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UNSW Campus

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Hauptbibliothek, Upper Campus

Sydney Harbour Bridge

Erfahrungsberichte

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Wer

nadine.broghammer[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

12/13 WS

Universität

AU-
Sydney - The University of New South Wales

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

 

Es gibt Nichts, was ich nicht erwartet hätte in Australien, und nichts ist so, wie ich es mir gedacht hatte. Sydney und auch die UNSW sind typisch australisch: unglaublich. Unglaublich vielfältig, unglaublich spannend, und doch auch unglaublich mühsam, wenn es beispielsweise um Bürokratie geht. Das australische Leben tickt nicht exakt nach einer Schweizer Uhr, und entsprechend tolerant lebt es sich. Einige nennen es Faulheit, andere Gemütlichkeit. Australien kann man nicht beschreiben, Australien muss man erleben. Es ist unglaublich.

Vorbereitung

Ich empfehle dir, dich möglichst früh um die administrativen Dinge zu kümmern und Reservezeit einzuplanen. Wie alles geht und überhaupt habe ich vor allem durch ehemalige Austauschstudenten erfahren, welche mir mit ihren Feedbacks und Emails sehr geholfen haben. So konnte ich auch eine UZH-Studentin auf dem Campus treffen, und von ihr wertvolle Tipps erhalten.

Doch grundsätzlich ist eine Bewerbung für ein Austauschsemester gar nicht so schwer! Nach der Nominierung durch die UZH folgt die offizielle Annahme an der UNSW. Auf meine „Confirmation of Enrolment“ musste ich leider sehr lange warten. Schlussendlich habe ich mit der UNSW telefonischen Kontakt aufgenommen, da ich die CoE für die Visums-Beantragung unbedingt brauchte; ohne die CoE-Nummer kann kein Studentenvisum beantragt werden!

Die restlichen Formalitäten waren schnell erledigt. Das Visum konnte ich mühelos online bestellen, genauso die „Overseas Student Health Cover“ (OSHC). Die UNSW schreibt keinen spezifischen Versicherungsanbieter vor, ich empfehle jedoch die „Medibank“ zu wählen, weil sich eine Agenturstelle gerade auf dem Campus befindet. Wenn du einen Arzt aufsuchen musst, kannst du bequem zum Campusarzt (oder auch Zahnarzt) gehen, und er rechnet die Behandlungskosten mit der Campus-Medibank direkt ab. So kannst du die ca. 20$ Selbstbehalt einsparen, die du bei jedem anderen Arzt bezahlen müsstest.

Neben den obligatorischen Vorkehrungen solltest du dir auch überlegen, wie du wohnen willst. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten auf dem Campus, aber du solltest dich so früh wie möglich um eine solche Wohngelegenheit bewerben, denn sie sind sehr schnell ausgebucht! Oft wohnen Bachelorstudenten auf dem Campus, Masterstudenten sind dort weniger anzutreffen. Manche meiner Mitstudenten buchten für einige Tage ein Hostelbett und suchten anschliessend nach einem WG-Zimmer in der Nähe von Randwick oder Kensington.

Ja, das sind die grössten spezifischen Vorbereitungen, die du treffen solltest, neben den normalen Vorkehrungen für eine Ferienreise (Gepäckversicherung oder die Entsperrung der SIM-Karte zum Beispiel).

Ankunft

Als ich am 2. Juli in Sydney ankam, war schönes Wetter. Die Maximaltemperatur im Juli liegt bei ca. 16 Grad. Es geht jedoch immer ein Wind, so dass ich im Juli und August tatsächlich gefroren habe. Die Isolation der australischen Häuser sind nicht wirklich die Besten, und Zentralheizung ist oft ein Fremdwort. Pack die Winterpullis ein!

Wie von der UNSW empfohlen, reiste ich vor dem Orientierungstag an. Mit der Buslinie 400 kommst du vom Flughafen direkt an die UNSW und von da weiter nach Coogee oder ins Zentrum. Ich wohnte bei Bekannten, so dass ich mich nicht von Anfang an um die Wohnungssuche kümmern musste. Viel mehr organisierte ich Alltagsdinge wie eine australische Handynummer (Telstra hat den besten Empfang, sagt man) oder eine Busfahrkarte. Am „Afternoon-Tea“ des International Office der UNSW lernte ich viele Leute kennen, mit denen ich Erkundungstouren und den Bondi-Coogee-Walk unternommen habe. Am Orientierungstag und der Enrolment Session gab es wertvolle Tipps zum Buchen von Kursen etc. Ich empfehle dir, beide Anlässe zu besuchen.

