Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

12/13 WS + SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Publizistikwissenschaft (7251)

Gesamteindruck

Ein Erasmus-Jahr ist eine Erfahrung, die ich in jedem Fall jeder interessierten Person weiterempfehlen möchte. Ich habe Leute aus allen Teilen der Welt kennengelernt, mit ihnen viel unternommen und extrem viel über andere Kulturen und die Gemeinsamkeiten gelernt. Ich hatte mehr Kontakt mit anderen Austauschstudenten als mit Deutschen, was aber nicht besonders schlimm war. Kontakt mit Deutschen speziell hatte ich vor allem mit meinen Mitbewohnerinnen und auch hier machte ich nur gute Erfahrungen.

Der Uni-Stoff, die Professoren, die Organisation war sehr ähnlich, wie die Uni Zürich, womit ich also keinerlei Probleme bekundete. Daher sollte man keine Angst haben, universitär etwas zu verpassen durch den Austausch. Ich würde sogar sagen, dass es sich lohnt dafür ein Semester länger zu studieren.

Kurz: wer sich ein Austauschsemester überlegt, sollte es unbedingt machen! Besser ein ganzes Jahr als nur ein halbes, man erfährt so viel Neues, so viel Interessantes, dass es sich in jedem Fall lohnt ins kalte Wasser zu springen.

Vorbereitung

Es ist immer dasselbe, aber man sollte tatsächlich frühzeitig mit der Vorbereitung anfangen. Ich empfehle ein provisorisches Learning Agreement möglichst früh zu machen, weil Änderungen später unkompliziert und schnell gemacht werden können. Die Host-Uni hat mir eine Check-Liste online bereitgestellt. Unbedingt nutzen. Auch selber eine Check-Liste zu erstellen lohnt sich, um den Überblick zu bewahren.

Das schwierigste bei der Vorbereitung sehe ich bei der Wohnungssuche: Nach Möglichkeit auf Beziehungen zurückgreifen und diese möglicherweise auch ein bisschen strapazieren, da in den meisten Städten eine Wohnungsnot herrscht und es nicht besonders eifach ist eine Wohnung zu finden, wenn man nicht vor Ort ist.

Sprachlich hatte ich in Deutschland keine Probleme, ich möchte aber allen, die in ein Land gehen, dessen Sprache sie nicht beherrschen empfehlen, diese Sprache vorher wenigstens ein bisschen zu lernen. Viele Austauschstudierende, die Deutsch nicht als Muttersprache hatten, fanden, dass sie viel viel mehr vom Austausch profitierten (nicht nur sprachlich), weil sie die Sprache einigermassen beherrschten. Englisch spricht man fast überall, aber das Erlebnis im Austauschland ist schlussendlich ein ganz anderes.

Ankunft

 Meine Ankunft verlief problemlos, wichtig anzumerken ist, dass Deutschland ein bürokratisch organisiertes Land ist und deshalb auch Dinge wie die Anmeldung auf dem Bürgeramt möglichst bald erledigt werden sollten. Ich hatte das Gefühl, dass ich in den ersten Wochen echt viel bürokratisch zu tun hatte, jedoch legte es sich danach und ich konnte das ganze ein bisschen entspannter angehen.

Zimmersuche
Wohnen

Ich wollte nicht in einem Studentenheim wohnen, weil das ausserhalb lag und online keinen besonders guten Eindruck machte. Dieser Eindruck wurde mir später von Studenten, die dort wohnten bestätigt. Falls der Wunsch in einem Studentenwohnheim zu leben doch besteht, empfehle ich nicht nur die Homepage anzusehen, sondern auch Bewertungen (beispielsweise auf Google o.ä.) zu suchen und schlechte Bewertungen unbedingt ernst zu nehmen.

Bei der Wohnungssuche hatte ich grosses Glück und fand bereits 3 Monate vor Abreise eine WG, die sehr angenehm war und in der Nähe der Uni lag. Leider lag sie aber weiter weg vom Stadtzentrum, weshalb ich dann für das zweite Semester eine Wohnung suchte, die mehr in der Stadt lag. Auch hier hatte ich grosses Glück und musste nur ca. 5 Bewerbungen schreiben. Ich habe aber von anderen gehört, die bis zu 80 Mails geschrieben haben und nie eingeladen wurden. Leider kann ich da keine grossen Tipps geben, aber Hartnäckigkeit, Geduld und Beziehungen zahlen sich aus.

Falls es nicht klappt vor dem Aufenthalt eine Wohnung zu finden, empfehle ich zuerst eine einigermassen angemessene Unterkunft zu suchen und dann vor Ort weiterzusuchen, weil das in jedem Fall einfacher geht.

Universität

Die Universität ist sehr vergleichbar mit der Uni Zürich, bezüglich Organisation, Unterricht und auch Inhalt. Damit bekundete ich keine Probleme und die Uni ist auch sehr gut eingestellt auf Austauschstudenten, so dass ich an jedem Kurs teilnehmen konnte und es auch für die Dozierenden keine Probleme darstellte, Austauschstudenten im Unterricht zu haben

Mir wurde vom Erasmus-Büro und auch von der Abteilung meines Institus viel Hilfe geboten, und ich hätte auch bei weiteren Fragen jederzeit vorbeigehen können. Ich fühlte mich insofern gut betreut. 

Leben/Freizeit

In Berlin hat es nie an Freizeitmöglichkeiten gemangelt. Auch nach einem Jahr habe ich das Gefühl, ich hätte noch so viel zu entdecken. Die Stadt bietet historisch extrem viel auf Grund der wilden Geschichte. Ausserdem bietet sie viele Möglichkeiten Museen, Konzerte und Partys zu besuchen oder einfach gemütlich in einen Park zu sitzen.

Leider war der Winter sehr kalt und ungemütlich, die Stadt ist im Sommer tatsächlich eine andere, wenn alle Leute draussen sitzen und die Stadt lebt. Berlin ist eine Stadt, die eine sehr hohe Lebensqualität bietet. Dazu kommt, dass sie im Vergleich eine der günstigsten (west-)europäischen Grossstädte ist. Durch die Grösse der Stadt gibt es viele verschiedene Bezirke, die allesamt sehr unterschiedlich und interessant sind. Auch ist die Stadt sehr international, auf den Strassen hört man alle möglichen Sprachen.