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Erfahrungsberichte

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Wer

schmidsabina[at]gmail.com

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

10/11 SS

Universität

CN-
Beijing - Tsinghua University

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Das Austauschsemester an der Tsinghua University war ein sehr interessantes Erlebnis und tolle Erfahrung. Es hat mir einen tiefgründigen, äusserst spannenden Einblick in das chinesische Alltagsleben, die Kultur sowie das universitäre Arbeiten gegeben. Sowohl für das Masterstudium wie auch für meine persönliche Weiterentwicklung war es ein absolut gute Erfahrung. Es gibt so viele Aspekte, die diese Monate einem bieten. Zudem hat die Universität Zürich mit dem Austauschabkommen der Tsinghua University ein absolut interessanter und sehr renommierter Studienplatz anzubieten. Die Universität geniesst in China einen exzellenten Ruf. Ich kann das Austauschstudium jedem Wirtschaftsmasterstudent nur weiterempfehlen.

Vorbereitung

Für die Vorbereitung des Austauschsemester habe ich mich an die Wegleitungen und Checklisten der Tsinghua University gehalten. Wenn alle Unterlagen sorgfältig studiert und befolgt werden, kann eigentlich gar nicht mehr viel falsch laufen. Die Dokumente sind  ausführlich beschrieben und erleichtern einem die Vorbereitungen sehr. Zusätzlich lohnt es sich, mit einer Studentin oder einem Studenten Kontakt aufzunehmen, der bereits am Programm teilgenommen hat. Der eine oder andere Tipp kann immer recht nützlich sein.

Da ich kein Chinesisch konnte, habe ich vor dem Austauschsemester einen Kurs am Sprachenzentrum besucht. Im Nachhinein kann ich jedem empfehlen, schon zu Hause Chinesisch zu lernen. Dadurch findet es sich in China leichter zurecht und macht auch mehr Spass, wenn man sich mit den Einheimischen unterhalten kann.  

Betreffend dem Visum habe ich mich an die Empfehlungen der Tsinghua Universität gehalten und ein F-Visum beantragt. Dafür musste ich die entsprechenden Unterlangen ausfüllen und zusammen mit Foto persönlich beim chinesischen Konsultat in Zürich vorbeibringen. 

Ankunft

Ich habe mich für die Anreise am Donnerstag vor Semesterbeginn entschieden, da am Freitag ein freiwilliger Informationstag stattfand, den ich besuchen wollte.

Am Flughafen habe ich leider den Fehler gemacht, dass ich dem Taxifahrer gesagt habe, dass ich nicht mehr als 120 RMB für die Fahrt zur Universität bezahle (120  RMB ist gemäss Tsinghua Uni der ungefähre Preis für die Taxifahrt). Darauf hat dieser den Taximeter ausgeschaltet und am Ende der Fahrt genau diese 120 RMB's verlangt. Normallerweise kostet die Strecke zwischen 80 und 105 RMB. 

Nach der Ankunft auf dem Campus habe ich mich im Building 19 beim Studentenheim Office angemeldet, um ein Einzelzimmer zu beziehen. Achtung: Es muss gleich bei der Registrierung für das ganze Semester bezahlt werden. Also genügend Bargeld mitbringen oder mit Kreditkarte bezahlen. Nach dem Zimmerbezug habe ich mich im Foreign International Office angemeldet und die Einschreibegebühren bezahlt. 

Zimmersuche
Wohnen

Grundsätzlich kann zwischen einer Unterkunft im Studentenheim und der Wohnungsmiete Off-Campus entschieden werden, wobei im Studentenheim Einzelzimmer, Doppelzimmer und AB-Zimmer angeboten werden. Ein Aufenthalt im Studentheim bringt mehrere Vorzüge mit sich. Zum einen muss man sich nicht im Vorfeld auf Wohnungssuche begehen und kann zudem gleich am Ankunftstag ins Zimmer ziehen. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt ist,  dass in den Dorms sehr einfach und bequem Kontakte zu anderen Studenten gefunden werden kann. Ein weiterer Aspekt der für das Leben auf dem Campus spricht, ist das Essensangebot in den Kantinen, dass sehr billig, aber auch vielfältig ist. Die zahlreichen Kantinen, Restaurants, Kaffee's etc. sorgen für eine abwechlsungreiche Mahlzeit. Die Räume werden regelmässig geputzt sowie die Bettwäsche gewechselt.

Es gibt auch gute Aspekte, die für ein Leben On-Campus sprechen. Zum einen herrschen im Studentenheim sehr strikte Regeln, z.B. das Besuchsrecht. Besucher müssen sich immer einschreiben und haben die Besuchszeiten einzuhalten. Zum anderen sind die Räume für schweizerische Verhältnisse  eher in einem schlechten Zustand, vor allem was die Hellhörigkeit anbelangt. Das war manchmal sehr beschwerlich, weil auf dem Gang viele Studenten vorübergehen. Des weiteren sind die Unterkünfte in den Dorms nicht gerade billig. Für 80 RMB pro Tag kann in der Umgebung auch eine Wohnung gefunden werden, die mehr Komfort und Platz bietet. Ach und fast hätte ich es vergessen: Im Studentenheim gibt es nur zu gewissen Zeiten warmes Wasser, was vor allem am Anfang gewöhnungsbedürftig ist.

