Erfahrungsberichte

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Wer

verena-rossbach[at]hotmail.de

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

11/12 SS

Universität

CN-
Shanghai - Fudan University

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Für ein Semester nach Shanghai zu gehen ist eine tolle Chance für einige Monate in einer Wahnsinns-Stadt zu leben und gleichzeitig viele Eindrücke einer für uns teils eher doch sehr fremden Kultur zu sammeln. Meine Zeit in Shanghai war durchweg positiv. Die Stadt hat extremst viel zu bieten, langweilig wird es quasi nie. Man lebt dort ein Leben, welches ziemlich unterschiedlich zu dem zu Hause ist; auch das Studieren an der Fudan ist komplett anders aufgebaut als in Zürich. Ich persönlich habe mich in kürzester Zeit in Shanghai eingelebt und das Leben dort genossen. Man sollte trotzdem viele Nerven mitbringen, gerade was Administrative Dinge u.a. mit der Fudan angeht und generell sollte man nicht erwarten das alles perfekt und reibungslos funktioniert. Vielmehr braucht man viel Flexibilität und muss sich öfters sagen ist hier halt so anstatt sich über nicht recht funktionierende Dinge aufzuregen.

Vorbereitung

Zur Vorbereitung kann man eigentlich nicht allzu viel tun. Dazu muss man sagen, dass ich vorher schon mehrere Wochen in Shanghai war und mich daher in der Stadt gut auskannte und wusste was mich erwartet. Man sollte in jedem Fall alle Unterlagen ordentlich bereit haben und Passfotos mitbringen, die braucht man für die Anmeldung.

Ich habe vorher schon 1,5 Jahre Chinesisch gelernt, was sich als sehr hilfreich herausstellt, da man mit Englisch relativ schnell aufgeschmissen ist. Ich würde mindestens einen Vorbereitungskurs in Chinesisch empfehlen, damit man wenigstens dem Taxifahrer das nötigste kommunizieren kann und im Restaurant nicht einfach willkürlich auf die Bilder in den Karten zeigen muss.

Ein anderer Punkt ist das Visum. Die meisten Austauschstudenten, wie auch ich, erhalten in der Schweiz nur ein F Visum. Dieses ist für 180 Tage nach Einreise gültig und hat lediglich 1 Entry, das heisst man darf nur einmal nach China einreisen. Das macht Reisen ausserhalb von China fast unmöglich. Man kann aber bei Ankunft sein F Visum in ein Residence Permit umwandeln lassen, mit dem man so oft wie man möchte aus China aus- und einreisen kann. Sollte man also viel reisen wollen, ist dies dringend zu empfehlen. Um ein Residence Permit zu erhalten muss man sich unter anderem einer Physical Examination unterziehen, welches auch bei der Registrierung von der Uni angeboten wird. Ich würde empfehlen, diesen Test (unter anderem Röntgenbild der Lunge)  bereits in der Schweiz zu machen, da die Gerätschaften, wie Röntgenapparat alles andere als auf dem neusten Stand der Technik sind.

Ein weiterer Punkt ist das Geld. Man zahlt in Shanghai quasi alles mit Bargeld. Bei den meisten Automaten, kann man auf einmal nicht mehr als 2500 RMB abheben. Die Abhebegebühren sind sehr hoch, darum ist es das ratsam sich eine Kreditkarte zu besorgen, die z.B. gebührenfreies Abheben ermöglicht.

Ich bin Mitte Februar nach Shanghai geflogen und wusste zwar, dass es dort noch recht frisch ist, aber mit der Kälte, die mich dort erwartet hat, habe ich im Leben nicht gerechnet. Winterjacke, Schal, etc. sind ein Muss. Da es auch im Winter noch relativ feucht dort ist, fühlt sich das Klima viel viel kälter an, als es eigentlich ist. Darüber hinaus gibt es in Shanghai keine Heizung, man kann lediglich mit Airconditioning heizen, was aber leider nicht sonderlich effizient ist. Es war noch bis Mitte / Ende April ziemlich frisch.

Desweiteren empfiehlt sich sicherzustellen, dass man für China krankenversicherte ist. Ich hatte Medikamente für jeden Fall der Fälle dabei, da auch in chinesischen Apotheken, Englisch nicht zum Alltag gehört. Internationale Ärzte sind jedoch reichlich vorhanden.

Ankunft

Internationale Flüge kommen alle am Flughafen in Pudong an. Von dort aus kann man entweder mit Taxi fahren (150-200RMB) oder bis ‚Longyang‘ mit dem Transrapid fahren (40RMB) und von da aus mit Metro oder Taxi weiterfahren. für das Taxi sollte man entweder die Adresse auf chinesischen Zeichen haben oder sie verständlich aussprechen können. In jedem Fall ist es kein Problem vom Flughafen in die Stadt zu kommen.

