Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

12/13 WS

Universität

CN-
Beijing - Tsinghua University

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

 Die Universität ist eine wohlorganisierte, wunderschöne Institution, die sowohl die geistige als auch die körperliche Entwicklung fördern will. 

Peking ist eine sehr kulturelle, wenn auch nicht allzu schöne Stadt (bspw. im Vergleich zu Chengdu oder auch Shanghai). Bietet jedoch alles was man benötigt und ist sehr gut national wie international vernetzt.

China ist riesiges Land mit tausend Gesichtern. Wer neben dem Studieren Zeit findet etwas zu reisen, muss dies unbedingt tun. Keine Stadt ist gleich, weder optisch noch von den Menschen her. Zudem ist China ein sehr sicheres Land, manchmal (eigentlich häufig) fühlt man sich sogar sicherer als in manchen Ecken der Stadt Zürich).

 Fazit: Der Aufenthalt an der Tsinghua Universität lohnt sich. Je nach Fakultät und Creditpunktebedarf muss man allenfalls abklären, ob sich der Aufenthalt akademisch lohnt. Abgesehen davon: Eine uneingeschränkte Empfehlung für jeden, der zwar gut organisierte Strukturen aber auch eine Prise Abenteuer will. 

Vorbereitung

Das chinesische Visum lässt sich problemlos beim Konsulat in Zürich beziehen (Kostenpunkt: um die 100 CHF). Dauer: etwa eine Woche.

Widersprüchlich in den Unterlagen der Tsinghua Universität ist, ob ein medizinischer Check-up notwendig ist.

Ich habe diesen gemäss des offiziellen Formulars gemacht (u.a.: generelle Gesundheitsfragen, EKG, Röntgenbild des Brustkorbs, div. Bluttests), jedoch hat dies das Konsulat nicht interessiert. 

Entgegen den eindringlichen Warnungen einer gewissen Mitarbeiterin beim Mobilitätsbüro des RWI sind mangelnde Mandarinkenntnisse bei weitem kein Weltuntergang. Zwar spricht nur ein Bruchteil der Bevölkerung Englisch, jedoch kann man sich bzgl. der Grundbedürfnisse immer irgendwie verständlich machen. M.E. verschaffen mangelnde Chinesischkenntnisse dem Aufenthalt zudem einen gewissen Reiz. Die Studierenden auf dem Campus sprechen, im Gegensatz zur regulären Bevölkerung, meist ordentlich bis gut Englisch, weshalb man in Notsituationen stehts einen Übersetzer findet. Zudem bietet die Tsinghua Universität ein fakultatives Buddyprogramm, das einem einen Buddy mit guten Englischkenntnissen zur Seite stellt.

Ankunft

Die Universität befindet sich etwa 30 Autominuten von Hauptflughafen Pekings entfernt.

Empfehlenswert ist der Transport via Taxi, der etwa 15 CHF kostet. Man sollte jedoch darauf achten, keines der Black Taxis zu nehmen, die absurd hohe Preise verlangen. Alle offiziellen Taxis in Peking haben einen sichtbaren Taxometer und das Nummernschild beginnt mit einem P.

Theoretisch ist auch die Anreise (vom Flughafen her) mit der Metro möglich, was jedoch nicht empfehlenswert ist, da einerseits mehrfaches Umsteigen nötig ist und die Metros chronisch überfüllt sind. Zudem befinden sich die Unterkünfte auf dem Campus nicht in Metrostationsnähe. 

Zimmersuche
Wohnen

Die Tsinghua Universität bietet mehrere Reihenhäuser auf dem Campus, die für Incomings Ein- und Mehrbettzimmer zu bevorzugten Preisen anbieten (bspw. Einzelzimmer für ca. 12 CHF / Tag).

Die Zimmer sind klein, bieten jedoch sonst alles notwendige. Die Ausstattung besteht aus dem Bett, Arbeitsplatz, Schrank, Lavabo, TV und Nachttisch und, zumindest bei den Einzelzimmern, Dusche und WC.

Gereinigt wird dreimal wöchentlich, ein Wäscherei befindet sich im Parterre, WLAN und kabelgebundenes Internet findet man in allen Zimmern.

Die 24/7 besetzte Rezeption am Eingang spricht kaum Englisch, über Grundprobleme/ -bedürfnisse kann man sich aber trotzdem immer verständigen.

 Die Logis auf dem Campus ist kein Zwang, wer diese aber wünscht, kann sich bereits vor Reiseantritt ein Zimmer reservieren. Das How-to erhält man mit den übrigen Universitätsunterlagen vorgängig per Post. 

Universität

Der Campus der Universität ist relativ gross. So dauert es etwa 20-30 Minuten um vom einen Ende zum anderen zu gelangen.

Die Universität ist grundsätzlich sehr gut organisiert, die Registrierung an der Universität, der Bezug des Zimmers etc. wird von kompetenten und speditiv arbeitenden Mitarbeitern bearbeitet. Die meisten lebensnotwendigen Informationen sind auch auf Englisch erhältlich. Einzig das Modulbuchungstool ist zu grossen Teilen nur in Chinesisch, jedoch bietet einem die Universität bzw. die Fakultät genügend Hilfestellungen durch Studenten, weshalb dies kein Problem darstellt.

Für Jusstudenten: Die Auswahl an englischsprachigen Modulen ist überschaubar und leider nicht von der Schweiz aus einsehbar.

Die Tsinghua Universität erinnert im ersten Moment mehr an einen Park als an ein Lerninstitut. Zum 100 jährigen Jubiläum in 2011 wurden auch diverse Statuen und Kunstwerke auf dem Campus errichtet.

Auf dem Campus findet sich fast alles, was das Studentenherz benötigt: Läden, Banken, Postbüros etc. Einzig eine Bar fehlt noch. 

Leben/Freizeit

Die Universität befindet sich etwas ausserhalb im Nordwesten der Stadt. Der umzäunte Campus beinhaltet diverse Möglichkeiten sich zu betätigen. U.a. gibt es Fussball-, Basketball- und Baseballfelder, Badmintonplätze, In- und Outdoor Fitnessgeräte, ein Hallenbad sowie Grün- und Baumflächen mitsamt pitoreskem See und Fluss.

Die Universität beherbergt zudem über 100 Studentengruppen, die sich mit Kunst, Kultur, Sport, Business etc. auseinandersetzen. Einige dieser Clubs sind auch auf Englisch und stehen den Austauschstudenten offen.

Das Foreign Affairs-Büro und diverse studentische Organisationen veranstalten zudem regelmässig Events. U.a. Besichtigungen von Kulturstätten, Partys aber auch mal Hilfsprogramme für Kinder von Wanderarbeiten. 

Für Jusstudenten interessant: An der Law School gibt es fast wöchentlich Gastvorträge (sehr häufig auch auf Englisch) zu allerlei juristischen Themen, gehalten von bekannten nationalen und internationalen Juristen. Zudem organisiert das LLM-Büro, welches sich auch um normale Austauschstudenten bemüht,  Kanzlei- und Gerichtsbesuche oder auch das eine oder andere Fest.

Da  es neben der Tsignhua Universität noch diverse andere Universitäten im Bezirk gibt, ist auch das Ausgehangebot rund um die Universität sehr gross. Wem das nicht genügt, kann auch mit dem Taxi in die Stadt an eine der Ausgangsmeilen.

Nicht erwähnt werden muss, dass Peking sehr viel kulturelles zu bieten hat. Wem das nicht genügt, der kann für wenig Geld mit Flugzeug oder Zug in China umherreisen.