Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Wer

melay[at]gmx.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

11/12 WS + SS

Universität

DE-BERLIN13
Berlin - Humboldt-Universität zu Berlin

Studienfach

Humanmedizin (4000)

Gesamteindruck

Erasmus ist ein Lebensgefühl, Erasmus ist ein Leben in Version 2.0

Erasmus begann bei mir als feine Idee von einem Abenteuer und wurde zu einer unglaublich dichten, farbenfrohen, spannenden, lehrreichen, intensiven Erlebnis und ein wunderbarer Teil meines Lebens.

Vorbereitung

 Hat man sich erstmal dazu entschieden, das Abenteuer zu wagen steht einiges an Papieraufwand an, man muss sich im Internet oder sonstigem Wege über das Curriculum an der Partneruniversität informieren, sich klar werden, welche Kurse in der Schweiz abgehalten werden und entsprechende Kurse an der Partneruni finden. Reicht man alle nötigen Unterlagen rechtzeitig bei den verschiedenen Stellen ein hört man erstmal einige Zeit nichts mehr und dann die freudige Nachricht: es kann losgehen! 

Ankunft

Angekommen in Berlin soll man sich erstmal um eine Wohnung kümmern, bestenfalls sogar schon im Voraus, da der Markt bei Semesterbeginn doch auch umkämpft ist. Es werden nicht die exorbitanten Zürcher Preise verlangt natürlich, aber schöne Zimmer sind rar und nette Mitbewohner wollen erstmal auf wg-gesucht.de oder über Freunde und Bekannte gefunden werden. Die Einführungsveranstaltung der Charite überfordert viele erstmal mit sehr viel Information was zu tun und was zu unterlassen ist. Es ist schwierig sich alles zu merken und wichtiges von unwichtigem zu trennen. Am Besten man bespricht sich gleich mit den neuen Kommilitonen, so bekommt man alles wichtige zusammen. Die Kursaustragungsorte in den 3 verstreuten Campus zu finden ist nicht ganz trivial, am Besten hat man auch hier schon einige Telefonnummern von andere Studenten um sich vor den Kursen rückzubesprechen. Wichtig ist auch, Zugang zum Blackboard, dem Charite-VAM zu haben und sich früh um ein Passwort zu bemühen: da finden sich PDFS und Stundenpläne (wobei die möglicherweise auch auf der anderen Uniseite zu finden sind, je nachdem halt). Mit dem Untermietvertrag sollte man sich dann schleunigst auf dem Bürgeramt (egal welches, in Pankow haben sie einen tollen SMS Service und kurze Wartezeiten) anmelden um sich dann richtig immatrikulieren zu können um das heiss begehrte Semesterticket zu bekommen. Mit der Anmeldung kann man sich auch ziemlich simpel ein deutsches Bankkonto eröffnen.

Zimmersuche
Wohnen

Suchen auf wg-gesucht.de und natürlich über Freunde. Sich nicht ins Bockshorn jagen lassen, in Wedding, Prenzlauerberg, Moabit, Neukölln, Friedrichshain oder doch Kreuzberg: alle haben Vor und Nachteile, ich habe in allen gewohnt, am Längsten jedoch im Wedding, wo ich sofort hin zurück ginge, wenn ich könnte. Und nur mit Leuten zusammenwohnen, die einem sympathisch sind, aber das versteht sich wohl von selbst. Ab 150 Euro soll machbar sein, ich habe Zimmer ab 250 gesehen, meine haben zwischen 300 und 430 gekostet. 

Universität

Die Hauptsache natürlich, die Vorlesungen sind teils besser, teils anders. Die Kurse sind meist gut und fallen entgegen anderen Aussagen fast nie aus. Das ist auch wichtig, weil man in den CBF stundenlang hin unterwegs ist, dann will man auch was lernen (und natürlich auch sonst). Das Semesterticket ist toll, die Mensa ist nicht schlecht, das 1. Semestrigen Grillen der Mediziner in der Charite ist lecker und günstig. Das GrimmZentrum ist das Careum Berlins, die Virchow Bibliotheke ist gemütlich, ruhig und zieht ein gutes Publikum an. Begeister war ich von der betreuten gratis Velo-Flick-Selbsthilfe der Uni, die im Innenhof an der Ecke Geschwister Scholl Strasse, Spree liegt und die alle Veloflick-Werkzeuge vorrätig hat und einen Velomech, der einem gratis hilft das eigene Gefährt zu reparieren. Auch sehr toll: das Lieblingscafe im Virchow Campus. Und die Sportangebote sind super, man soll sich früh anmelden. Zum Beispiel für Ultimate Frisbee im Schillerpark.

Leben/Freizeit

Macht in Berlin soviel Spass wie irgendwie möglich. Im Winter ist es kalt, garstig und dunkel, dafür gibts gemütlich Bars und lange Nächte. Im Sommer ist es heiss, das Leben spielt draussen, in den Parks, an den Seen, in Openairs (Sisiphos, Griessmühle et al.). Im Frühling kann man herrlich Reisen gehen und der Herbst geht viel zu schnell vorbei um sich einzuleben und Berliner zu werden.