Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

12/13 WS

Universität

CN-
Beijing - Tsinghua University

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Das Austausch Semester in China ist eine kulturell fordernde, aber höchst spannende und inspirierende Erfahrung. Austauschstudierende aus aller Welt können dank der international sehr gut verknüpften School of Management and Economics der Tsinghua University für ein Semester an einem äusserst bereichernden Internation MBA Programm teilnehmen. Dank der guten Partnerschaft mit der Universität Zürich können Wirtschaftsstudierend sich die meisten an der Tsinghua erworbenen ECTS Punkte in ihrem Leistungsausweis der Universität Zürich anrechnen lassen. Neben den akademischen Aspekten spricht auch die Stadt Peking für einen Austausch an der Tsinghua University, das Freizeitangebot ist schier unendlich und die Stadt bietet einen optimal ausganspunkt für kleinere Reisen in der weiteren Umgebung. Zudem bietet ein längerer Aufenthalt in der chinesischen Hauptstadt, die unbezahlbare Möglichkeit sich mit einer, für die meisten Studierenden an der Universität Zürich gänzlich unbekannten, aber enorm eindrücklichen Kultur auseinander zu setzen. Alles in allem kann ich nach meinem 4 Monatigen Studienaufenthalt in China an fast gar kein negatives Ereignis denken und kann es nur jedem, der ein Austauschsemester in Betracht zieht nur wärmstens empfehlen sich für Austauschsemester in Peking zu bewerben. Dank der grosszügigen finanziellen Unterstützung der Zurich Financial Services Group lässt sich das Austauschsemester auch unter diesem Aspekt gut organisieren.

Vorbereitung

Die Vorbereitung auf das Austauschsemester gestaltet sich Dank der Partnerschaft der Universität Zürich und der Tsinghua University recht unkompliziert. In diversen E-Mails beider Universitäten wird man durch den ganzen administrativen Prozess geführt. Nach dem erfolgreichen Bewerbungsprozess sind dem International Office der Universität Zürich diverse Dokumente zu liefern, die dann von der Universität weiter nach Peking geleitet werden. Daraufhin wendet sich die Tsinghua University direkt an die angehenden Austauschstudenten mit diversen Erklärungen zur Buchung von Kursen und allfälliger Anmeldung zu einem Zimmer im Studentenwohnheim.

Ungefähr einen Monat vor Studienbeginn sind die Austauschstudenten dazu angehalten sich für die Kurse online einzuschreiben. Anhand einer Kursliste mit Beschreibung der Anforderungen und Inhalte der einzelnen Vorlesungen kann man aus einer Liste von über 20 Kursen auswählen. Dies funktioniert anhand eines, für Studierende der Universität Zürich befremdlich wirkenden Auktionsverfahrens. Jeder Student kriegt 1000 Punkt auf sein Konto gutgeschrieben. Diese Punkte gilt es dann so auf die verschiedenen Kurse zu verteilen, so dass mehr Punkte für beliebte Vorlesungen geboten werden sollten, die man gerne besuchen möchte. Weniger Punkte sollte man bieten für Vorlesungen die man nur in einer zweiten Wahl besuchen möchte. In einer zweiten Runde kurz nach Vorlesungsbeginn kann dann nochmals für Vorlesungen geboten werden, weiter können auch unerwünschte Kurse wieder Abgewählt werden. Persönlich habe ich bereits bei der ersten Runde alle Kurse gekriegt die ich wollte. Das ganze gestaltet sich sehr unkompliziert und nimmt nicht allzu viel Zeit in Anspruch.

Zum Schluss sollte man sich noch um ein Visa für die Volksrepublik China kümmern, es empfiehlt sich Visa mit zwei „Entries“ zu machen, da man so auch mal nach Hong Kong oder sonst wohin reisen kann.

Ankunft

Nach der Ankunft in Peking sollte man ein Taxi nach Wodaokou nehmen, dies ist das Quartier vor dem Haupteingang der Universität. Sofern man sich nicht von einem Black Taxi über den Tisch ziehen lasst, kostet diese Fahrt ungefähr CHF 15. Man sollte dabei wissen, dass die Taxifahrer kein Wort Englisch sprechen. Daraufhin muss man sich im International Office im Norden des Campus Registrieren und kriegt seinen Chinesischen Namen. Danach kann das Abenteuer auch schon losgehen, es gilt sich eine Chinesische Sim-Karte und andere alltägliche Gegenstände, wie eine Metrokarte, zu kaufen. Für diejenigen die kein Zimmer auf dem Campus mieten wollen beginnt damit auch die abenteuerliche Wohnungssuche. 

