Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

10/11 WS

Universität

AU-
Sydney - The University of New South Wales

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Australien ist ein extrem vielfältiges Land und Sydney ein toller Ort, um ein halbes Jahr zu verbringen. Ich  habe meine Zeit hier extrem genossen und ich kann ein Austauschsemester nur weiterempfehlen. In Sydney wird es nie langweilig und man kann viele schöne Ausflüge unternehmen. Die Australier sind sehr freundlich und hilfsbereit. Die UNSW ist eine gute Uni und es ist interessant, mal einen anderen Lehr-Stil zu erleben.  

Vorbereitung

Die Bewerbung fürs Visum erfolgte online und die Zusage kam bereits eine Stunde später. Es hat auch „nur“ 550 Dollar gekostet. Der Bewerbungsprozess ist abhängig von der Staatsangehörigkeit und kann auch zwei-drei Wochen dauern. Für den Flug empfehle ich Emirates Airlines.

Verschafft euch für die Anreise einen Überblick über den Wohnungsmarkt, gute Homepages und die Lage der Uni. Man sollte so 1-2 Wochen vor der Orientation Week in Sydney sein, wenn möglich. Dann hat man weniger Stress mit der Wohnungssuche. 

Ankunft

Natel

Vor der Abreise kontrollieren, ob ein Sim Lock beim Natel besteht, wenn man das eigene mitnehmen möchte. Sim Karten in Australien sind spottbillig (ca. 2 Dollar). Das telefonieren ist etwa gleich teuer wie bei uns. Am besten kauft man Prepaid-Karten. Es gibt verschiedene Anbieter. Die meisten Studenten nutzen Vodafone. Wenn man mit dem Handy nach Hause telefonieren will, sollte man eine Telefonkarte kaufen, das ist billiger. Oder Skype nutzen. Wenn man nach Hause telefonieren will, muss man zuerst 0011 41 und dann die Vorwahl (ohne 0) eingeben. Die Telefonnummern funktionieren ansonsten mit +61 und nicht mit 0061. Keine Ahnung, wieso. Legt euch als erstes ein Natel zu für die Wohnungssuche.

Laptop

Man braucht einen dreipoligen Adapter (flache Stifte). Die UNSW hat einen IT Service und gratis Wireless (genannt: uniwide). Der McDonalds in Coogee Beach hat ebenfalls gratis Wireless. Es gibt viele Internet Cafés in Sydney. Die meisten Hostels bieten Wireless an (man kann sich mit dem eigenen Laptop ins Netz einwählen). 

Bankkonto

Ein Konto zu eröffnen ist sehr einfach. Man benötigt lediglich einen Pass. Auf dem Campus gibt es drei Banken. Ich war bei Commonwealth Bank und sehr zufrieden. Die ist weit verbreitet, so findet man immer einen Bankomat. Man kann auch die normalen Schweizer Bankkarten mit dem Maestro Logo zum Bezahlen verwenden. Traveller Cheques sind überflüssig. Geldautomaten heissen ATM (Automatic Teller Machine). 

Zimmersuche
Wohnen

Wer totale Sicherheit möchte, wird etwas über die Uni buchen. Wer mit etwas Risiko leben kann und den Aufwand auf sich nehmen will, wird sich privat was suchen. Am besten für die ersten paar Tage in ein Hostel einchecken und dann die Wohnungssuche starten. Ich habe am zweiten Tag in einer WG ein Zimmer gefunden. Andere haben zwei Wochen gebraucht. Man kann ein Zimmer suchen oder auch eine Wohnung und diese dann mit anderen teilen. Bei einigen Vermietern ist Elektrizität, Internet etc. bereits inbegriffen, bei anderen nicht. Wer sucht, der findet sicher etwas. Man darf nicht zu hohe Erwartungen haben. Die Mieten berechnen sich in der Regel wöchentlich. Ein Einzelzimmer unter 200 Dollar pro Woche zu finden, ist sehr selten. Mietet nichts, was ihr nicht vorher gesehen habt. Der Wohnungsmarkt ist sehr dynamisch. Man ruft an und geht am gleichen Tag oder einen Tag später vorbei und zieht schon kurz darauf ein. Schreibt keine Mails, nutzt das Telefon. Die UNSW hat einen Accommodation Service. Die haben viele Inserate für freie Zimmer und eine gute Karte von Sydney. Sie sagen einem, welche Wohnorte geeignet sind (u.a. Coogee, Bondi, Randwick, Kensington, Kingsford, Bronte, Maroubra, CBD, Surry Hills). Nützliche Homepages sind: http://sydney.gumtree.com.au, www.studentflatmates.com.au, www.share-house.com.au, www.domain.com.au, www.flatmates.com.au,    www.bondiaccommodation.com etc.

