (S- und U-Bahn in 3min zu erreichen, Ringcenter gleich gegenüber, Späti vor der Tür und den besten Thai-Imbiss um die Ecke) und auch mit dem Rad oder zu Fuss hatte ich es nicht weit bis zur Party- und Bar Meile Rund um die Warschauerstrasse, Simon-Dachstrasse. 

Mit der Wohnungssuche habe ich bereits im Februar 2014 begonnen. In Berlin werden die Wohnungen zwar realtiv spontan ausgeschrieben und vergeben, aber für mich hat sich die frühe Suche gelohnt. Die Zusage für mein Zimmer kriegte ich dann auch schon ziemlich bald, allerdings war das Zimmer erst ab 1. Mai 2014 frei, so dass ich den ersten Monat bei einer Freundin im Wohnzimmer wohnte. Das war überhaupt kein Problem, vielmehr eine Bereicherung, da ich somit auch den Stadtteil Neukölln etwas kennenlernen konnte, bevor ich nach Friedrichshain umzog.  Super war auch, dass ich dadurch wirklich nur für den exakten Zeitraum, den ich in Berlin verbrachte, Miete bezahlen musst. Ursprünglich hatte ich den Mietvertrag nur bis Ende Juli 2014 unterschrieben, kurzfristig konnte ich dann aber noch um einen Monat verlängern. 

Universität

Die Freie Universität Berlin bot einige Kurse speziell für Erasmusstudenten an. Davon besuchte ich zwei und kann diese wärmstens weiterempfehlen. Ich lernte dank dieser Kurse viel über die Berliner Geschichte, wir unternahmen spannende Exkursionen und ich lernte dadurch noch mehr Leute kennen. 

Ansonsten besuchte ich vor allem Blockseminare.  Der Vorteil dieser Blockseminare war, dass ich nicht ständig nur für ein paar Vorlesungsstunden zur Uni fahren musste und dass ich dadurch, dass es sich dabei um Gruppen von ca. 20 Studierenden handelte, eher die Gelegenheit hatte, mit Deutschen Kommilitonen in Kontakt zu treten. Ich habe vor allem Seminare aus der Sparte Sozialkompetenzen ausgewählt. Sehr interessant und interaktiv war das Seminar Familienrecht und Mediation.  Als Leistungsnachweis habe ich je nach Seminar//Erasmuskurs eine schriftliche-/mündliche Klausur abgelegt, eine Arbeit geschrieben oder eine Präsentation gehalten. Grundsätzlich musste ich viel weniger Zeit investieren als an der UZH, um gute Ergebnisse zu erzielen. Die Dozenten sind den Erasmusstudenten freundlich gesinnt und lassen oftmals hinsichtlich Prüfungsart und Prüfungszeitpunkt mit sich reden. 

Leben/Freizeit

Berlin bietet unglaublich viel an Aktivitäten und fünf Monate sind zu kurz, um alles zu entdecken. 

Besonders genossen habe ich die vielen Cafés, Restaurants und Bars, die man in jedem Kiez findet: ob in Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Kreuzberg oder Neukölln... es ist zu jeder Zeit was los und Angebote gibt es unglaublich viele.  Ich habe kaum einmal selbst gekocht: denn man schafft es auch so nicht, alle leckeren Asiatischen Restaurants auszuprobieren:-)

Im Sommer sind wir viel zum See gefahren oder haben im Park gegrillt. Entlang der Spree gibt es auch unglaublich viele coole Bars/Clubs, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Einige davon sind: Holzmarkt, Lichtpark, Club der Visionäre, Freischwimmer, Badeschiff, Ipse, Hoppetosse, Watergate und mein Lieblingsspot ist die Dachterrasse Klunkerkranich bei der U-Bahn Station Rathaus Neukölln. 

Wenn man sich für die Geschichte Berlins interessiert, hier einige Hinweise: Gedenkstätte Hohenschönhausen, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Zwangsarbeitslager Schöneweide, Die Unterwelten-Touren (http://berliner-unterwelten.de). 

Was aktuell in Berlin los ist, erfährt man unter:

http://www.zitty.de, http://www.tip-berlin.de, http://www.gratis-in-berlin.de/heute