Universität

Die Merkblätter und Anleitungen für die Vorbereitung und Einschreibung an der Universität sind alle ausführlich beschrieben, so dass eigentlich nicht viel falsch gemacht werden kann. Die Tsinghua University benutzt ein Punktevergabesystem, um sich für Vorlesungen zu registrieren.Generell hat jede/r Student/in 1000 Punkte für die Einschreibung zur Verfügung, die er dann je nach Interesse den verschiedenen Vorlesungen vergeben kann. Die Plätze für die Vorlesungen waren auf 50 beschränkt und so bekamen die Studenten den Platz, die am meisten Punkte vergeben haben. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass sich in Einzelfällen auch Ausnahmen machen lässt . Es lohnt sich also in einem persönlichen Gespräch mit den Verantwortlichen die einzelne Situation darzustellen und zu erklären, um eventuell einen zusätzlichen Kurs besuchen zu können.

Ich hatte mich für den Besuch von sechs Vorlesungen entschieden.

Doing Business in China: 1 Credit Punkt: Dauert nur 4 Wochen und ist für einen Einblick in die chineische Wirtschaft sehr zu empfehlen. Professor Cheung kann mehrjährige Erfahrung als Entrepreneur vorweisen und auf einen grossen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Die Vorlesung war sehr interaktiv gestalltet und Mitdenken war gefragt. Wir mussten viele Cases lesen, bearbeiten und präsentieren.

Entrepreneurial Management: 2 Credit Punkte. Diese Vorlesung fand beim selben Professor statt wie Doing Business in China und war von der Leistungserbringen her ungefähr gleich aufgebaut. Bei beiden Vorlesungen organisiserte der Professors mehrmals ein Dinner an dem er eine gewisse Anzahl von Studenten zum Nachtessen einlud. 

Corporate Governance: 2 Credit Punkte: Der Unterricht lässt sich ungefähr mit den Vorlesungen der Universiät Zürich vergleichen. Die Vorlesung bestand zu einem grossen Teil aus Theorie-Vermittlung und am Schluss gab es eine dreistündige Prüfung. Es musste auf jede Stunde einen Case gelesen und bearbeitet werden. Die Vorlesung fand jeweils am Dienstagabend von halb sechs Uhr bis zehn Uhr statt, was dem Unterricht noch einen anderen „Touch“ verlieh.

Advertising Management: 2 Credit Punkte: Der Leistungsnachweis bestand darin Group sowie Individual Assignments abzugeben sowie eines Advertising Plan für das Unternehmen Tsinghua Solar auszuarbeiten und vor dem CEO zu präsentieren.

Supply Chain Management: 2 Credit Punkte: Diese Vorlesung war die einzige, die in der zweiten Hälfte des Semesters stattfand. Alle oben genannten Vorlesungen waren nach der 8 Woche beendet. Auch hier mussten Cases bearbeitet werden, sowie am Schluss eine einstündige Prüfung geschrieben werden. 

Chinesisch: 1 Credit Punkt: Die Vorlesung lässt sich an der Universität Zürich leider nicht anrechnent, trotzdem lohnt es sich den Kurs zu besuchen. Wir hatten eine sehr motivierte und aufgestellte Lehrerin, die uns das Vocabular für einfache alltägliche Sitautionen vermittelt hat, wie z.B. Taxi nehmen, Einkaufen, Restaurantbesuch.


Leben/Freizeit

Das Angebot an Freizeitbeschäftigung ist in China sehr gross, umso mehr besteht die Herausforderung darin, den Überblick zu bekommen. Da ich eine begeistere Bikerin bin, habe ich mehrmals an Bike-Events teilgenommen, die von Leuten aus Beijing organisiert wurden. Zudem bin ich per Zufall auf Bike-Freunde gestossen, die wöchtenlich im Westen von Beijing am Xianshang Single-Trails gefahren sind. Das hat mir sehr viel Spass gemacht, da es mir auch ermöglicht hat, regelmässig dem Grossstadtreiben zu entfliehen und innerhalb von kurzer Zeit und einem minimalen Aufwand in den Bergen Ruhe und Abwechslung zu finden. 

Es gibt auch ein gutes Sportangebot auf dem Campus wie Fussball, Basketball oder Tennis Spielen. Das ist bei den Chinesen sehr popular und es finden sich immer Gleichgessinte, die auf den Sportplätzen sind. Die Tsinghua Universiät bietet auch ein Swimmbad sowie ein Fitnesscenter an. Allerdings ist das Fitnesscenter nicht zu empfehlen, weshalb ich mir für umgerechnet 15 CHF im Monat in der nähe der Wudaokou Station ein Fitnessabo gekauft habe. Dieses Fitnesscenter lässt sich mit den schweizerischen Vergleichen und hat auch ein interessantes Angebot an Pilates, Yoga und Spinning Kursen. 

Um Chinesisch zu lernen empfehle ich die Privatschule Global Village nähe der Wudaokou Station. Die bieten zu einem recht billigen Konditionen Gruppenunterricht an. Zudem gibt es auch zahlreiche Privatvermittler von Chinesischlehrern. Ich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht und kann bei Bedarf auch einige chinesische Lehrer/innen empfehlen.