Erfahrungsberichte

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Wer

thomasb.stuessi[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

12/13 WS

Universität

CN-
Shanghai - Fudan University - School of Management

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Das Austauschsemester an der School of Management in Shanghai wird mir sicherlich immer in guter Erinnerung bleiben. Die Erfahrungen vom Leben in China und insbesondere der Metropole Shanghai sind einzigartig und sollten auf keinen Fall verpasst werden. Obschon der Lebensstiel des chinesischen Volkes einer Gewöhnungszeit bedarft, ist es äusserst interessant dieses Umfeld während einer längeren Zeitperiode kennenzulernen. Das Studieren an der School of Management erweitert durch die meist sehr interaktiven Unterrichtsmethoden des MBA-Programms die universitären Erfahrungen. Zudem lernt man durch das Austauschprogramm viele aufgestellte und interessante Kommilitonen aus aller Welt kennen. Persönlich bin ich sehr froh, dass ich mich für ein Austauschsemester in Shanghai entschieden habe und kann es jedem empfehlen dasselbe zu tun.

Vorbereitung

Der wichtigste Punkt der Vorbereitung ist selbstverständlich die Organisation des Visums. Grundsätzlich werden für Studenten Visa mit einer zweimaligen Einreise ausgestellt. Hierfür ist kein medizinischer Test notwendig. Abhängig von der zuständigen Person am Schalter des chinesischen Konsulats ist es aber auch möglich ein Visum mit einer unbegrenzten Anzahl an Einreisen zu beantragen. Dabei wird jedoch ein medizinischer Test nötig, welcher beispielsweise am Universitätsspital Zürich absolviert werden kann.

Vor Abreise nach Shanghai macht es durchaus Sinn, sich im klaren darüber zu werden, in welchem Stadtteil man eine Unterkunft finden möchte. Dies hilft die Effizient der Wohnungssuche zu erhöhen.

Weitere nötige Anmeldungen an der Gastuniversität wie beispielsweise im Studentenportal im Internet werden durch die School of Management gut kommuniziert.

Ankunft

Nach Ankunft am Flughafen Pudong benutz man am besten ein Taxi, dies ist jedoch abhängig von der Grösse des Reisgepäcks. Die Fahrt ins Stadtzentrum kostet mit dem Taxameter in etwa CNY 200. Es empfiehlt sich die Adresse des Zielortes auf chinesisch bereitzuhalten und dies in möglichst grossen Schriftzeichen. Eine Alternative ist die Magnetschwebebahn „Maglev“ in Kombination mit der Metro Linie 2. Mit dieser gelangt man zu den zentralen Metrostationen East Nanjing und People‘s Sqaure. Das Metronetz von Shanghai gilt als eines der besten der Welt. Am besten wird gleich zu Beginn eine wiederaufladbare Fahrkarte gekauft.

Als erste Unterkunft empfiehlt sich ein Hotel in der Nähe der Linie 10 und 2, um für die Wohnungssuche längere Fahrzeiten zu vermeiden.

Für den Aufenthalt lohnt sich auf jeden Fall der Erwerb einer chinesischen Natelnummer. Dabei kann China Mobile oder China Unicom als Netzbetreiber gewählt werden, wobei letzterer Anbieter zum aktuellen Zeitpunkt den besseren Service bietet. Ich habe mich für ein Abo entschieden, bei welchem monatlich wie bei einer Pre-Pay Karte Beträge abgezogen werden. Im Gegenzug sind eine bestimmte Anzahl an Gesprächsminuten und ein bestimmtes Datenvolumen nutzbar.

Zimmersuche
Wohnen

In erster Linie stellt sich die Frage, ob man in den Dorms an der Universität oder ausserhalb des Campus eine Unterkunft finden möchte. Ich persönlich habe mich für eine Wohnung zwischen der Stadt und Universität entschieden, um dem Stadtleben näher zu sein. Wohnungen werden insbesondere auf der Internetseite SmartShanghai.com ausgeschrieben und werden durch Agenturen vermittelt. Allgemein empfiehlt es sich genügend früh nach Shanghai zu reisen. Um eine grössere Auswahl an Wohnungen zu haben sollte man mindestens 2 Wochen vor Semesterstart auf die Suche gehen. Denn in Shanghai gibt es eine Vielzahl an Universitäten und folglich suchen viele Austauschstudenten mit ähnlichen Präferenzen nach Wohnungen. Grundsätzlich sind Wohnungen welche Nahe an Metrostationen der Linie 10 liegen optimal. Mit dieser gelangt man direkt zur School of Manaagement und ins Einkaufs- (East Nanjing) und „Unterhaltungszentrum“ (French Concession). Möchte man mitten in der Stadt wohnen, empfehlen sich die Metrostationen Yuyuan Garden, Laoximen, Xintiandi, South Shaanxi Road und Shanghai Library. Als Alternative können auch Wohnungen zwischen der Universität und der Stadt gefunden werden. Dabei empfielt sich die Gegend um die Metrostation Hailun Road. Ich lebte mit zwei weiteren Austauschstudenten der Universität Zürich in einem neuen Compound bei der Metrostation Youdian Xincun. Diese liegt eine Station nördlich von Hailun Road. Die Fahrtzeit zur Universität betrug rund 7min und in etwa 12min bis East Nanjing. Grundsätzlich werden Jahresverträge abgeschlossen wobei bei vorzeitiger Abreise die Kaution verloren geht, wenn keine Nachmieter gefunden werden können. Deshalb empfiehlt es sich bei den Verhandlungen auf eine Kaution von einer Monatsmiete zu bestehen. Die Monatsmiete welche man im Internet findet kann immer verhandelt werden. Nebst der Miete folgen noch die Rechnungen für Strom und Wasser. Diese Rechnungen können unter anderem in den kleinen Supermärkten bezahlt werden, wie beispielsweise FamiliyMart, 7Eleven, etc. Ein solcher Supermarkt befinden sich auch gleich bei der School of Management.

