Bilder zum Bericht

Chinesische Mauer

Grosser Steinbuddha in Datong

Hanging Monastery in Datong

Gepck fr Tibet

Mount Everest

Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

10/11 SS

Universität

CN-
Beijing - Tsinghua University

Studienfach

Informatik (3030)

Gesamteindruck

Das Austauschsemester in China an der renommierten Tsinghua Universität war für mich persönlich ein voller Erfolg. Ich habe interessante Fächer belegen können, die Möglichkeit gehabt viele Internationale Studenten zu treffen und viel über die chinesische Kultur lernen können.

Beijing ist eine der grössten Millionenmetropole der Welt. Dies merkt man auch durch die täglichen Staus, die riesen Menschenmengen zu jeder Zeit und den dadurch entstehenden Umweltproblemen. Das Wetter ist äusserst trocken und dadurch kommt es leicht zu kleineren Stromschlägen bei Berührungen mit Metall.

Auch kulturell gibt es sehr viel zu entdecken: Der Platz des Himmlischen Friedens, Die Verbotene Stadt, das alte Stadtzentrum, das neue Stadtzentrum, etc. Es kann generell als ein Mix zwischen alt, jung, modern, chinesisch und westlich beschrieben werden. Egal welche Art von Essen man sucht, egal welche Art von Kleidung man sucht, egal welche Art von Unterhaltung und Kulturellem man sucht, man wird immer fündig und nur selten enttäuscht.

Mit der richtigen Vorbereitung und einer Offenheit gegenüber einer völlig anderesartigen Kultur kann das Austauschsemester an der Tsinghua Universität zur erinnerungsreichsten und intensivsten Zeit als Student werden.

Vorbereitung

Ich habe vor meiner Ankunft auf www.ctrip.com ein Hotelzimmer gebucht. Damit alles bei der Ankunft glatt läuft, empfehle ich auf Folgende Dinge zu achten bzw. im Voraus zu machen:

  • Hotel einer chinesischen Hotelkette auswählen (z.B. Starway oder Orange) um böse Überraschungen zu vermeiden. Diese sind meist sauber, gepflegt, gut gelegen und günstig
  • Man sollte alle relevanten Adressen auf chinesisch ausdrucken, da kaum irgend ein Taxifahrer englisch spricht. Eine grosse Karteauf chinesisch mit denmarkierten Orten kann auch sehr hilfreich sein
  • Da nur sehr wenige Menschen englisch sprechen, sollte man eventuell im Vorraus am Sprachzentrum einen Chinesischkurs besuchen
  • Wenn man viel Zeit hat ein Hotel nahe der Innenstadt auswählen um schnell und günstig an die Touristenattraktionen zu kommen. Der Unicampus liegt sehr weit von der Innenstadt entfernt (ca. 1 Stunde mit Metro oder 30 Minuten mit Taxi ohne Stau)
  • Wenn mankaum Zeit hat ein Hotel nahe der Uni auswählen, da es öfters in Beijing zu kilometerlangen Staus kommt und man unter Umständen mehrere Stunden braucht um von der Innenstadt zum Campus zu gelangen (insbesondere auch in der Nähe des Unicampus)
  • Wenn man ein Zimmer im Campus möchte sollte man gleich am ersten Tag der Einschreibung so früh wie möglich hingehen, da die Zimmer relativ schnell vergeben werden
  • Genügend chinesisches Geld einwechseln. Im Hotel muss in der Regel alles beim einchecken schon bezahlt werden. Je nachdem wie lange man bleibt kann das schnell 2, 3 tausend RMB sein (ca. 300 - 400 CHF). Am Bankomat in China lässt sich pro Tag höchstens 3000 RMB beziehen
  • Eine Kopie der Krankenversicherung anfertigen, wird eventuell auch bei der Registrierung gebraucht

Ankunft

Man sollte am besten bei der Ankunft ein Taxi zum Hotel nehmen. Achtung: Es gibt viele Black Taxis, die daran interessiert sind, Ausländern möglichst viel Geld abzuknöpfen -> Auf keinen Fall auf so etwas einlassen, immer die regulären Taxis nehmen!

