Erfahrungsberichte

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Wer

naemi-hueberli[at]hispeed.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

12/13 WS + SS

Universität

BE-BRUXEL04
Bruxelles - Université Libre de Bruxelles

Studienfach

Ethnologie (7721)

Gesamteindruck

Die Entscheidung, ein Jahr in einen Erasmusaustausch zu gehen, kann ich nur empfehlen. Es ist ein tolles Erlebnis während des Studiums die Erfahrung zu machen in einem anderen Land zu wohnen und die Uni dort kennen zu lernen. So findet man viele Unterschiede in verschiedenen Bereichen, ob Studienprogramm der Uni oder in der Lebensweise der Menschen im anderen Land, die einem neue Ideen und andere Weltanschauungen näher bringen können. Andererseits ist es auch schön festzustellen, dass es auch ungemein viele Gemeinsamkeiten gibt zwischen Studenten aus aller Welt,ob man nun mit anderen Erasmusstudenten oder mit Lokalen die Zeit verbringt, man lernt immer offene und neugierige Menschen kennen. Der administrative Aufwand in den Erasmus zu gehen ist zwar doch nicht gering, aber im Nachhinein muss ich sagen, dass es sich wirklich lohnt. Ich würde auch empfehlen für zwei Semester in den Austausch zu gehen, um sich wirklich einleben zu können und alle Facetten des Lebens dort erleben zu können. Beispielsweise in Brüssel sind das ganze Jahr über sehr viele Events in der Stadt, die es lohnt zu sehen, und gerade im Frühling lockt die Sonne (wenn sie sich dann mal zeigt) die Brüsseler in die Parks und Bars, was der Stadt ein völlig anderes Ambiente verleiht.

Vorbereitung

Als Vorbereitung von der Uni her habe ich die Informationsveranstaltungen zum Erasmusaustausch der Uni Zürich besucht, um so auch herauszufinden, wo ich am ehesten hin wollen würde. Danach kommt die administrative Prozedur mit den Learning Agreements, welches für jedes Fach, also Haupt- und Nebenfach, einzeln gemacht werden muss. Dazu kommt jetzt noch die Anrechnungsvereinbarung des Studiendekanats. Ich fand es hier am Anfang schwierig mir überhaupt klar zu werden über den richtigen Ablauf, dem man bei dem Ausfüllen dieser Dokumente folgen muss. Die Kommunikation unter den verschiedenen Abteilungen ist auch nicht immer wirklich gegeben, finde ich, was teilweise zu unterschiedlichen Meinungen führt der verschiedenen Kontaktpersonen. Hier also vor allem Acht geben, dass die Abgabetermine eingehalten werden, damit die Learning Agreements auch wirklich gültig sind. Meistens müssen dann bei Beginn des Erasmus sowieso noch Änderungen vorgenommen werden, das ist ziemlich üblich, glaube ich. 

Ankunft

Ich bin bereits Ende August nach Brüssel gereist, um mich noch zwei, drei Wochen dort einleben zu können, bevor die Uni dann begann. Dies ist sicher noch hilfreich, wenn man die Sprache am neuen Ort nicht schon richtig beherrscht. Gerade das Französisch könnte man noch unterschätzen, da wir als Schweizer ja so viele Jahre davon in der Schule haben. Wenn man es dann jedoch sprechen resp. den Belgiern oder Franzosen in einem Gespräch folgen können muss, stellt es sich oft als schwieriger heraus als man gedacht hat. Weiterer Vorteil einer etwas früherer Anreise ist, dass man Zeit hat sich im Zimmer einzurichten (Haushalt etc.) und möglicherweise kann man auch einen Sprachkurs buchen, wo man dann auch schon Leute kennenlernt.