Einige Landlords mögen es im Allgemeinen nicht, wenn Studenten die Wohnungen mieten. Somit ist es manchmal sinnvoll, dass man sich beispielsweise als Deutsch- oder Englischlehrer ausgibt und entsprechend etwas besser gekleidet zu den Wohnungsbesichtigungen geht. Dies hängt jedoch stark von den Eigentümern ab. Dies als kleiner Tipp.

Universität

Die School of Management befindet sich nicht direkt innerhalb des Campus der Fudan Universität, jedoch unmittelbar südlich davon. Der schnellste Weg aus der Stadt an die Universität erfolgt unter Nützung der Linie 10. Am besten steigt man bei der Metrostation Guoquan Road aus. Benutzt Exit 4 und dann gelangt man innerhalb von 10min zu Fuss zur School of Management.

Rund zwei Monate vor Semesterbeginn erhält man eine Email mit dem Login für das Studentenportal. Darin findet man die angebotenen Kurse. Diese Auswahl ist jedoch nur provisorisch, denn die definitive Liste der Kurse welche gebucht werden können, hängt davon ab wieviele chinesische Studenten einen Kurs wählen. Das Minimum liegt bei 10 Studenten. Wird diese Minimalanforderung nicht erfüllt, wird der Kurs nicht angeboten. Die Kurse geben jeweils 2 ETCS Punkte, wobei diese für die Anrechnung an der Universität Zürich mit dem Faktor 2 multipliziert werden. Das Semester ist in 2 Perioden unterteilt, welche von einer zweiwöchigen Pause unterbrochen sind. Diese Ferien sind optimal um rumzureisen. Maximal können an der School of Management fünf Kurse belegt werden, womit maximal 20 ECTS-Punkte erreicht werden können. Da das Kursangebot in der ersten Semesterhälfte grösser ist, empfiehlt es sich da den Schwerpunkt zu wählen.

Der Aufwand für die Kurse ist durch die Anzahl Präsentationen und die Bearbeitung von kleinen Cases relativ hoch, ist jedoch durch die geringe Anzahl der buchbaren Kurse gut zu bewältigen. Das Niveau hängt meistens von den Englischkenntnissen des Professors ab. Die Unterichtsmethoden variieren zudem stark. Einige Vorlesungen werden sehr interaktiv geführt, bei anderen folgt ausschliesslich ein Frontalunterricht durch den Professoren.

Die für den Kurs empfohlenen Bücher sind in Shanghai nicht immer erhältlich und müssen im Vorhinein besorgt werden. Für das Bestehen der Kurse sind diese jedoch nicht zentral. Die Kursunterlagen werden jeweils in der Vorlesung aufgelegt oder per Email versandt.

In der näheren Umgebung findet man kleinere Restaurants. Nebst einem Italiener findet man Noodle-Soups, Sushi und viele anderen Mahlzeiten. Die unterschiedlichen Sachen auszuprobieren lohnt sich auf jeden Fall. Allgemein gilt, dass die Qualität des Fleisches erheblich variirt.

Während dem Semester finden ab und zu Events statt, an welchen sich alle Studenten der unterschiedlichen MBA-Stufen treffen. Diese sind sehr unterhaltsam und interessant. Es lohnt sich auf jeden Fall teilzunehmen.

Leben/Freizeit

Das Leben in Shanghai ist sehr abwechslungsreich und international. Dies gilt insbesondere für Bars und Restaurants. Es lohnt sich viele verschiedene Orte auszuprobieren und die anderen Austauschstudenten am Abend in der Stadt zu treffen. Imposant ist der Besuch der Aussichtsplattform des Financial Towers („Flaschenöffners“) bei Sonnenuntergang oder die Hotellobby des Hyatt Hotels. Zudem gibt es eine Vielzahl von Skybars, welche eine wunderschöne Aussicht über Shanghai bieten. Die Metro fährt am Abend jeweils nur bis halb 11/11, abhängig von der entsprechenden Linie. Dafür sind jederzeit genügend Taxis vorhanden, welche sehr preiswert sind. Es empfielt sich jeweils eine Kreuzung zweier Strassen als Zielort anzugeben. Die Kommunikation in englischer Sprache ist jedoch nahezu, wenn nicht gänzlich unmöglich. Am Wochenende lohnt es sich auch ab und zu einen Tagesausflug in nahe liegende Orte wie beispielsweise Hangzhou oder Suzhou zu fahren. Da empfielt es sich den Zug zu nehmen. Die Tickets können am Bahnhof bezogen werden, wobei es jeweils einen Schalter mit englisch-sprechendem Personal hat. Zudem ist ein Trip nach Peking ist ein Muss. Diese Stadt hat im Vergleich zu Shanghai kulturell und an der Anzahl von Sehenswürdikeiten viel mehr zu bieten. Ein Highlight ist der Besuch der Great Wall.