Erfahrungsberichte

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Wer

c.baumli[at]gmx.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

12/13 WS

Universität

DE-BERLIN13
Berlin - Humboldt-Universität zu Berlin

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Ein wunderbares Erlebnis, das mich persönlich und auch akademisch sehr viel weitergebracht hat. 

Vorbereitung

Die vorbereitenden Informationen der Uni Zürich, als auch diejenigen der Humboldt sind absolut ausreichend. Man bekommt genau Angaben, wann man wie und wo welche Zettelchen auszufüllen und abzugeben hat, sodass ein reibungsloser Aufenthalt möglich ist.

Ankunft

Am Anfang gibt es eine Informationsveranstaltung bei der man in einer Campustour alle wichtigen Gebäude und Räumlichkeiten einmal zu sehen bekommt (Hauptgebäude, Fakultät, Int. Büro, Bibliothek, Mensa und so).

Gleichzeitig wird man immatrikuliert und erhält den Studentenausweis, der auch als Ticket für den gesamten ÖV genutzt werden kann.

Schön wäre, wenn man noch Informatiionen darüber erhalten würde, wie man Internet und Computerarbeitsplätze genau nutzt.

Zimmersuche
Wohnen

Ich wollte von Anfang an nicht in ein Wohnheim und hab mich deshalb schon früh auf dem privaten Wohnungsmarkt versucht und bin auch relativ zügig fündig geworden. Zwar wird es vermehrt schwierig in Berlin eine schöne Wohnung in cooler Lage, zu günstigen Preisen zu finden, doch mit etwas Glück und Ausdauer ist das kein Problem.

Zu empfehlen sind die Stadtgebiete: Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain und ganz wichtig U-Bahnanschluss!

Universität

Die Vorlesungen an der Humboldt sind noch nicht derart heftig verschult wie in Zürich, Bologna hat daher hier noch nicht voll eingeschlagen. So gibt es in Deutschland zwar das Bachelor/Master-System, nicht aber für Jura und Medizin. Hier gilt weiterhin das Staatsexamen. Das erschwert zwar zunächst die Modulsuche, wird aber wieder dadurch relativiert, als es gewisse Module in einer separaten Rubrik Erasmus aufgeführt werden. Diese werden von der Humboldt als besonders geeignet fürs Erasmusstudium angesehen.

Die Bibliothek ist nicht so heftig überlaufen wie das RWI, was besonders sympathisch ist. Allerdings ist sie auch nicht ganz so reichhaltig gefüllt. Prüfungen kann man direkt mit dem Dozenten ganz unkompliziert vereinbaren und werden (jedenfalls bei mir) allesamt mündlich abgehalten. Der Schwierigkeitsgrad ist sehr überschaubar.

Ein Schwachpunkt der Uni ist das noch sehr rudimentär ausgebaute Informatikangebot. Es gibt für verschiedene Dinge stets verschiedene Logins und auch die Internetverbindung ist nicht ganz die schnellste.

Leben/Freizeit

Berlin, das ist Kneipen, Feiern, Döner und Partys. Ich bin bereits in der ersten Woche zu mehreren WG-Partys eingeladen worden. Die Berliner sind kontaktfreudig, aufgeschlossen und wenn man sich an die etwas schroffe Art gewöhnt hat, sehr herzlich. Überall finden sich günstige Einkaufsmöglichkeiten und eine coole Kneipe jagt die andere. Besonders empfehlenswert ist das Clash in Kreuzberg (U-Bahnstation Mehringdamm, das Labyrinth im Salon zur wilden Renate (Ostkreuz) (daneben ist der Club, auch ziemlich fett) und jeweils Sonntags zum naked jazz live jam-session im Badehaus (RAW-Gelände, Warschauer Strasse in Friedrichshain). Wer französische Atmosphäre in einem richtig coolen Kellerrestaurant erleben will, muss unbedingt in die Creperie Manouche (Schönleinstrasse). Und wer die ganze Nacht und noch länger durchfeiern möchte, aber nicht genau weiss wo es hingehen soll: einfach am Kottbusser Tor aussteigen und sich irgendwo reintreiben lassen.

Die besten Döner weltweit gibts natürlich da, wo der Döner erfunden wurde; also in Berlin. Zwischen 2.5 und 3.5 EUR bekommt man eine Delikatesse nach dessen genuss man nie wieder anderswo Döner essen kann. Auch lernt man, dass Bier nicht nur Feldschlösschen ist!