Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

12/13 SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Psychologie (7200)

Gesamteindruck

Das Semester in Berlin wird mir in sehr guter Erinnerung bleiben. Berlin ist eine super schöne, spannende Stadt, in der es sowohl geschichtlich als auch kulturell viel zu entdecken gibt. Das Studium an der Freien Universität Berlin war gut organisiert und die Vorlesungen und Seminare waren vom Inhalt und Schwierigkeitsgrad her etwa mit denen der Uni Zürich vergleichbar.Daneben habe ich viele nette Leute kennen gelernt, die verschiedenen Quartiere Berlins erkundet und Essen aus allen Kulturen genossen. Ich empfand die Stadt insgesamt als sehr international, die Berliner, die ich kennengelernt hatte, waren aber alle sehr freundlich und hilfsbereit. Auch das öffentliche Verkehrsnetz ist sehr gut ausgebaut und ich fühlte mich auch mitten in der Nacht alleine auf der Stasse sehr sicher.

Vorbereitung

Die Vorbereitung des Austauschsemesters empfand ich als relativ zeitaufwändig und kompliziert. Eine erste Hürde war die Anmeldung, die schon sehr früh erfolgen musste. Es ist also wichtig, ein Austauschsemester schon früh zu planen. Darauf folgte das Ausfüllen von etlichen Formularen, Einreichen von Unterlagen und die Kontaktaufnahme mit der Studienberatung, um ein Learning Agreement zu erstellen. Dies stellte sich als nicht so einfach heraus, da das Vorlesungsverzeichnis der FU Berlin erst kurz vor Studienbeginn aufgeschaltet wurde. Da ich in Berlin auch Punkte für mein Nebenfach (Deutsche Sprachwissenschaft) erwerben wollte, musste ich auch mit der Studienberatung des Nebenfachs ein Learning Agreement abschliessen. Eine Zeit lang war ich nur noch dabei, von Büro zu Büro zu rennen, um noch alle Unterlagen zusammenzukriegen. Da ich neben dem Studium zu 60% arbeite, war es für mich auch schwierig es mir einzurichten, zu den Sprechzeiten bzw. Schalteröffnungszeiten der verschiedenen Anlaufstellen dann auch dort erscheinen zu können.

Schlussendlich hat aber alles geklappt und ich konnte mit allen geforderten Unterlagen nach Berlin fahren

Ankunft

In der Woche vor Vorlesungsbeginn fanden an der Freien Universität (FU) vier Einführungstage (Di-Fr) für Austauschstudierende statt. Da ich in dieser Woche noch bis Mittwoch arbeiten musste, konnte ich leider erst ab Donnerstag daran teilnehmen. Das war nicht so ideal, da ich dadurch mein Login für das Campus Management (Internetplattform der FU) sehr spät erhielt und erst im letzten Moment noch Module buchen konnte. Bei den Vorlesungen wäre es nicht so schlimm gewesen, wenn ich das verpasst hätte, für die platzbegrenzten Seminare ist es jedoch sehr wichtig, sich schon vor Vorlesungsbeginn online einzutragen. Auch sonst musste ich in diesen zwei Tagen noch viele Formalitäten erledigen (Studentenausweis beantragen, Krankenversicherungsbestätigung abgeben, Mensacard und Kopierkarte kaufen, Learning Agreement unterschreiben lassen etc). Es lohnt sich daher sehr, schon etwas früher anzureisen und dies dann zu erledigen. Generell war aber alles sehr gut organisiert und mir wurde bei Problemen sehr freundlich und unkompliziert geholfen.