 Wichtig ist noch, nicht zu vergessen, dass man sich 48h nach Einreise bei dem nächsten lokalen Polizeioffice melden muss. Mitzubringen waren bei mir Reisepass, Unibestätigung und Mietvertrag.

Zimmersuche
Wohnen

Mein eigentlicher Plan war nach Shanghai zu fliegen und vor Ort nach einer Wohnung bzw. WG-Zimmer zu suchen. Viele meiner Freunde sind ohne Unterkunft, nach Shanghai geflogen und haben innerhalb kürzester Zeit eine Wohnung / WG gefunden.

Auf dem Campus wollte ich in keinem Fall wohnen, da die Uni schon ziemlich ausserhalb im Noreden der Stadt ist und ich nicht viel Positives von den Unterkünften dort gehört hatte. Der einzige Vorteil auf dem Campus zu wohnen ist, dass es dort viele Austauschstudenten hat. Von den internationalen Dorms der Fudan ist eher abzuraten. Viele Freunde von mir, haben in dem Studentenwohnheim ‚Tonghee‘ gewohnt. Meiner Meinung nach noch relativ teuer, für das was man vorfindet (Schimmel etc.) und die schlechte Lage (man muss trotzdem noch 20 min zur Uni laufen).

Ich hatte dann doch wenige Tage vor Abflug über die Seite smartshanghai schon einmal nach einer WG in Zentrums-Nähe geschaut und bin auch sehr schnell fündig geworden. Wir haben dann zu zweit auf fast 100m2 gewohnt. Ziemliche genau zwischen Uni und Shanghai. Die Mieten in Shanghai sind zwar teurer geworden, aber immer noch gut bezahlbar. Ich habe in Hongkou in dem Komplex Rainbow City gewohnt. Dort wohnen super viele Austauschstudenten und andere Expats. Man Ist gut angebunden und hat alles, was man braucht. Bei der Wohnungssuche ist generell smartshanghai zu empfehlen und darauf zu achten, dass man nahe der Metrolinie 10 wohnt (die auch zur Uni fährt), sonst verbringt man viel Zeit damit, um hoch an die Uni zu kommen. Ich kann jedenfalls nur empfehlen zentrumsnah zu wohnen, da die Gegend der Uni nicht sonderlich attraktiv ist und man ziemlich lange braucht, um ins Zentrum zu kommen.

Universität

Wie schon erwähnt: Die Fudan ist vom Aufbau her komplett anders als man es von der UZH gewohnt ist. Organisation ist hier oft ein Fremdwort, aber man ist nicht der alleine mit seinen Problemen. Anfangs konnte ich mich für keinen Kurs einschreiben, den ich belegen wollte. Nach den ersten 2 Wochen im völligen Chaos, regelt sich dann aber doch alles irgendwie, und man kann dann doch die Kurse belegen, die man möchte.

 Insgesamt besteht die Uni aus einem grossen schönen Campus mit vielen kleinen Restaurants in der Umgebung. Manche Gebäude sind sehr modern, andere, da wo ich immer Unterricht hatte, sind hingegen ziemlich runtergekommen. Alle Studenten fahren mit dem Fahrrad dort. Ein Fahrrad empfiehlt sich doch denke ich nur, wenn man auch auf dem Campus wohnt, sonst kann man auch alles gut zu Fuss laufen.

Die Kurse, sind verglichen zur UZH eher nicht so anspruchsvoll, aber vom Aufwand her teils wahnsinnig gross. Jeder Kurs besteht aus Präsentationen, Papern, Quizzes und Midterm-/Final Exams.

 Man hat nicht so viel Unterricht, dass man seine Kurse gut auf ca. 3 Tage verteilen kann. Ich habe noch eine Chinesisch Kurs gemacht, der leider immer Dienstags und Donnerstag Abends war, aber wirklich zu empfehlen ist.

Leben/Freizeit

Das Leben ins Shanghai ist phänomenal. Es gibt unendlich viele Restaurant, Bars, Clubs. Langweilig kann es einem eigentlich gar nichtwerden. Man kann jeden Tag etwas anderes ausprobieren und hat nach 5 Monate immer noch nicht alle Bars und Clubs gesehen. Alles Schöne und Westliche ist dann aber leider auch den europäischen Preisen angepasst. Viele Studenten sind fast jedes Wochenende in Asien am Reisen, da Shanghai ein guter Ausgangspunkt ist. Ich bin während des Semesters lediglich innerhalb China gereist und nach dem Semester in Richtung Südostasien.