Erfahrungsberichte

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Wer

s0970878[at]access.uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

11/12 WS + SS

Universität

AU-
Sydney - The University of New South Wales

Studienfach

Geschichte (Allgemeine) (7600)

Gesamteindruck

Mein Jahr in Australien war zweifellos die beste Zeit meines Lebens. Ich lernte wunderbare Menschen aus der ganzen Welt kennen, bereiste ein traumhaftes Land, wohnte in einem College auf dem Campus und lebte dort ein Leben, wie man es aus amerikanischen Uni-Film kennt... An und neben der Uni lernte ich die australische Kultur kennen und lieben...

Aber nun fertig geschwärmt: Ich kann euch ein Austauschjahr nur empfehlen (ein Semester ist auch okay, aber sehr kurz) - ihr werdet es nicht bereuen.

Vorbereitung

Nach einem Jahr an der Universität Zürich wollte ich etwas Neues sehen. Mein fünftes und sechstes Semester wollte ich im Ausland verbringen. So stellte ich es an:

1.) Ich ging zum Austausch-Büro der UZH und auf dessen Homepage und informierte ich mich über die verschiedenen Austauschdestinationen und -programme: http://www.int.uzh.ch/index.html. Australien sprach mich am meisten an. Im Austauschbüro teilte man mir aber mit, dass ich mit diesem Wunsch nicht allein bin. In Australien gab es für UZH-Studierende nur zwei Plätze und zwar an der UNSW. (Heute gibt es glücklicherweise mehr australische Partnerunis.) Falls ich wirklich ins Ausland wolle, solle ich mich für Dänemark bewerben, sagte man mir im Austausch-Büro. Dies brachte mich aber nicht davon ab, mich für meine Traumdestination zu bewerben.

2.) Bald ging es daran meine Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen. Dies soll man nicht unterschätzen. Es dauert eine Weile bis man Professoren um Empfehlungsschreiben gebeten hat, einen Auszug der Studienleistungen ins Englische übersetzt und von den Instituten beglaubigt hat, die TOEFL-Sprachprüfung absolviert und sein Motivationsschreiben / Lebenslauf verfasst hat.

3.) Als ich meine Unterlagen beim Austausch-Büro eingereicht habe, wurde ich etwas später von der UZH für einen Platz an der UNSW nominiert. Das heisst dann, dass man muss über die Online-Plattform der UNSW (Endeavour in) nochmals Bewerbungsunterlagen einreichen und Fächer aus dem Vorlesungsungverzeichnis für die Bewerbung auswählen.
Das Vorlesungsverzeichnis findet man hier: http://www.handbook.unsw.edu.au. Seid ihr BA-Studierende, wählt nur Undergraduate Study-Kurse aus. Seit ihr MA-Studierende wählt Postgraduate Coursework Study.
Wichtig: Die Fächerauswahl, die man bei der Online-Bewerbung angibt, ist nicht endgültig. Wenn man im Land ankommt, ändern viele Studierende ihre Fächer noch. Diese Wahl dient einer allgemeinen Einteilung.

4.) Man kriegt per Mail eine Aufforderung den Studienplatz an der UNSW anzunehmen.

5.) Nun geht es um die Beantragung des Visums. Dazu muss man zuerst die australische Krankenversicherung für ausländische Studierende für die gesamte Studiendauer (Daten werden vom UNSW Austauschbüro per Mail angegeben) erwerben: https://www.oshcworldcare.com.au/unsw. Diese Krankenversicherung (OSHC) ist eine Visumsvoraussetzung und muss auch dann gekauft werden, sollte man bereits eine andere (z.B. schweizerische) Krankenversicherung haben, die einem weltweit deckt.
Die OSHC-Bestätigung schickt man an das Austauschbüro der UNSW. Diese senden per Mail eine offizielle Studienbestätigung zurück. Das heisst dann: Overseas Student Confirmation-of-Enrolment (CoE).
Auf dem CoE steht oben rechts eine Nummer, die man bei der Visums-Bewerbung braucht. Beim australischen Departement für Immigration kann man sich als Schweizer Staatsbürger(in) einfach online für ein Studentenvisum der Klasse 575 bewerben (http://www.immi.gov.au/students/students/575-1/how-to-apply.htm#e). Ich erhielt bereits am darauffolgenden Tag eine Mail, dass mein Visum bewilligt wurde.
(Wichtig: Ich musste mich für das Visum im Link bewerben. Eventuell ändern sich die Visumsnamen, etc.).

