Erfahrungsberichte

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Wer

dtadres[at]yahoo.de

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

10/11 WS + SS

Universität

CN-
Hong Kong - Chinese University of Hong Kong

Studienfach

Biologie (8540)

Gesamteindruck

Wenn ich nochmals entscheiden muesste ob ich nach Hong Kong gehen wuerde, waere die Antwort ein eingeschraenktes 'Ja'

Um Mandarin zu lernen ist zwar die Uni hervorragend, auf der Strasse reden die meisten Menschen aber Kantonesisch. Wer also Mandarin lernen will, kann sich ueberlegen ob nicht Taipei, Shanghai oder Beijing die bessere Wahl waere. Hong Kong ist dafuer relativ wenig anpassungsbeduerftig, da Englisch ebenfalls eine Landessprache ist (was aber nicht heisst dass jeder sie spricht oder versteht). Diese Sprachbarriere sorgt leider auch dafuer dass viele Austauschstudenten unter sich bleiben.

Ansonsten bin ich mit der Wahl von Hong Kong und der Chinese University sehr gluecklich geworden. Hong Kong ist wirklich eine einzigartige Stadt. 

Vorbereitung

Die Vorbereitung war recht simpel. Ich musste 2 Empfehlungsschreiben von Dozenten abgeben, einen Englisch-Test machen (da ich keine Zeit hatte den TOEFL zu absolvieren, konnte ich vom Sprachenzentrum einen Express-Test machen, der billiger ist und weniger lang gueltig ist, fuer die CUHK reicht das aber) und noch einige Bewerbungsunterlagen miteinreichen. Dies ging alles sehr problemlos.

Dies geschah im Maerz, anschliessend meldete sich die CUHK erstmal fuer knapp 3 Monate nicht mehr, und dann ging alles recht schnell. So musste man einen Studentenvisum in Hong Kong beantragen, was aber ueberhaupt kein problem ist. 

Was ich noch empfehlen wuerde ist ein China-Visum in Zuerich zu beantragen. Es ist zwar teuerer, dafuer ist es moeglich ein one-year-multiple entry visum in Zuerich zu erhalten. In Hong Kong erhaehlt man soweit ich weiss alles ausser diesem (wobei China oft und kurzfristig Visabestimmungen aendern kann..), es geht also auch, aber ich war sehr froh dass ich mich nicht in mehrstuendige Schlangen stellen musste. 

Ankunft

Da ich vor meinem Austausch in Hong Kong noch 2 Monate in Suedostasien unterwegs war, hatte ich nur das noetigste dabei - meinen Laptop und Sportschuhe.

Bei der Ankunft am Flughafen wurde ich von einem Einheimischen Freund einer Freundin empfangen. Dieser fuehrte uns dann bis an die Uni. Es ist aber auch ueberhaupt kein problem selbststaendig zur Uni zu kommen, da es sowohl Busse, Metro als auch relativ guenstige Taxen gibt. 

Nach 2 offiziellen Ankunftstagen, gab es eine Einfuehrungswoche in der das Buero fur Austauschstudenten Infos fuer die Uni, Hong Kong allgemein und Reisen miteilte. Es gab auch ein gemeinsames Abendessen und eine Busrundfahrt in Hong Kong. 

Nach der Einfuehrungswoche begann der Unibetrieb. In den ersten 2 Wochen ist Add-Drop Period, bei welcher Kurse problemlos online zum Stundenplan hinzugefuegt und entfernt werden koennen. Anders als bei der Uni Zuerich, darf es keine time-clashes zwischen den Kursen geben, . Zusaetzlich darf man nur eine begrenzte Anzahl an Sprachkursen belegen und einige Kurse sind grundsaetzlich nicht fuer Austauschstudenten zugaenglich. Natuerlich sollte man auch darauf achten dass der Kurs in Englisch unterrichtet wird, nicht in kantonesisch.

Zimmersuche
Wohnen

Die Uni stellt allen Austauschstudenten ein Bett zur Verfuegung. Dies wird in der Regel mit einem lokalen Studenten geteilt. Die Zimmer sind relativ klein, vor allem fuer 2 Personen. 

