Bilder zum Bericht

Sydney Harbour, Opera House und CBD Skyline von Harbour Bridge aus

UTS Residence Cup (Studentenwohnheime spielen in 10 verschiedenen Sportarten gegeneinander)

Darling Harbour by night

Dinner in der WG

O-Fest, die grsste Studenten-Party der UTS

Erfahrungsberichte

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Wer

pablo.vonsiebenthal[at]bluewin.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

10/11 SS

Universität

AU-
Sydney - University of Technology Sydney

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Die Zeit hier in Sydney war für mich der perfekte Abschluss meines Masterstudiums. Dabei sind es nicht fachliche Aspekte, die mich dieses Urteil formulieren lassen, denn dafür ist das Niveau hier deutlich zu tief, sondern vielmehr persönliche, menschliche und kulturelle Erfahrungen, die mich sicherlich längerfristig prägen werden. Dementsprechend kann ich jedem Mitstudierenden und allen künftigen Studierenden nur dringendst empfehlen, ein Austauschsemester zu machen. Obwohl Sydney meines erachtens die attraktivste Stadt aller Austauschdestinationen ist, würde ich dabei die Wahl des Landes, der Stadt oder der Universität als zweitrangig erachten, denn egal wo, ihr werded eine unvergessliche Zeit haben!

Vorbereitung

Obwohl die meisten organisatorischen Aspekte des Auslandaufenthaltes durchaus (oder sogar bevorzugterweise) kurzfristig resp. vor Ort angepackt werden sollten (zur Wahrung von Realoptionen;-)), muss im Voraus einiges an administrativem Aufwand geleistet werden.

  • Bewerbung: Die Bewerbung für ein Austauschsemester ist an der UZH im Vergleich zur HSG und auch anderen Universitäten (sowohl Europa wie auch weltweit) mit deutlich mehr Aufwand verbunden. Dies ist zumindest das Resultat der in Sydney erhobenen Umfrage unter Mitaustauschstudierenden:-). Jedoch sollten sich Studierende nicht davon abschrecken lassen, denn es lohnt sich bei Weitem. Wichtig erscheint hier vor allem der Nachweis der Englischkenntnisse (der oft auch durch eine Bestätigung eines Englischkurses im Sprachzentrum der UZH/ETH erbracht werden kann, manchmal aber auch die Absolvierung des TOEFL-Tests erfordert) sowie das Vorweisen eines Empfehlungsschreiben. Der Rest kann durch einige Besuche auf eurem Dekanat und dem Büro der Abteilung für internationale Beziehungen erledigt werden.
  • Vorlesungen an der UTS: Einer meiner grossen Fehler war es, erst hier vor Ort (und auch erst bei Beginn des Semesters) Zugang zu meinen präferierten Vorlesungen zu erfragen. Obwohl ich bereits in der Schweiz eine genaue Idee hatte, welche Vorlesungen ich gerne besuchen würde, hatte ich mir vorgestellt, dass dies dann hier vor Ort viel leichter gemacht werden könnte. Das System hier erfordert jedoch für jede Veranstaltung eine sogenannte E-Request an die jeweilige Fakultät, und die Business-Fakultät scheint besonders im Bereich der MBA-Kurse gegenüber Austauschstudierenden sehr knausrig zu sein (dass dies mit dem Umstand zu tun hat, dass Letztere die ca. 3'000 CHF pro Veranstaltung nicht zu zahlen haben, ist vielleicht nur eine böswillige Unterstellung meinerseits:-)). In meinem Fall wollte ich Management Consulting, Venture Capital & Private Equity (VCPE) und ähnliche Veranstaltungen besuchen. Obwohl jeder UZH Banking&Finance-Bachelor-Absolvent (wie ich das auch bin) ein Vielfaches an Corporate Finance-Wissen mitbringt als dies ein Finance-MBA-Absolvent an der UTS haben wird, wollte mich das Dekanat auch nach mehrfachem Erläutern des Studiumsinhaltes an der UZH und einem Empfehlungsschreiben des Dozenten des VCPE-Kurses nicht für den Kurs zulassen. Euch Studierenden würde ich empfehlen, bereits aus der Schweiz heraus vor Abreise E-Request zu stellen und die genauen Anforderungen zu erfragen.

Ankunft

Nach Kurzaufenthalten in Dubai und Singapore, die ich sehr empfehlen kann, und einem wöchigen Roadtrip von Melbourne nach Sydney (zu empfehlen ist hierbei die Route an der Küste entlang), bin ich gut zwei Wochen vor Semesterstart hier angekommen. Ich empfehle euch dringend frühzeitig anzureisen, viel weniger wegen dem ganzen administrativen Kram (z.B. Prepaid-Abo besorgen, E-Requests versenden, Krankenkassen-Karte bestellen/abholen) oder allenfalls einer Wohnungssuche, sondern viel mehr wegen all den Freund- und Bekanntschaften, die in dieser Zeit an unzähligen Parties und Ausflügen (eine respektable Anzahl davon auch von der UTS gesponsert/organisiert) geknüpft werden. Das soziale Netzwerk, welches ich damals geknüpft habe, hat über das ganze Semester Bestand gehabt. Zusammen mit den ersten zwei Monaten des Semesters bildeten die Wochen vor Semesterbeginn eine Periode unbeschwerten Geniessens des traumhaften Wetters, des pulsierenden Nachtlebens, der schönen Stadtstrände und der beeindruckenden Umgebung rund um das Hafenbecken (CBD, Botanic Garden, Darling Harbour, Circular Quay...).