Eine Taxifahrt vom Airport zum Campus sollte ca. 100 RMB kosten (ca. 14 CHF). In die Innenstadt kostet es ca. 150 RMB (ca. 20 CHF).

Die Wohnungssuche sollte man relativ bald beginnen, da es zwar viele WG Zimmer im Angebot gibt, manche davon jedoch in einem ziemlich schlechten Zustand sind (lässt isch auf den Fotos meist überhaupt nicht erkennen!). Für eine Wohnung sollte man genügend Bargeld zur Verfügung haben, denn es werden in der Regel 3 Monatsmieten Kaution in Bar verlangt.

In China wird generell viel mit Bargeld hantiert. Damit man nicht das Ganze Bargeld irgendwo verstecken muss, lohnt es sich ein chinesisches Konto zu eröffnen. Achtung: An ATMs können pro Tag höchtens 3000 RMB pro Karte bezogen werden!

Zimmersuche
Wohnen

Die Zimmersuche war überhaupt nicht schwer, da in der Umgebung der Uni, Wudaokou Area, sehr viele Wohnblocks vorhanden sin. Auf http://www.thebeijinger.com/classifieds/housing/Apartments-for-Rent sind sehr viele WG Zimmers oder auch Einzelwohnungen ausgeschrieben. Vorsicht: Manche Wohnungen sind von Immobiliengesellschaften ausgeschrieben, diese verlangen in der Regel 1 Monatsmiete Provision. Die Kaution beträgt in der Regel 3 Monatsmieten.

Bevor man das Geld übergibt, sollte man mit dem Vermieter zur Polizeistation gehen und sich eintragen lassen. Diese Einschreibebestätigung braucht man bei der Einschreibung an der Uni.

Man kann natürlich auch auf dem Campus wohnen, jedoch hat dies einige Nachteile sowie aber auch Vorteile.

Nachteile: 

  • Kein durchgehen heisses Wasser (soweit ich weiss nur morgens und abends)
  • Kein Besuch nach 23 Uhr gestattet
  • Relativ teuer und klein im vergleich zu einem WG Zimmer
  • Keine Küche vorhanden
  • Man muss ein halbes Jahr im Voraus bezahlen (Rest wird bei Auszug zurückerstattet)

Vorteile:

  • Room service, der Zimmer und WC sauber macht (Auch Bettwäsche wird gereinigt)
  • Möbel und Bettwäsche schon vorhanden (es gibt aber auch viele möbilierte WG Zimmer)
  • Im Campus lässt es sich super billig essen (Mittagessen ca. 50 Rappen bis max. 2 CHF im Normalfall)
  • Man muss sich nicht um das Aufladen von Strom, Wasser und Gas kümmern

Universität

Die Tsinghua Universität ist zusammen mit der Beida Universität die Kaderschmiede in China schlechthin. Dies merkt man auch durch das internationalle Programm im MBA und der doch sehr grossen Internationalität bei den Full-Time MBA Studenten und Austauschstudenten. Viele weltweit renommierte Universitäten wie das MIT, IE Business School, Duke, etc. haben ein Austauschprogramm mit der Tsinghua Universität. Die School of Economics and Management war die erste Institution in der Volksrepublik China, welches die beide prestigeträchtigen Akkreditierungen AACSB und EQUIS erhalten hat.

Der Campus der Tsinghua Universität ist riesig und bietet eine ebenso riesige Auswahl: Alles von Restaurants über Friseursalons zu grossen Sportanlagen. Ein Leben ohne je einen Schritt ausserhalb des Campus zu tätigen ist ohne Probleme möglich.