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe mich dafür entschieden, nicht in den Studentenwohnheimen der Uni, sondern in einer privaten WG zu wohnen. Das Angebot auf www.wg-zimmer.de und ähnlichen Seiten war riesig und es fiel mir schwer mich für ein Zimmer zu entscheiden ohne die WG und die potentiellen Mitbewohner persönlich zu sehen. Und ich hatte auch noch keine Ahnung in welchem Quartier ich in Berlin überhaupt wohnen wollte. Ich schrieb etwa 10 Leute an und musste auch bald merken, dass es gar nicht so einfach war, etwas zu bekommen, wenn man sich nicht persönlich in Berlin vorstellen kann. Aus all diesen Gründen habe ich mich schlussendlich dafür entschieden, erst mal nur ein Zimmer für die ersten 6 Wochen zu suchen und dann vor Ort für die verbleibenden 3 Monate nochmals etwas zu suchen. Ich fand dann auch ein Zimmer in einer 3er-Mädchen-WG in Moabit (Mitte). Das Leben in der WG war sehr unkompliziert und es war auch schön jemanden zu haben, der sich in der Stadt auskannte. Meine Mitbewohnerinnen haben mir viele gute Tipps gegeben und mir viel von der Stadt gezeigt. Im Verlauf dieser 6 Wochen begann ich erneut ein WG-Zimmer zu suchen, merkte aber bald, dass ich auch ganz gerne mal alleine leben wollte. Deshalb suchte ich auch nach 1-Zimmer-Wohnungen und fand schliesslich ebenfalls über www.wg-zimmer.de eine 1-Zimmer-Wohnung im Prenzlauer Berg die in mein Budget passte. Ich fühlte mich in der eigenen Wohnung auch sehr wohl und war am Ende der 3 Monate sehr traurig, sie wieder aufgeben zu müssen.

Universität

Das Studium an der FU war sehr gut organisiert und vom Schwierigkeitsgrad her etwa so wie in Zürich. Nur bekommt man mehr Punkte für ein einfaches Seminar (4 statt wie bei uns 3) oder zum Teil noch mehr. Ich belegte vorwiegend Seminare und musste als Leistungsnachweis hauptsächlich Referate halten und kleinere Hausarbeiten verfassen. Sehr gut fand ich an der Uni auch den grossen IT-Bereich mit etwa 6 PC-/Mac-Räumen. Auch drucken und scannen konnte man dort ohne Probleme. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich es erst, dass man in der Mensa nur mit der Mensacard bezahlen konnte. Daran gewöhnt man sich allerdings schnell und das Angebot ist gross und günstig.

Der grösste Nachteil der FU ist sicher ihre Lage. Sie liegt im Südwesten der Stadt, ziemlich ausserhalb und je nach Wohnort braucht man schnell über eine Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es lohnt sich daher, den Stundenplan wenn möglich so zusammenzustellen, dass man nicht jeden Tag an die Uni gehen muss, bzw. sich einen Wohnort zu suchen, von welchem aus man gute Verbindungen zur Uni hat.

Leben/Freizeit

Freizeitmässig bietet Berlin extrem viel. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten, Museen und geschichtlich interessanten Orten gibt es viele kleine, individuelle Cafés, grosszügige Parks, Strandbars direkt am Wasser, und natürlich tolle Clubs mit riesigen Openair-Bereichen. Da Essen und Getränke im Verlgeich zur Schweiz extrem günstig sind, kann man es sich auch gut leisten, abends regelmässig essen zu gehen. Auch da ist das Angebot riesig und man findet neben dem bekannten auch viele spezielle Restaurants (vietnamesisch, afrikanisch, russisch, koreanisch etc).

Es finden auch regelmässig sehr sehenswerte Konzerte statt und es lohnt sich, schon am Anfang des Aufenthaltes sich schlau zu machen, wer in den nächsten Monaten wo spielen wird. Ich habe das viel zu spät gemacht und dadurch einige Bands, die ich schon lange einmal live sehen möchte, verpasst.

Lohnenswert ist es auch, sich mit der ganzen Grafitti- und Street-Art-Kultur in Berlin genauer auseinanderzusetzen. Dazu werden auch gute Führungen angeboten, bei denen man viele versteckte Kunstwerke zu sehen bekommt.