PS: Am Afternoon-Tea gibt’s auch TimTams!

Zimmersuche
Wohnen

Dass ich nicht bei meinen Bekannten wohnen bleiben werde, war schnell entschieden, denn sie wohnten in Bronte, was einen Uniweg von ca. 30 Minuten Busfahren mit Umsteigen bedeutet hätte. Zudem verkehren die Busse ausserhalb des Zentrums unregelmässig (bis gar nicht).

Meine definitive Bleibe fand ich auf einem Onlineportal (www.gumtree.com.au), wo man vom Haustier über Antiquitäten bis zum WG-Zimmer alles findet. Es hat sehr unterschiedliche Angebote dabei, so dass du unbedingt das Zimmer vorher ansehen solltest, bevor du einen Mietvertrag unterzeichnest! Auch lohnt es sich, die Mietpreise genau zu vergleichen. Oft sind Strom, Heizung und Wasser inkl., jedoch nicht immer. Genauso verhält es sich mit dem Internetanschluss bzw. WLAN. Je nach dem, was vorhanden ist und wie nahe am Zentrum die Wohnung gelegen ist, variieren die Mietpreise zwischen 180 bis 350$ in der Woche.

Die Wohnungssuche dauerte fast eine Woche, wobei ich mir ca. 30 Wohnungen angeschaut hatte. Mein Zuhause war schliesslich 2 Minuten vom Upper Campus der UNSW entfernt gelegen. Ich wohnte zusammen mit meiner Vermieterin und hatte ein Einzelzimmer für mich. Bad, Küche und Wohnraum teilten wir. Mit einem Wochenpreis von 260$ war ich ca im Mittelfeld der Preisspanne meiner Kollegen. Dazu musste ich keine teure Busfahrkarte (MyBus) kaufen.

PS: Leider gibt es seit dem Wintersemester 12 nur noch für Lokalstudierende „Concession Stickers“. Jene Kleber werden auf die Legi aufgeklebt und erlauben dir eine 50% Reduktion auf zahlreiche Busfahren, Museumseintritte etc. Die Vertretung der Studierenden der UNSW bemüht sich, dass die Sticker wieder für alle UNSW-Studierenden erhältlich werden.

Universität

Das Unigelände ist in Lower und Upper Campus unterteilt. Im Upper Campus gibt es eine Food Mall, wo es kleine Imbissbuden hat, die von Kaffee mit Muffin bis hin zu Pommes und Wraps so Einiges verkaufen. Auch die Hauptbibliothek mit vielen Computerstationen und Lernecken, das Selbstlernzentrum (wo die Mitarbeiter deine Englischaufsätze korrigieren!), die Filiale der Commenwealth Bank, eine Poststelle etc. befinden sich auf dem Upper Campus. Auf dem Lower Campus ist die Filiale der Medibank, das Round House mit diversen Parties, das Sportcenter, die Rechtsbibliothek und die Abteilung für internationale Beziehungen zu finden. Letztere wird in der ersten Woche deine Anlaufstelle sein, wenn du Kurse umbuchen musst. Der Campus ist wie ein kleines Dorf, und es wird ab dem Frühjahrsemester 2013 noch viele weitere Angebote wie zum Beispiel ein Subway Imbissrestaurant geben. Kurz, es hat alles da, vom Doktor bis zur Bar.