Als Austauschstudent kann man prinzipiell ueberall unterkommen, da waeren: Chung Chi College (nah an der Metrostation-ein enormer Vorteil, dafuer auch die strengsten Regeln, 2-3 Personen pro Zimmer), New Asia (sieht nett aus, weit weg von der Metrostation, aber viele Busse, strenge Regeln, 2-3 Personen pro Zimmer), United College (ebenfalls weit weg, ein bisschen laxerer Umgang mit Regeln (2-3 Personen pro Zimmer), Shaw College (da war ich, sehr weit weg von der Metrostation, nur 3 Busse die Stunde, sehr laxer Umgang mit Regeln. 2 Personen pro Zimmer) und das I(nternational)- house (extrem weit weg von der Metrostation, 1 Bus die Stunde, eigentlich keine Regeln, 2-3 Personen pro Zimmer).

Selbstverstaendlich gibt es Reibstellen mit dem Mitbewohner, was sich kaum vermeiden laesst. Ich musste mir zum Beispiel nach 2 Wochen Ohropax zulegen, da mein Mitbewohner die Vorliebe hatte nachts zu arbeiten. Auch auf dem Flur war es nicht immer ruhig. 

Nach  dem ersten Semester konnte ich umziehen, da bei einem Freund der Zimmerkollege ausgezogen war. Die neue Wohnung war in Kowloon,der Stadt gegenueber von Hong Kong. Diese Wohnung war ebenfalls sehr klein, aber auch teuer (425Euro pro Monat). Es lohnt sich aber auf jeden Fall, falls man 2 Semester hier verbringt, die Zeit aufzuteilen. Die Chinese University ist wirklich extrem weit weg (ca. 1 Stunde vom Dorm bis nach Hong Kong), andererseit waere es sicher auch schade das Dormitory-Life zu verpassen. 

Universität

Der Universtiaetscampus ist zwar nicht riesig, liegt aber auf einem Huegel. Kombiniert mit der teilweise erbarmungslosen Hitze kann es schon muehsam werden von A nach B zu kommen (es gibt Busse, die Fahrplaene habe ich aber bis zum Schluss nicht 100% verstanden und manchmal sind sie einfach voll). 

Die Mandarin Kurse die ich besuchte (Level 1) waren erstklassig. Das Niveau ist anspruchsvoll, die Lehrer geben sich Muehe. Es ist fast wie in der Schule - beinahe jede Woche hatten wir einen Test der Vokabeln abfragte oder das Verstaendnis pruefte.

Biologie an der CUHK ist ganz anders strukturiert als an der UZH. So gibt es nicht nur Biologie, sondern auch Molekulare Biotechnologie, Zellulaere und Molekulare Biologie, Biochemie etc. Damit ich ueberhaupt eine Chance hatte meine Stundenplan zu fuellen, kombiniert mit der Regel, dass sich Kurse nicht ueberschneiden duerfen, musste ich aus sehr vielen verschienden Bachlelorstudiengaengen Faecher belegen. Dies ist normal, auch die lokalen Studenten nehmen gerne Module von anderen Faechern. 

Die Kurse werden so benotet dass man in der Regel problemlos besteht (ungleich zur UZH). In der Regel relativ zu anderen Studenten benotet wird (curved grading), sodass beispielsweise nur die besten 5% (aus einer Klasse von 20 ist das einer) eine A+ erhaelt. 

Die Kantinen sind oftmals sehr gewoehnungsbeduerftig. Dafuer sind die Preise unschlagbar. 

Leben/Freizeit

Das Leben ist guenstiger als in der Schweiz, vor allem weil Essen viel billiger ist. Als Student kann man quasi gratis das Bussystem und Metros in Hong Kong verwenden. Taxis sind ebenfalls sehr billig, die Rechnung ist eigentlich nie ueber 25CHF. 

Hong Kong besteht nicht nur aus Hochhaeusern. Es gibt erstaunlich schoene Straende, wunderschoene Wanderrouten, auf denen man komplett vergisst dass man in Hong Kong ist. 

Hong Kong hat einen riesigen Flughafen und Fluege sind in der Regel sehr billig. So kommt man problemlos fuer 100Euro auf die Philippinen, nach Shanghai oder Bangkok. Freizeit ist in Hong Kong eigentlich nie genug vorhanden, weil es einfach viel zu viel zu tun gibt.