6.) Nachdem man das Visum hat, muss man nur noch die Flüge buchen. STA Travel bietet günstige Studententarife: http://www.statravel.ch/.
Auf die Unterkunft gehe ich weiter unten ein.
Und ja, dann muss man nur noch packen. Ich hatte es etwas stressig vor meinem Abflug, da ich Prüfungen, Uni-Arbeiten, ein Praktikum, den Abschied von Familie und Freunden in einer kurzen Zeit unter einen Hut bringen musste. Aber keine Sorge. Bei der UNSW ist alles gut organisiert.

Generell: Solltet ihr sonst noch irgendwelche Fragen haben, wendet euch an das Austauschbüro der UNSW: Intex@unsw.edu.au. Auch in der Facebook-Gruppe für UNSW Exchange Students findet ihr Hilfe. Eine Einladung dazu erhält man per Mail vom Austauschbüro. In dieser Gruppe lernte ich eine meiner besten Freundinnen kennen, die im gleichen Flug von Dubai nach Sydney unterwegs war und mit der ich zusammen wohnen sollte.


PS: Sorry für den Roman. Ich schreibe dies so ausführlich, da ich schon viele Fragen von künftigen Australien-Austauschstudierenden beantworten musste. Hier möchte ich einige FAQ zusammenfassen.

Ankunft

No worries, mate. So klischeehaft es klingt, dies war der erste Ausdruck, den ich in Sydney lernte. Keine Sorge, alles wird schon gut werden. Dieser Ausdruck charakterisiert die Australier so, wie ich sie von Anfang an wahrgenommen habe: Auch bei schwierigen Situationen wird ein kühler Kopf bewahrt.

Als ich am Flughafen in Sydney ankam, wurde ich von einem Mitbewohner meines Colleges abgeholt. (Ich wohnte in einem College auf dem Campus, doch dazu mehr im nächsten Kapitel.) Der erste Schock traf mich, als ich das Flughafengebäude verliess. Ich kam im Juli an und wusste zwar, dass dann australischer Winter ist. Jedoch hätte ich nicht erwartet, dass die Leute im Wintermantel unterwegs sind. Entsprechend war mein erster Kauf in Australien ein Kapuzenpulli. Erste Erkenntnis: Im Winter ist es auch in Australien kalt.

An der Uni wurden wir neuen Austauschstudierenden mit vielen Einführungsveranstaltungen, Barbies (so nennt man die BBQs in Australien) und vielen Freebes empfangen. Nach einer Bühnendarbietung aboriginaler Tänzer und Sänger wurden wir in den australischen Uni-Alltag eingeführt. In den nächsten Tagen konnte man noch seinen Stundenplan in eine endgültige Form bringen. Und dabei heisst es wieder: No worries. Das Austauschbüro steht bei Fragen zur Seite.
Zusätzlich gibt es zu Beginn jedes Semesters eine O-Week (kurz für Orientation Week). Dort werden die alten Studierenden zurückbegrüsst und die neuen in den aufregenden Alltag eingeführt. Zelte und Infostände zieren den ganzen Campus. Verschiedene Societies, Interessensgruppen, werben um neue Mitglieder. Da gibt es etwa die Harry Potter Society, der Klub für Kamerafreunde, Surfer, Cheerleader, Latin-Tänzer, Politikinteressierte, Vegetarier, Kpop oder Mathematik-Nerds...Unbedingt einigen Clubs beitreten und voll in das Uni-Leben eintauchen. Es lohnt sich.

Zimmersuche
Wohnen

Beim Wohnen gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man lebt auf dem Campus oder ausserhalb. Ich wählte die erste Möglichkeit.

