Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

11/12 SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Publizistikwissenschaft (7251)

Gesamteindruck

Das Leben in Berlin ist wunderbar und Berlin heisst nicht ohne Grund die Stadt, die nie schläft. Hat einen das Berlinerleben einmal gepackt, möchte man die Hauptstadt Deutschlands nicht mehr verlassen. Dem Berliner Charme bin ich persönlich total erlegen. Dann gleich in Berlin noch studieren zu können und von allen Vorteilen des Studentenstatus profitieren zu können ist das Pünktchen auf dem i. Ein Erasmus-Austauschsemester in Berlin - und gerade in dieser pulsierenden Stadt - kann ich nur jedem weiterempfehlen! Ein Auslandaufenthalt bringt einen nicht nur akademisch, sondern auch persönlich weiter, die Erfahrungen bleiben einem noch lange in Erinnerung. Profitieren kann man nicht nur vom universitären Leben, sondern auch von den sozialen Kontakten, die man knüpft und von den zahlreichen kulturellen Entdeckungen, die einem Berlin bieten. 

Vorbereitung

Insgesamt habe ich sehr viel in Vorbereitungszeit investiert. Es ist wichtig, sich genug früh um ein Erasmus-Austauschsemester zu kümmern, damit alles reibungslos funktioniert und man den Aufenthalt in Berlin dann auch einfach geniessen kann. Ich habe schon alle organisatorischen Vorkehrungen von zu Hause aus getroffen, mir überlegt welche Vorlesungen ich besuchen möchte und das Learning Agreement ausgefüllt, so dass ich dieses in Berlin nur noch unterschreiben lassen musste. Wichtig ist, dass man sich genug früh (!) mit der Fach-Verantwortlichen der Uni Zürich in Verbindung setzt und bespricht, welche Kurse man sich anrechnen lassen kann und welche nicht. In Berlin selber kann man sich auch ohne Probleme bei Fragen an die persönliche Erasmus-Fachverantwortliche Frau Carola Richter wenden. Viele Fragen klären sich jedoch auch erst in der ersten Woche des Semesters in Berlin selbst. An der FU kümmert man sich ausserordentlich gut um die Erasmus-Studierenden. 

Ankunft

Bei der Ankunft hat alles reibungslos geklappt. Vom Flughafen Tegel fährt direkt ein Bus in die Innenstadt (cirka 30 - 40 min.). Das Erasmus-Büro der FU Berlin war einfach zu finden, die Anmeldung und die persönliche Immatrikulation hat gut geklappt. Die Leute waren sehr freundlich und zuvorkommend. Ausserdem versorgt einen das Erasmus-Büro mit allen nötigen Informationen, die man braucht. Die Orientierungstage, die in der Woche vor Studienbeginn durchgeführt wurden, dienten zur perfekten Orientierung am Campus der FU Berlin und man kam direkt mit neuen Leuten in Kontakt. An diesen Orientierungstagen konnte man schon viele Erasmus-Mitstudierende kennenlernen. Ich empfehle wirklich jedem, an diesen Orientierungstagen teilzunehmen und schon mind. 1 Woche vor Studienbeginn in Berlin anzureisen. Man muss sich schliesslich auch zuerst an die neue Stadt, die neuen Leute und die Uni gewöhnen. Zudem hat man dann auch genug Zeit, sich im Campus Management für die Lehrveranstaltungen anzumelden. 

Zimmersuche
Wohnen

Die Zimmersuche ist in Berlin im Vergleich zu Zürich sehr einfach. Dennoch ist es wichtig, dass man schon genug früh vor dem Aufenthalt in Berlin ein Zimmer für die gewünschte Zeitspanne sucht. Ich habe mich bereits Ende Februar/Anfangs März über die Webseite wg-gesucht.de um ein WG-Zimmer gekümmert und direkt eins in Prenzlauer Berg gefunden. Diese Gegend ist etwas teurer als andere, aber sehr empfehlenswert und trendy - ein Kaffeehaus nach dem Anderen, gemütliche Restaurants und Bars, viele Bio-Läden, Boutiquen und direkt am Mauerpark gelegen (Empfehlenswert: Kollwitzstrasse, Oderbergerstrasse, Husemannstrasse). Ansonsten kriegt man auch sehr günstige Wohnungen in Wedding oder in Kreuzberg (Wedding erachte ich persönlich jedoch als weniger empfehlenswert, da lässt es sich schon schöner in Gegenden wie Prenzlauer Berg oder Mitte wohnen). Alternativen wären auch Charlottenburg oder Schöneberg (auch sehr schön und etwas günstiger als Prenzelberg), da diese Gegenden zentraler zur FU Berlin gelegen sind. Ich musste für den Weg zur Uni mit der U Bahn cirka 50 Min. einrechnen, was ich aber gerne in Kauf genommen habe.  

