Erfahrungsberichte

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Wer

haudelukas[at]hotmail.de

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

12/13 WS + SS

Universität

AT-WIEN64
Wien - Medizinische Universität Wien

Studienfach

Humanmedizin (4000)

Gesamteindruck

Es war das wertvollste Jahr meines Lebens. Auch wenn ich es nur 8 Stunden Zugreise von zu Hause entfernt verbrachte, habe ich sehr viel Neues und mir zuerst Fremdes kennengelernt. 

Vorbereitung

Eine ausführliche und einfach verständliche Anleitung zur Anmeldung als Erasmus-Student an der medizinischen Universität Wien von Zürich aus gibt es unter diesem Link: 

http://goo.gl/nVEK

Wem das nicht reicht, der darf mich gerne unter meiner Mail-Adresse kontaktieren und mich fragen. Auch über die anderen Erasmus-Erfahrungen. Ich würde gerne helfen.

Ankunft

Ich kam 3 Tage vor Semesterbeginn in Wien mit dem Zug an und verbrachte diese in einer Jugendherberge (Wombats Hostel, sehr gut), weil ich mein Studentenzimmer erst nachher beziehen durfte.

Die Erasmus-Einführungsveranstaltung hatte ich verpasst, was aber nicht weiter schlimm war, denn Gelegenheit ander Leute kennenzulernen gab es mehr als genug. 

Zuallererst gab es viel Papierkram zu erledigen wie zum Beispiel die Anmeldung im Bezirksamt, Besuch des Erasmus-Bureaus an der Medizinischen Universität Wien (MUW), usw..., aber das ist man sich ja gewöhnt nach der Vorbereitung und Anmeldung fürs Erasmus.

Mein Wohnungskollege hat mir dann gezeigt wo, was einkaufen, bevor er sich in sein Zimmer zurück zog um Fifa 2012 zu spielen. Seine Freundinnen waren aber sehr nett und nahmen mich gleich mal mit in die nächste Bar namens Charlie P's in der jeden Dienstag Mediziner-Nacht ist.

Mein Studentenkurs ging erst in der zweiten Woche richtig los. Die Räumlichkeiten sind nicht ganz einfach zu finden. Das allgemeine Krankenhaus Wien (AKH) besteht aus zwei riesigen Türmen auf einem noch grösseren Sockel von tausenden von Abteilungen und Instituten. Drumherum stehen unter anderem noch die Ruinen vom alten AKH welche anscheinend auch noch in Gebrauch sind...

Man sollte also beim ersten mal so etwa eine halbe Stunde einplanen um den Raum zu finden wo man dann von seiner Kleingruppe erwartet wird. 

Zimmersuche
Wohnen

Die Zimmersuche war relativ einfach. In Wien gibt es so ungefähr eine Milliarde mal mehr Wohnraum für Studenten als in Zürich. Die meisten Studenten wohnen in so einem. Als Ausländer kriegt man am leichtesten einen Platz über die OeAD Housing GmbH, im Internet zu finden.

Universität

An der Uni belegte ich die Kurse Neurologie, Psychiatrie, Notfallmedizin, Gynäkologie & Geburtshilfe und zweiwöchige Praktika, genannt Famulaturen, in der inneren Medizin, Kinderheilkunde und Ophtalmologie.

In der Inneren durfte ich zwei Wochen lang Patienten aufnehmen und Blut abnehmen, in der Kinderheilkunde ein bisschen mitlaufen und zuschauen. In der Ophtalmologie konnte ich machen was ich wollte, es hat sich niemand für mich interessiert. 

In der Neurologie hatten wir sehr intensive und lehrreiche Kurse. Die Ärzte und Ärztinnen haben uns sehr interessante Patientinnen gezeigt und im Seminar hatte man Unterricht in einer Klasse von etwa 20 Leuten, war eine super Abwechslung zum Zürcher Alltag im Hörsaal war.

In der Psychiatrie waren die Vorlesung zum Teil unterhaltsam. Im Praktikum wurde ich schnell auf eine andere Station geschickt, weil ich noch kein Blut abnehmen konnte. Es hatte nämlich zu wenig Pflegerinnen und nun mussten 2 Studentinnen 2 Wochen lang Blut abnehmen...

Auf der anderen Station sass ich mit drei anderen Studenten eigentlich immer im Pausenzimmer. Uns wurde während drei Wochen nur zwei Patienten gezeigt.

In der Gynäkologie durfte man dafür sogar im OP mitmachen. Leider war Fragen stellen nicht erlaubt: WAS SOLLEN DENN DIESE BLÖDEN FRAGEN?!  Es kam ein paar mal vor, dass eine Mitstudentin in Tränen ausbrach.

Lasst euch davor nicht abschrecken. Was einem nicht umbringt, macht einem stärker...

Es war trotz allem eine sehr wichtige Erfahrung zu sehen, wie das Medizinstudium und das Gesundheitssystem in unserem Nachbarland funktioniert, oder eben nicht. Meine rumänischen Freunde waren begeistert von dem Betrieb im AKH, während ein Schweizer eher schnell reissaus nehmen würde.

Leben/Freizeit

Wien hat für jeden was. Theater und Opernvorführungen gibt es für Studenten meistens zwischen 5 und 10 €, das Nachtleben hat auch ziemlich viel zu bieten. Aber vor allem das Erasmusleben hat mir am besten gefallen. Es gibt vier bis fünf wöchentliche Veranstaltungen bei denen man immer auf volles Haus trifft. 

Die Erasmus-Organisation lädt einem auch immer auf verschiedene Wochenend-Trips nach Prag, Budapest, Brünn und auf Skitrips oder Wein-, Essentrips in Wien ein. Man sollte rechtzeitig buchen, weil diese Veranstaltungen sind sehr begehrt.

Wenn einem das alles nicht gefällt braucht man nicht schüchtern sein, man kann jederzeit auf facebook alle Erasmus Leute fragen, ob jemand Lust auf eine Runde Eile mit Weile hat, zum Beispiel. Man wird sicher fündig.