Zimmersuche
Wohnen

Grundsätzlich kann man sich von der Universität ein Zimmer in einem Studentenwohnheim auf dem Campus zur Verfügung stellen lassen. Dies hat klar den Vorteil, dass man nichts selbst organisieren muss und es in vielen Fällen etwas günstiger ist als ausserhalb des Campus eine Wohnung zu suchen. Meiner Meinung nach überwiegen bei dieser Variante aber die Nachteile. Zum einen steht den Wohnheim Benutzern nur am Morgen und am Abend, jeweils während eines kleinen Zeitfensters warmes Wasser zur Verfügung zum anderen läuft man Gefahr den riesigen Campus nur selten zu verlassen und die Zimmer sind sehr klein und trist. Persönlich habe ich mir mit den anderen Austauschstudenten der Universität Zürich eine schöne Wohnung ausserhalb des Campus gemietet. Dies war sehr unkompliziert und interessant, so musste ich nur zwei Nächte im Hotel übernachten und konnte dann sogleich in eine möblierte Wohnung nur zehn Fahrradminuten vom Campus entfernt einziehen. Bei der Wohnungssuche ausserhalb des Campus ist es empfehlenswert ein wenig vor Vorlesungsbegin nach Peking zu reisen, das jedes Jahr wieder dieselben Wohnungen an Studenten vermietet werden und wer früher in Peking ist hat die grössere Auswahl.

Universität

Die Tsinghua Universität liegt nordöstlich der Innenstadt von Peking. Der Campus ist sehr gross, so dass sich die meisten Studenten mit dem Fahrrad fortbewegen.

Allgemein empfiehlt es sich nicht allzu viele Punkte in Angriff zu nehmen. Zum einen da, die meisten Vorlesungen an der Tsinghua dreieinhalb Stunden dauern und zum anderen sollte man auch noch genügend Zeit einplanen um die Stadt und nähre Umgebung zu erkunden. Darüber hinaus werden die Chinesischen ECTS-Punkte für die Universität Zürich mit zwei multipliziert. Der Unterrichtsstiel der Wirtschaftsvorlesungen ist stark nach Amerika ausgerichtet. In vielen Kursen werden keine Abschlussklausuren geschrieben, sondern der Leistungsausweis wird durch etliche kleine Referate und Papers erbracht. Auch eine aktive Teilnahme am Unterricht wird im Gegensatz zur Universität Zürich gross geschrieben. Auf der einen Seite ist das Studieren an der Tsinghua intensiver, da je nach Fächerwahl jede Woche einige kleine Arbeiten abgegeben werden müssen, auf der anderen Seite ist das fachliche Niveau tiefer als an der Universität Zürich. Der Arbeitsaufwand ist von Fach zu Fach sehr unterschiedlich, die Finance Fächer sind im Gegensatz zu den meisten BWL Fächern arbeitsintensiver. Die meisten Dozenten sind sehr Hilfsbereit und achten sehr darauf, dass sich alle Austauschstudenten sehr wohl fühlen, was nicht immer einfach ist, da die jeweiligen Klassen Leute mit allen möglich Hintergründen haben. Wer an der Universität Zürich studiert hat, hat aber sicherlich kein Problem dem Unterricht zu folgen. Besonders empfehlen, kann ich die zwei Vorlesungen, Doing Business in China und Analysis of “Pillar Industries” - Section  One: BMW and the World Auto Industry. Bei ersterem ist der Alleinunterhalter Professor Chueng alleine den Besuch der Vorlesungen wert. Beim zweiten unternimmt die ganze Klasse einen Ausflug nach Shenyang um das moderne BMW-Werk anzuschauen.

Leben/Freizeit

Das Freizeitangebot in der 20 Millionen Metropole Peking ist schier unendlich. Sowohl auf dem Campus als auch ausserhalb des Campus gibt es diverse Möglichkeiten sich die Freizeit kurzweilig zu gestallten. Besonders nützlich ist es sich möglichst bald ein Fahrrad zu kaufen, da zum einen der Campus riesig ist und zum anderen das Fahrrad auch in der Nähe der Universität das beste Fortbewegungsmittel ist.

Unmittelbar beim Haupteingang des Campus befindet sich ein beliebtes Ausgehviertel für Studenten. Die Drinks sind billig und die Stimmung meistens Ausgellassen. Im Viertel Sanlitun, ca. eine halbe Stunde Taxifahrt von der Universität entfernt befinden sich weiter Ausgehviertel, die deutlich mehr klasse haben. Da die Taxis in Peking sehr erschwinglich sind empfiehlt sich ein Ausflug in andere Teile der Stadt allemal. Auch das Kulinarische Angebot rund um die Universität ist sehr reichhaltig und bietet für jeden Geschmack etwas Passendes.