Universität

Die Freie Universität Berlin befindet sich etwas ausserhalb vom Stadtzentrum,  im Südwesten von Berlin und cirka 40 Min. vom Hauptbahnhof entfernt,  in Dahlem, einem schönen Vorort. Umgeben ist das Hauptgebäude von vielen Grünflächen, Parks und Seen. Von hier aus ist man auch gleich am Wannsee. Im Sommer ist es perfekt und wunderschön, dort baden zu gehen! Die Mensa ist gross und übersichtlich, es gibt auch eine Terrasse draussen und viele gemütliche Kaffees und das Essen ist sehr günstig (im Schnitt kriegt man ein ganzes Menü für 2 Euro). Auch das Mensa-Karten-System war sehr praktisch, so musste man einmal seine Karte aufladen und konnte dann immer mit der Karte überall bezahlen. Die Dozenten und Dozentinnen waren alle ausgesprochen professionell und freundlich. Ich kann die Lehrkräfte an der Freien Universität Berlin nur loben und die Lehrveranstaltungen waren sehr spannend aufgebaut. Der Unterricht war sehr praxisbezogen gestaltet und der Bezug zur Aktualität fehlte auch nicht. Für mich war es auf jeden Fall eine Bereicherung, ein Semester an der FU studieren zu dürfen. Die FU verfügt über eine grosse Bibliothek, in der es sehr angenehm zu lernen war. Da ich jedoch nicht immer den langen Weg in Kauf nehmen wollte, habe ich oft die Bibliothek der Humboldt Universität im Zentrum (U Bahn Friedrichstr.) genutzt. Den FU Studierenden wird die Möglichkeit gegeben, praktisch alle Bibliotheken der Unis in ganz Berlin zu nutzen. Genauso auch das Sportangebot. Man muss jedoch darauf achten, dass man sich ganz schnell (also früh) für die Sportkurse online anmeldet, sonst sind die Plätze schnell weg. Als persönlichen Tipp empfehle ich allen, sich direkt nach der Ankunft in Berlin ein Fahrrad zu besorgen, mit dem man problemlos überall hinkommt – ein Fahrrad gehört einfach zum Berliner Lifestyle. 

Leben/Freizeit

Berlin schläft nie. Verschiedene Bars, Restaurants und Clubs locken 24 Stunden rund um die Uhr ans Spreeufer. Und wer das bädele zu Hause am Letten vermisst, dem sei das Badeschiff direkt in der Spree geraten - welches am Abend in einen Open Air Club umgewandelt wird. Unzählige gemütliche und trendige Bars und Restaurants in ganz Berlin (v.a. aber in Prenzelberg, Kreuzberg und Mitte) sind ständig rappelvoll und laden ein, sich kulinarisch verwöhnen zu lassen - egal ob italienisch, koreanisch, vietnamesisch, türkisch, oder typisch berlinerisch. Berlin ist eine Stadt in der das Leben tobt, man ist stets umgeben von Menschen und man muss das Grossstadt-Feeling wirklich mögen, ansonsten fühlt man sich fehl am Platz. Auch schnell gewöhnt man sich an die Berliner Schnauze - es ist ganz normal, wenn ein Busfahrer einen anschnauzt, wenn man ihn nach dem Weg fragt. An Sonntagen vertreibt man sich die Zeit in gemütlichen Brunch-Restaurants (die es hier zu Genüge gibt!) oder an diversen Flohmärkten (Mauerpark etc.). Was Berlin einem an Freizeit bietet, ist überwältigend und nicht mal sechs Monate reichen aus, die unzähligen Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Die Architektur in Berlin, die Museen und Gedenkstätten, aber auch Parks und Ruheplätze in der ganzen Stadt bieten unzählige Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Erst wenn man eine längere Zeit in Berlin gelebt hat, zeigt sich auch die Geschichte Berlins von ihrer interessantesten Seite und man versteht, weshalb beispielsweise Strassenbahnen nur im ehemaligen Teil von Ostberlin fahren.