Zur Einführung wurde ein „Welcome Day“ veranstaltet, an dem die Internationalen Austauschstudenten in Gruppen eingeteilt wurden und mit den Gruppenleiter der Campus besichtigt wurde, ein Fahrrad gekauft wurde und eine SIM Karte organisiert. Es wurde auch gezeigt, wo man am besten ein Konto eröffnen kann um teure Wechselgebühren zu sparen. Am Ende des Austauschs gab es ein Abschiedsdinner in einem sehr schönen Restaurant.

Der Unterrichtsstil fällt sehr amerikanisch und MBA typisch aus: Viele Case Studies bearbeiten, Hausaufgaben vorbereiten, Aktive Pratizipation im Unterricht (wird alles bewertet und fliesst meist mit einer sehr starken Gewichtung in die Endnote mir ein). Zum Abschluss wird entweder entweder eine Klausur durchgeführt oder ein Paper erwartet.

Leben/Freizeit

Am Campus wird ein breites Freizeitangebot bereitgestellt. Ähnlich zu Zürichwerden auch alle möglichen Sportanlagen angeboten. Ein Schwimmbad ist auch auf dem Campus vorhanden.

Für viele Museen, Touristenattraktionen, etc. gibt es Studentenvergünstigungen beim Vorweis eines gültigen Stundenausweises. Man sollte darauf achten nicht zu den Stosszeiten diese zu besuchen, da es sehr leicht zu Staus kommen kann und man sich dann unterUmständen mehrere Stunden im Verkehr befindet. Generell sind folgende Zeiten zu vermeiden um Taxi, Bus oder Auto zu fahren:

  • Unter der Woche: 7:00 - 10:00 und 17:00 - 20:00
  • Am Wochende: 08:00 - 21:00
Wer zu diesen Stosszeiten ein Taxi nimmt, läuft grosse Gefahr auf einen grösseren Stau zu stossen, vorallem auch in der Nähe vom Campus.

Das Uniprogramm ist sehr intesiv, ist aber meist nach ca. 12 Wochen vorbei. Dannach lohnt es sich viel zu reisen, da China ein riesiges Land mit vielen verschiedenen Facetten ist. Ich persönlich habe einen 10 tägigen Trip nach Tibet gemacht. Tibet ist ein Spezialfall, da man ein extra Visum als Ausländer braucht. Daher sollte man schon ca. einen Monat bevor man gehen will mit der Planung anfangen. Es ist einem nicht erlaubt ohne Reiseführer und Fahrer in Tiber herumzureisen, daher sollte man sich mit anderen zusammentun um Kosten zu sparen. Für alle anderen Reisen lohnt es sich auf www.elong.net oder www.ctrip.com billige Flüge im Voraus zu bestellen. Dazu ist eine chinesisch Konto mit Onlinebanking vorteilhaft. Bei der Buchung sollte man eventuell einen chinesischen Kommilitonen zu Rate ziehen.

Das Nachtleben findet in Beijing hauptsächlich an 2 Orten statt: Chaoyang Area und Sanlitun Area. Dort gibt es viele Bars, Pubs und Clubs in denen sich auch sehr viele Ausländer herumtummeln. Die Preise sind für Züricher Verhältnisse sehr günstig. Nähe des Campus gibt es auch einige kleinere Clubs und Bars, die auch ihre eigenen Vorzüge besitzen. Dort besteht das Publikum hauptsächlich aus Studenten (auch sehr viele Austauschstudenten.

Das generelle Preisniveau ist für Züricher Verhältnisse sehr tief, was einen aber dazu verleitet am Ende des Monats doch mehr auszugeben als in Zürich, da man weniger darauf achtet sparsam zu leben, weil sowieso alles so günstig ist.

Als Ausländer sollte man darauf achten sich nicht über den Tisch ziehen zu lassen und beim Kauf von Sachen immer einen chinesischen Kommilitonen dabei zu haben.