Zimmersuche
Wohnen

Sydney ist eine der Backpacker-Hauptstädte der Welt, der temporäre Aufenthalt in einem Backpacker-Hostel infolge des chronischen Angebotsüberhangs demnach kein Problem. Zu empfehlen ist hierbei sicherlich das YHA Central, welches fünf Minuten vom UTS-Hauptgebäude direkt im Zentrum und gleich neben dem Hauptbahnhof gelegen ist.

Nichtsdestotrotz würde ich aber allen Studierenden eine Unterkunft im UTS-Housing empfehlen. Ich wohnte im Bulga Student Housing, welches rund 100 Studierende beherbergt. Es bietet einen Aufenthaltsraum mit Pingpong- und Billard-Tisch sowie einem Flatscreen-TV und ist von einer familiären Athmosphäre geprägt, im Gegensatz zum nahegelegen, moderneren und deutlich grösseren Gumal Student Housing. Letzteres hat mit einer BBQ-Area auf der Dachterrasse einen grossen Vorteil, aufgrund des überlappenden sozialen Netzwerks und der Nähe (2Min zu Fuss) ist dieser jedoch auch für uns Bulgarians zugänglich und war Ort so mancher ausschweifenden Party:-)! Geegal Student Housing ist deutlich kleiner und liegt etwas abseits. Allgemein stellt die Dichte an Studierenden aus aller Welt in den Student Housings DEN Grund dar, weswegen ihr unbedingt in ein Student Housing einziehen solltet. 

Weiter besteht auch ein grosses Angebot an Mietwohnungen für Studierende, dies ist jedoch mit deutlich höheren Suchkosten verbunden und führt meines Erachtens kaum zu besseren Resultaten, da UTS Housing bezüglich Lage und Fun-Factor schlicht unschlagbar ist.

Universität

Das Studiumsangebot an der UTS im Bereich BWL/Corporate Finance ist sehr breit. Bibliothek und Lernbereiche in der Business-Faculty sind sehr modern. Business-Masterstudierende geniessen das Privileg eines nur für sie zugänglichen Bereichs mit gratis Kaffee und Tee, Computern und Internetzugang, bereitliegenden Financial Times und einem schönen Ausblick auf die Skyline des CBD inkl. kleiner Terrasse.

Das Niveau in den Master-Veranstaltungen ist soweit ich dies beurteilen kann,massiv tiefer als in der Schweiz. Dies gilt gemäss Angaben von Freunden auch für die Bachelor-Kurse. Insbesondere die Masterkurse (je zahlenlastiger, desto mehr) sind durch eine überwältigende Anzahl chinesischer Kommilitonen geprägt. Dies kann z.T. auch belustigend sein, z.B. wenn in der ersten Stunde der australische Dozent die Namen der eingeschriebenen Studierenden vorliest und die (chinesischen) Studierenden fragt, wie sie denn genannt werden wollen, worauf diese mit James, Tim, Lawrence, TinTin, Jessica und ähnlich westlich geprägten Vornamen antworten:-)! Für UZH-Studierende gwöhnungsbedürftig sind die Anwesenheitspflicht (die nur teilweise durchgesetzt wird), die Midterm-Exams, das häufige Verfassen von kleineren Aufsätzen, und generell ein deutlich höherer Arbeitsaufwand.

Leben/Freizeit

Sydney und Australien im Allgemeinen bieten eine Vielfalt an Freizeitaktivitäten, die von einem Austauschstudierenden trotz hoher Reiseaktivität und einer mehrwöchigen Verlängerung des Aufenthaltes nur zu einem geringen Teil ausgeschöpft werden können. Es bietet sich an vor dem Semester und in den ersten Wochen des Semesters viele Ausflüge und Reisen zu unternehmen, z.B. Surfcamps, Blue Mountains, Roadtrips an der Ostküste oder nach Melbourne usw. Gleiches gilt auch für den Midterm-Break, in dem zwar einige Prüfungen stattfinden, ansonsten aber mit etwas Glück bis zu zwei Wochen Ferien sind.

Sydney und die UTS bieten ebenfalls eine Vielzahl an Möglichkeiten, um seine Freizeit nach Belieben zu gestalten. Sei es durch Besuche der Stadtstrände (BBQ, Surfen, Chillen, Beachvolley...), Workout im UTS-Gym, Aktivitäten in den unzähligen UTS Clubs (Scuba Diving, Photografie, Rugby, Table Tennis, Tennis, Volley etc.), Besuche der zahlreichen Museen oder der Oper...

Ansonsten ist das Leben hier in den Studentenwohnheimen auch vom lockeren Beisammensein, gemeinsamem Kochen, Movie-Abenden, WG-Parties und Ausgang in den Pubs und Clubs der Stadt geprägt.