Erfahrungsberichte

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Wer

martina.zierhofer[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

12/13 WS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Ethnologie (7721)

Gesamteindruck

Mein Austauschsemester an der Uni Wien hat mir unglaublich gut gefallen. Es tat gut, mal aus dem gewohnten Uni-Umfeld hinaus zu kommen und neue Leute, ein neues Gebäude, eine neue Organisationsstruktur zu entdecken. Auch kulinarisch hat Österreich so einiges zu bieten! Ganz besonders bereichernd sind für mich die neu entstandenen Freundschaften zu anderen Erasmus-Studierenden aus ganz Europa.

Vorbereitung

Die Vorbereitung begann schon ein halbes Jahr vor der Abreise mit meiner Anmeldung. Danach folgten einige Formulare und die Online-Registrierung an der Uni Wien. Zwischendurch musste ich zweimal per Mail nachhaken, da meine Anmeldung irgendwo stecken blieb. Anscheinend sind bei der Anmeldung sehr viele verschiedene Stellen involviert (Das Fach der Heimuniversität, das Erasmusbüro der Heimuniversität, das Erasmusbüro der Gastuni und ebenfalls das Fach der Gastuni). Da kann es gut mal vorkommen, dass ein Formular vom Schreibtisch runterfällt und verschwindet. Es lohnt sich also, sich die Fristen einzutragen und nachzufragen, wenn man bis zu einer bestimmten Zeit nichts hört. 

Die Wohnungssuche bin ich zusammen mit einer Freundin, die auch ein Semester in Wien verbringen wollte, schon ein paar Monate vor der Abreise angegangen, da wir uns nur für ein Studentenheim anmelden wollten, falls wir sonst nichts finden würden.

Das Learning Agreement konnte ich erst relativ spät ausfüllen und unterzeichnen, da das Vorlesungsverzeichnis der Uni Wien erst spät online war. 

Mein Zimmer in der WG in Zürich konnte ich für die Zeit im Ausland untervermieten und bei meinem Nebenjob eine Pause einlegen, also lief alles wie am Schnürli.

Kurz vor der Abreise kam das Packen und Fahrrad- verschicken mit der SBB (ich empfehle eine Schadensversicherung, da unsere Fahrräder ganz kaputt ankamen).

Ankunft

Wir kamen mit dem Zug und viel Gepäck an. Mit der U-Bahn und dem öffentlichen Verkehr (die Öffis) kommt man in Wien zum Glück schnell überall hin.

Eine Verwandte von mir vermietete uns ihre Wohnung im dritten Bezirk für ein paar Monate, welch ein Glück!

Am nächsten Tag machten wir uns auf die Suche nach WLAN für die Wohnung und einer Ö-Nummer für das Handy. Wir entschieden uns für einen Internet-USB-Stick des Anbieters Bob und eine Sim-karte ebenfalls von Bob. Das ist alles viel günstiger als in der Schweiz.

Von ganz entscheidender Bedeutung erwies sich der Meldezettel, mit dem man sich im Bezirksamt möglichst bald anmelden soll. Auf dem Meldezettel braucht man die Unterschrift der Vermieterin/des Vermieters. Ohne diese Anmeldung ist man in Wien nur ein halber Mensch. Erst damit kann man nämlich ein Semester-U-Bahnticket kaufen, ein Konto eröffnen oder in der Unibibliothek einen Garderobeschlüssel beziehen.  

Zimmersuche
Wohnen

Zusammen mit einer Freundin, die ebenfalls aus der Schweiz kommt und auch ein Semester in Wien verbrachte, suchte ich zuerst im Internet nach einer Unterkunft. Wir schalteten auf verschiedenen Plattformen ein Inserat auf und erhielten darauf sogar Angebote zugeschickt! Unvorstellbar für Zürich.

Am Schluss entschieden wir uns für das Angebot einer Verwandten von mir, die uns zu einem Freundschaftspreis ihre Wohnung für die paar Monate vermietete. 

Universität

Mit meinen Dozenten/Dozentinnen und meinen Lehrveranstaltungen war ich sehr zufrieden. Auch wenn nicht immer alles so nach Plan abläuft wie in der Schweiz, machen die meisten Studierenden auf mich einen recht glücklichen Eindruck und beteiligen sich tendenziell mehr mündlich.

Das Hauptgebäude der Uni Wien ist sehr schön und der Innenhof bietet die Möglichkeit, auf einem bequemen Liegestuhl die herbstlichen Sonnenstrahlen zu geniessen. Etwas enttäuscht war ich schon, als ich erfuhr, dass sich das Institut für KSA zwei Gebäude weiter weg befindet. Das Neue Instituts Gebäude ist leider nur von aussen modern. Klein und gemütlich ist dafür die Bibliothek.

In der ersten Woche fielen alle meine Lehrveranstaltungen aus. Das sei halt jedes Jahr so.

Dafür gab es schon sehr viele Angebote von ESN und EBN (Erasmus Student Network und E. Buddy Network). Da lernte ich unglaublich viele Leute in kurzer Zeit kennen.

Die Uni Wien hat auch ein tolles Sportangebot (USI) mit interessanten Kursen wie z.B. Fliegenfischen oder Augentraining.

Für die Vorlesungen muss man sich übrigens nicht im Internet anmelden, nur für die Seminare. Das war für mich lange Zeit ein Rätsel. Man meldet sich erst zu einem der angebotenen Prüfungstermine an.

Etwas Geduld forderte mir die Administrative Zusammenarbeit mit meinem KSA Erasmus-Coordinator ab. Ich war etwas enttäuscht, dass er auf meine Mails nicht antwortete. Ich ging schlussendlich einfach in sein Büro um seine Unterschrift persönlich einzufordern. Es wäre schön gewesen, hätte er sich die Mühe gemacht, mich zu begrüssen oder sich zu erkundigen, ob ich noch Fragen habe. Stattdessen verschwand mein Learning Agreement innerhalb von zwei Sekunden seinem Büro und ich sah es erst zwei Monate später wieder. 

Leben/Freizeit

ESN und EBN bieten Parties, Führungen und Exkursionen an. Da lernt man leicht Leute kennen, was vor allem am Anfang hilft, wenn die Uni noch nicht begonnen hat und man sonst noch niemanden kennt. Mit einigen Leuten, die ich dadurch getroffen habe, verstehe ich mich so gut, dass wir sogar unsere eigenen kleinen Skiferien organisiert haben.

Auch bei den Sportkursen der USI lernt man leicht neue Leute kennen. 

In Wien gibt es sehr viele gute Museen, Theater, Opern, Clubs und natürlich Kaffeehäuser, da wird es nie langweilig. Informationen zu Veranstaltungen findet man z.B. auf falter.at oder diestadtspionin.at oder goodnight.at .