Auf dem Campus kann man entweder in einem College oder in einem gewöhnlichen Studentenwohnheim wohnen. Der Unterschied zwischen einem College und einem Studentenheim ist, dass man im College nicht nur ein Zimmer hat, sondern auch Malzeiten zur Verfügung gestellt werden und man mit seinen Mitbewohnern im Speisesaal zusammen isst. Daneben werden viele Aktivitäten im College organisiert (z.B. Willkommensspiele, College-Partys, gemeinsames Schlittschuhlaufen, eine Party-Schifffahrt am Opernhaus vorbei) und man wird eine richtig tolle, internationale Familie.

Wenn man in einem Studentenheim auf dem Campus wohnt, lebt man entweder alleine oder mit einigen Mitbewohnern in einer Art WG. Die Leute kann man sich aber nicht aussuchen.

Es ist wichtig, dass man sich frühzeitig für ein Zimmer auf dem Campus bewirbt, bzw. anmeldet. (Beim College muss man sich nochmals mit einem Motivationsschreiben bewerben.)

Hier ist eine Liste aller Colleges auf dem UNSW-Campus: http://www.housing.unsw.edu.au/housing/catered_on_campus_colleges/catered.php?p=compare_colleges. Mein persönlicher Favorit ist das International House, wo ich wohnte.

Die andere Möglichkeit ist, dass man sich eine Wohnung mit anderen Leuten sucht. Auf dieser Seite http://www.gumtree.com.au/ findet man WG-Zimmer etc. in der Nähe der Uni. Viele Austauschstudenten wohnen beim Heimstrand Coogee Beach (ca. 30 Minuten zu Fuss von der Uni entfernt). Oder bei Bondi Beach, was etwas weiter weg ist. Will man ein eigenes Zimmer finden, sollte man mindestens zwei Wochen vor Semesterbeginn anreisen, um Zeit zu haben ein Zimmer zu finden. Das geht nur vor Ort.

Mehr Infos zum Wohnen: http://www.housing.unsw.edu.au/housing/.

Universität

Die Uni ist super. Sie bietet ein breit gefächertes Studienangebot und ist dabei immer bedacht Theoretisches mit Praktischem zu verbinden. Das Motto der UNSW lautet wegweisend Manu et Mente. So konnte ich als Filmstudentin nicht nur über Filmtheorie lernen, aber auch selbst Filme machen. Eine gute Möglichkeit mehr über die Geschichte und Kultur Australiens zu erfahren ist es, eine Vorlesung in Australischer Geschichte oder in Aboriginal studies zu belegen.

Neben dem Unterricht, bietet die UNSW auch vieles fürs soziale Leben. Wie oben schon erwähnt, gibt es Societies, wo sich Studierende mit Gleichgesinnten treffen können. Auf dem Campus finden viele Barbies und Parties statt.

Überhaupt ist der Campus der Uni wie ein kleines Dort, wo man von dem Krankenzenter, über eine Poststelle bis hin zum Apple-Shop alles findet. Es gibt auch einen Laden mit Kleidern, Taschen und Gläsern mit dem Uni-Logo. Auch verkaufen sie dort Teddy-Bären, die Studierende zum Studienabschluss geschenkt erhalten...

Leben/Freizeit

Neben dem Freizeitangebot der Uni, ist dasjenige der Stadt fast unersättlich. In der Weltstadt Sydney ist für jeden Geschmack etwas dabei. Es gibt viele Festivals - so etwa das indische Frühlingsfest Holi, an dem sich gegenseitig mit Farbe bewirft oder das Winterfestival an Bondi Beach, wo man am Strand auf einem Eisfeld Schlittschuhlaufen kann.

Sind wir gerade bei Bondi Beach, in Sydney gibt es viele Strände. Am nächsten zur Uni liegt Coogee Beach, der zu Fuss rund eine halbe Stunde entfernt liegt. Zum Surfen sind Bondi und Maroubra Beach am besten geeignet. Probiert Surfen unbedingt mal aus.

Nicht verpassen sollte man das alljährliche Feuerwerk bei Darling Harbour.

Auch ausserhalb von Sydney gibt es viel zu entdecken: Reist durch Australien, Neuseeland und Fiji - ihr werdet es nicht bereuen.

Anyway, I could ramble on heaps more but in short: Just enjoy and have the time of your life in the most amazing country of the world.