Die Vorlesungen an der UNSW sind stark auf die Praxis ausgerichtet. Ein Kurs im Umfang von 6 UOC (7.5 ECTS) entspricht drei Stunden Veranstaltung, welche in einen Vorlesungsteil und einen Seminar- bzw. Workshopteil unterteilt sind. Der Dozent entscheidet bei der Kursgestaltung selber über die Aufteilung. Mein „Negotiation“ Kurs zum Beispiel bestand aus einer Stunde Vorlesung wie an der UZH und zwei Stunden Workshop, wo wir Verhandlungsrollenspiele durchgeführt haben. Bei meinem „HRM“ Kurs dagegen waren die Vorlesungs- und die Seminarzeit gleichmässig verteilt. In den Seminaren werden Praxisfälle besprochen, Case Studies gelöst oder Berechnungen an einem Praxisbeispiel durchgeführt. Ein volles Semester (Visavoraussetzung!) entspricht 24 UOC, was an der Business School meistens 4 Kurse bedeutet. Doch sind diese 4 Kurse mindestens gleich intensiv wie ein volles Semester an der UZH! Denn es gibt nicht nur eine Abschlussklausur, sondern verschiedenste kleine Leistungsüberprüfungen wie zum Beispiel einen Aufsatz, eine Midsemester Prüfung oder Präsentationen. Alle Ergebnisse tragen zum Schlussexamen bei, oft im Umfang von jeweils 20-30%. Die Schlussprüfungen zählen dann oft zwischen 30 und 60%.

Alle diese Informationen sind zu Semesterbeginn auf der Homepage (http://www.handbook.unsw.edu.au) verfügbar. Es lohnt sich, ein wenig Zeit in die Vorselektion zu investieren, da ein Platz in den vier von dir im Endeavour-System der UNSW angegebenen Kursen nicht garantiert werden kann. Wenn du schlussendlich Änderungen vornimmst, muss du das entsprechende Formular der UZH zur „ergänzenden Leistungsvereinbarung“ ausfüllen und bei den Prüfungsdelegierten deiner Fakultät einreichen.

Ich habe meine Kurse nach Interesse gewählt und dabei das Glück gehabt, dass ich am Freitag einen freien Tag erhalten habe. Meine Kurse haben jeweils von 18.00 bis 21.00 stattgefunden. Die Uhrzeiten sind typisch für Postgraduate-Kurse, da einige Studenten 100% arbeiten und nebenbei einen Kurs pro Semester besuchen. Undergraduate-Kurse finden meistens am Vor- und Nachmittag statt.

Noch ein Nebensatz zu der Studierendenschaft: Es hat sehr viele chinesische Studierende, die oft sehr ehrgeizig ihr Studium verfolgen. Doch man trifft auf mindestens genauso viele internationale Studierende, denn die UNSW pflegt ein grosses globales Netzwerk und ist für Austauschsemester sehr beliebt. Und ja, entsprechend weniger „echte richtige Australier“ trifft man in den Vorlesungen. Da „musst“ du eine der zahlreichen Sportveranstaltungen und Bars besuchen, was ja nicht die schlechteste Beschäftigung nach einem Unitag ist, oder?

PS: Im „White House“ gibt es regelmässig Spezialanlässe wie der Ginger-Evening, den du nicht verpassen solltest!

Leben/Freizeit

Sydney hat allen etwas zu bieten. Egal ob Sportfreak oder Museumsliebhaber, hier wirst du garantiert fündig. Die „Buddies“ der UNSW und die Abteilung für Internationales organisieren regelmässig Ausflüge und Aktivitäten, wie zum Beispiel einen Zoobesuch im Taronga Zoo, eine Weindegustation im Hunter Valley oder einen Ausflug in die Blue Mountains. Anmeldeinfos findest du auf der Facebookseite der Buddies oder in deinem Starter-Kit, welchen du an der Enrolment Session erhältst. Angebote der Abteilung Internationales unbedingt früh buchen!

Von den Buddies erhältst du auch Antworten auf alle möglichen Fragen, egal ob du einen Segelclub oder die günstigste Einkaufsmöglichkeit suchst. Sydney hält preislich locker mit der Schweiz mit…

Entsprechend gibt es auch allerlei „travel on a budget“ Angebote, wie zum Beispiel von Busunternehmen. Du kannst gut ein verlängertes Wochenende mit Freunden planen und zum Beispiel die Ostküste zwischen Brisbane und Sydney erkunden. Mit dem Bus (www.greyhound.com.au) kommst du in kürzester Zeit an die beliebtesten Orte. Natürlich sollte auch ein Opernbesuch, ein Ausflug nach Lovely Manly, Surfen in Bondi und ein Royal Horse Race im Royal Randwick Race Course und und und nicht fehlen! Sydney hat viel zu bieten!

PS: Nur in Staat New South Wales gibt es die Einkaufskette „Aldi“. Ein solcher Supermarkt befindet sich in Maroubra, wenige Busminuten von der UNSW entfernt (Buslinie 400 in Richtung Flughafen).