Zimmersuche
Wohnen

Da ich mir dachte, dass es in Brüssel sicher nicht so einfach ist ein Zimmer zu finden, und da ich beruhigt meinen Sommer geniessen wollte bis zur Abreise, bin ich im Juni nach den Prüfungen für 4 Tage nach Brüssel gereist und habe dort WGs angeschaut. Falls man lieber alleine wohnen möchte gibt es auch eine grosse Auswahl an Studios in der Stadt. Dabei habe ich auf Anzeigen im Internet geschaut (brukot.be ; couchsurfing), aber vor allem auch auf Anzeigen, die mir die Koordinatorin aus Brüssel per Mail zukommen lassen hat. Diese waren wirklich sehr nützlich und auch bereits erfahrene Vermieter, die meistens mehrere Erasmusstudenten bei sich aufnehmen. Es gibt einige Vermieter, die ein ganzes Haus mit Studentenzimmern vermieten, dies kann ich nur empfehlen, da man so bereits schon Leute kennt vom Haus und so immer etwas los ist. Wenn man in eine WG nur mit belgischen Studenten zieht muss man sich klar sein, dass diese manchmal vermutlich alle zu sich nach Hause reisen am Wochenende, da sehr wenige aus Brüssel selbst kommen. Wenn man genug früh, also eben c.a. Juni, mit dem Suchen beginnt, wird man keine Probleme haben etwas zu finden. Es gibt sehr gute Zimmer so ab 350 Euro, für weniger findet man selten eines, wo Lage und Qualität angemessen sind. Zimmer in den Häusern auf dem Unicampus werden erst nach Semesterbeginn an Erasmusleute vergeben, falls noch welche frei sind, sonst gibt es da keine Möglichkeit. Falls man erst gegen August auf Zimmersuche geht, wird das eher schwierig werden. Auf der Seite brukot.be haben sie auch eine Karte aufgeschaltet mit den verschiedenen Gebiete der Stadt, so kann man sein Zimmer in der Nähe der Uni suchen und muss nicht selber filtern nach Gebiet.

Universität

Die Université Libre de Bruxelles befindet sich in Ixelles, einem guten und relativ ruhigen Quartier. Alle Unigebäude sind eigentlich auf diesem Campus. Nebenan hat es auch ein, zwei Strassen mit Bars, wo meist viele der Studenten noch auf ein Bier hingehen. Die Uni selbst organisiert im Herbst einen Eröffnungstag, wo jedes Fach einen Stand aufstellt und man sich informieren kann. Auch gibt es etxra Erasmusinfoveranstaltungen, die es sich lohnt zu besuchen. Die Koordinatoren und das International Office sind sehr hilfsbereit und man kann während den Präsenzzeiten einfach in ihrem Büro vorbeischauen, wenn man noch Fragen hat. Es gibt auch das ganze Jahr hindurch Veranstaltungen auf dem Campus, beispielsweise eine Art Musikfestival im Herbst, Weihnachtsball, belgisches Bierfestival, Volleyballturnier etc. Die Uni verfügt auch über ein Intranet, wo Texte und Material der Kurse hochgeladen wird. Falls man nicht sicher ist, was genau Unterrichtsstoff sein wird oder sonstige Fragen hat, kann man gut den Professor oder seinen Sitznachbarn fragen, sie helfen gerne weiter. Ebenfalls erhält man ein Welcome Package des Erasmusvereins der Uni (Express), wo sie einem auch informieren über ihre Aktivitäten, wo man die anderen Erasmusstudenten der Uni kennenlernen kann. Ich kann nur empfehlen in der ersten Woche an ihren Welcome Drink oder an den Pub Crawl zu gehen, so lernt man schnell andere Leute kennen.

Leben/Freizeit

Von vielen meinen Kollegen habe ich vor der Abreise mir anhören müssen Aber wieso den nach Brüssel? Dort läuft doch gar nichts, ist doch langweilig oder etwas in der Art. Dieses Vorurteil, welches die Leute haben, da man ausser wegen der EU so gar nichts über die Stadt weiss, kann ich nur vehement abstreiten. Brüssel hat so viel zu bieten, gerade für junge Leute. Fast jeden Tag gibt es irgendwo einen Event, in die verschiedensten Stilrichtungen. Ob man in einen Club will, Konzert, Theater oder an eine Kunstaustellung, da ist für jeden etwas drin. Gerade im Frühling, wenn es wärmer wird, werden auch sehr viele Events unter freiem Himmel organisiert, teils auch sehr spontan, beispielsweise Picnic im Park mit einem DJ-Zelt für die musikalische Unterhaltung. Auch ist Belgien natürlich DIE Wahl, wenn man Bierliebhaber ist! Die Bierkultur ist so vielfältig, da beginnen sogar Leute Bier zu mögen, die es vorher nicht riechen konnten. Es lohnt sich auch nebst Brüssel den Rest von Belgien etwas zu besuchen, man kommt ja ziemlich schnell überall hin mit dem Zug. Ebenso kann man Ausflüge nach Amsterdam oder London unternehmen, was ja relativ nahe liegt. Der Erasmusverein selbst organisiert viele kleinere oder grössere Ausflüge, für welche man sich jeweils in ihrem Büro einschreiben kann.