Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

12/13 WS

Universität

CA-
Kingston - Queen’s University

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Mein Austauschsemester an der Queen's University hat mir sehr gut gefallen und war eines meiner Highlights während meines gesamten Studiums. Die Klassengrösse ist mit rund 50 Studenten deutlich kleiner und ermöglicht einen komplett anderen Unterrichtsstil als an der UZH. Der Umgang mit den Professoren ist deutlich persönlicher und auch interaktiver.
Kanadier sind im allgemeinen sehr offene und freundliche Menschen. Es ist sehr einfach mit Ihnen Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schliessen. Ausserdem kommen Austauschstudenten aus aller Welt nach Kingston und dank eines Studentenvereins der sich stark um sie kümmert, werden auch hier schnell Freundschaften geschlossen.

Vorbereitung

Ich begann sehr sehr früh mit meinen Vorbereitung für das Auslandssemester. Da ich unbedingt einmal eine gewisse Zeit in Nordamerika verbringen wollte, hatte ich mich auch nur für Universitäten in den USA und Kanada interessiert. Ich besuchte sämtliche Informationsveranstaltungen und nahm auch an dem Buddy-Programm des Fachvereins teil. Da zum ersten Mal ein Austausch mit der Queen's University statt fand, waren leider nicht viele Informationen vorhanden.
Über das Thema Anrechnung werden unter den Studenten viele Geschichten erzählt. Ich hatte deshalb sämtliche Ratschläge befolgt und im Vorfeld eine Vereinbarung mit dem Dekanat geschlossen, in der ich festgehalten hatte welche Fächer ich in einzelnem belegen werde. Mir wurde dann auch zugesichert, dass diese in den jeweiligen Wahlbereichen angerechnet werden. Leider konnte mir auch bis zum Abschluss des Semester noch nicht sicher gesagt werden, wie viele ECTS ich erhalten werde. Aber es werden wohl 5,4 ECTS pro Kurs sein, während sämtliche anderen Studenten zwischen 6 und 9 ECTS pro Kurs an der Queen's University erhielten.
Der Kontakt per Email mit Austauschuniversität war dagegen sehr gut. Geantwortet wurde meistens prompt innerhalb von wenigen Studenten und auch bei aussergewohnlichen Fragen, wurde schnell geholfen. Es gibt auch eine sehr ausführliche Informationsbroschüre, die einen erklärt, wann welche Aufgaben zu erledigen sind. Aber auch wenn man mal etwas vergisst (ich hatte z.B. mein Photo für den Studentenausweis zu spät abgeschickt), kommt man einem entgegen.

Ankunft

Bevor ich mich nach Kanada aufmachte, nutzte ich die Gelegenheit, um für mehrere Wochen durch Kalifornien zu reisen. Von dort flog ich nach Toronto. Da ich als deutscher Staatsangehöriger kein Visum benötige, musste ich lediglich die Bestätigung der Universität vorzeigen und konnte problemlos einreisen. Von dort musste ich lediglich 3 Stunden mit den Bus fahren und kam in Kingston an. 

2 meiner Mitbewohner waren bereits aus ihrer Sommerpause zurückgekehrt und empfingen mich sehr freundlich. Sie zeigten mir Stadt, halfen mir mit meinen Möbeln und nahmen mich auch mit zu ihren Freunden, so dass ich sehr schnell Anschluss finden konnte.

Der organisatorische Aufwand war recht überschaubar. Man musste lediglich seine Studentenausweis abholen und ein kurzes Formular für die Krankenversicherung ausfüllen. Es gab auch noch 2 Informationsveranstaltungen, bei dem nochmals alles über die Uni erklärt wurde. Man trifft dabei auch zum Ersten mal die anderen Austauschstudenten. 

Zimmersuche
Wohnen

Da ich bereits einige Male in ein neues Land gezogen bin, wusste ich, dass es schwierig wird eine Unterkunft im Vorfeld zu organisieren. Es gibt zwar ein Wohnheim ausschliesslich für Austauschstudenten, aber dieses war mir zum Einen zu teuer, aber ausserdem wollte ich nicht in die 'Falle' geraten, mein Austauschsemester ausschliesslich mit anderen Austauschstudenten zu verbringen.

Deshalb fing ich bereits Ende April an, über verschiedene Internetseiten andere Studenten zu kontaktieren. Ich hatte grosses Glück und fand bereits 2 Wochen später ein Zimmer in einem Haus mit 6 anderen Kanadiern. Dies befand sich im sogenannten student ghetto. Das ist das Stadtviertel neben der Universität, in dem sich ausschliesslich Studenten angesiedelt haben.

Das Haus was wir uns geteilt hatten, war nicht unbedingt das modernste, dafür hatte es Charm, wie es wohl ein Wohnungsmakler ausdrücken würde. Ich hatte auch lediglich einen 3 minütigen Schulweg.

Universität

Die Queen's School of Business ist sehr renommiert in Kanada und gilt als #1 oder #2. Die Professoren sind alle sehr engagiert und haben grosse Praxiserfahrung. Sie suchen auch den persönlichen Kontakt nach dem Unterricht mit den Studenten.

 Der Arbeitsaufwand im Vergleich zur UZH ist enorm. Man hat in jedem Kurs ein Gruppenprojekt, in dem man z.B. einen kompletten Businessplan für ein neues Unternehmen erstellt. Dazu hat man dann auch noch teilweise Midterms und ein final Exam. Wenn man sich wie ich dazu entschliesst volle 5 Kurse zu belegen, wird man permanent etwas zu erledigen haben und auch Gruppentreffen bis spät in die Nacht werden keine Ausnahme sein. Allerdings sind die Themen sehr interessant und alle Studenten auch sehr motiviert, so dass mir die viele Arbeit auch Spass bereitet hat.

Da ich ein VWL-Student bin und somit einen recht starken theoretischen Hintergrund habe, hatte ich die exzellente Gelegenheit an der Business School meine Soft Skills zu verbessern. Der Kurs 'Sales Management' bei Jim Hamilton war einer der lehrreichsten und interessantesten, den ich je belegt habe. 

Leben/Freizeit

Das Freizeitleben der Kanadier ist sehr amerikanisch. Es gibt sehr viele Studentenclubs. Es wird auch sehr viel Sport getrieben (es gibt sogar ein Quidditch-Turnier). Eine Studentenvereinigung veranstaltet regelmässig Parties und Ausflüge für Austauschstudenten, welche immer wieder ein grosser Spass sind. Ich hatte auch das grosse Glück über meine Mitbewohner viele andere Kanadier kennen zu lernen und hatte schnell eine grosse Gruppe an Freunden.