Universität

Nach eurer Registration an der Uni werdet ihr wissen, ob ihr in alle ausgewählten Kurse eingeschrieben seid. Falls nicht, erledigt das möglichst bald (auch Umschreibungen), da manche Kurse schnell ausgebucht sind. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Die Australier sind sehr hilfsbereit und haben für jedes Problem einen Service an der Uni. Wenn man z.B. im Master studiert, kann man in der Bibliothek gratis einen Research Consultant buchen. Diese Person hilft einem dann, Material für ein Essay zu finden. Die Bibliotheken werden übrigens auch zum Telefonieren, Essen und Schlafen genutzt und sind meistens überfüllt. Man hat weniger Vorlesungen als in Zürich. Sie dauern meistens drei Stunden. Alle meine Klassen waren zudem sehr klein (max. 30 Leute). Anwesenheit ist Pflicht und meistens wird die mündliche Beteiligung benotet. Allerdings macht es schon viel aus, wenn lediglich anwesend ist. Wenn man sich dann noch ab und zu meldet, ist alles ok. Lasst euch nicht einschüchtern am Start. Es wird schon, auch wenn man sich vielleicht anfangs etwas überfordert fühlt. Das Assessment hier setzt sich aus verschiedenen Dingen zusammen, wie z.B. Klassenteilnahme, Präsentation und ein grosser Essay. Dafür gibt es weniger Final Exams. 

Leben/Freizeit

Sydney ist ziemlich teuer. Man kann jedoch vergleichsweise günstig essen gehen. Ansonsten bietet die Stadt alles, was das Herz begehrt. Sei es ein Besuch im Opera House, Surfen, unzählige Festivals, Feuerwerk in Darling Harbour, Rugby Spiele, Pferderennen, Bars und Restaurants, Kinos etc. Übrigens, das Ritz Cinema in Randwick (10 min. zu Fuss von Uni) bietet cheap Tuesdays und in Bondi Junction (Cinema im Westfield Shopping Center) offeriert cheap Mondays. Zum Shoppen ist Bondi Junction der beste Platz. Paddy’s Market in CBD ist gut für günstige (tiefe Qualität) Ware und Souvenirs. Nicht verpassen sollte man Pancakes on the Rocks und einen Abstecher ins Schokoladenreich von Max Brenner.

Wer gerne Sport treibt, der stösst auf ein breites Angebot (auch an der Uni), das nicht gerade billig ist. Am besten schreibt man sich für Sydney Deals auf Jump on It, Scoopon oder LivingSocial ein. Man erhält danach täglich ein E-Mail mit einem vergünstigten Angebot für alles Mögliche, nicht nur für Sport. Ich habe so für eine einmonatige Mitgliedschaft in einem tollen Fitness Center erworben. 

Das Wetter in Sydney ist sehr launisch und in der ersten Jahreshälfte kann es sehr regnerisch sein. Im Winter wird es recht kalt weil die meisten Häuser weder Isolation noch Heizung haben. Ein paar warme Kleider und Bettflaschen wirken Wunder. 

Online Stadtplan: www.whereis.com.au

Bus/Zug

Wenn ihr irgendwo ein Zimmer sucht, schaut, dass ihr guten Bus- oder Zuganschluss habt. Die Busse sind eher unpünktlich und man weiss nie genau, wie lange die Fahrt dauert. Das kommt auf den Verkehr an. Busfahrkarten kauft man in Shops, Kiosks oder Postämtern. In einigen Bussen kann man auch ein Billet lösen, in den meisten muss man jedoch vorher schon eins haben. Als Exchange Student kriegt man 50% Rabatt auf den öffentlichen Verkehr (ist aber immer noch genug teuer). Es gibt Expressbusse, die durch ein “X” vor der Busnummer erkennbar sind. Jedes Mal, wenn man den Bus wechselt, muss man wieder ein Billet lösen bzw. stempeln, zahlt also aufs Neue. Busse halten auf Verlangen, das heisst im Zweifelsfall besser winken. Haltestellen sind durch ein gelb-schwarzes Schild mit der Bussilhouette gekennzeichnet. Achtung, die Bushaltestellen sind nicht zwingend gegenüberliegend. Manchmal muss man zwei Strassen weiter gehen, um die Bushaltestelle für den Bus nach Hause zu finden. Super hilfreich ist der Routenplaner www.131500.com. Hier gibt es einen online Fahrplan, wo man alle Bus- und Zug-Verbindungen checken kann.

Fahrräder

Ich wollte mir hier ein Fahrrad zulegen aber nachdem ich den Verkehr gesehen habe bin ich schnell von der Idee abgekommen. Es besteht im Übrigen Helmpflicht.

Inlandflüge

Günstig sind vor allem die Flüge von Jetstar und Virgin Blue. Tiger Airways soll zwar billig, aber nicht empfehlenswert sein. Es lohnt sich, ein bisschen zu reisen. Fiji und Neuseeland sind auch nicht weit und je früher der Flug gebucht wird, desto günstiger.