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Wer

sandra.koch[at]access.uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

11/12 WS

Universität

FR-NANTES01
Nantes - Université de Nantes

Studienfach

Französische Sprach- und Literaturwissenschaft (7390)

Gesamteindruck

Der Gesamteindruck meines Aufenthaltes in Nantes ist sehr positiv. Während dieser Zeit habe ich neue Einblicke in die französische Kultur erhalten, viele nette Menschen aus der ganzen Welt kennen gelernt, ein neues Universitätsleben entdeckt und meine Kenntnisse in der französischen Sprache verbessern können. Ebenfalls habe ich mit Nantes eine mir vorher unbekannte Stadt kennen gelernt, die mich mit ihren Sehenswürdigkeiten und ihrer Natur begeistert hat.

Vorbereitung

Vor meinem Aufenthalt in Nantes habe ich mich mehrmals mit Frau Katharina Maier-Troxler getroffen um mich über alle nötigen Schritte zu informieren. Nachdem ich wusste, dass ich an die Université de Nantes gehen kann, habe ich eine Mail von der Mobilitätsstelle in Nantes erhalten, in der alle Informationen zum weiteren Vorgehen enthalten waren. Ich musste verschiedene Dokumente ausfüllen und man hat mir mitgeteilt, bei wem ich mich melden muss wenn ich in Nantes ankomme und wo man mir den weiteren Verlauf meines Aufenthaltes erläutern wird.

Ankunft

Als erstes musste ich mich zum sogenannten Guichet Unique begeben, dessen Standort mir schon per Mail mitgeteilt wurde. Dort angekommen, wurde ich gefragt bei welchem Austauschprogramm ich mitmache und wurde dann gebeten Platz zu nehmen. Nach einer doch längeren Wartezeit konnte ich mich dann zu einer französisch sprechenden Studentin setzen, die mir dann alle nötigen Dokumente und Informationen gab, die für die nächsten Schritte wichtig waren. Anschliessend machte ich mich auf den Weg an die Université de Nantes, wo ich mich bei einer Frau melden musste, die für die Erasmus Studenten zuständig ist und die mir dann ebenfalls den weiteren Verlauf erläutert hat. 

Als nächstes musste ich mich an der Universität einschreiben, was sehr umständlich war. Abgesehen davon, dass sich schon eine lange Schlange gebildet hatte als ich bei der Scolarité angekommen war, waren die Schilder sehr verwirrend und ich musste verschiedene Leute fragen bis ich dann schlussendlich den richtigen Schalter gefunden hatte. Man hat mir widerum erklärt, wie ich als nächstes vorgehen muss (z.B. um meinen Studentenausweis zu erhalten, etc.).

Zimmersuche
Wohnen

Ich habe darauf verzichtet, dass mir die Mobilitätsstelle ein Zimmer in einer Cité universitaire vermittelt und habe mich selber via Internet auf die Suche nach einem Zimmer gemacht. Die Mobilitätsstelle der Université de Nantes hat mir verschiedene Links angegeben, unter denen ich private Wohnungen finden konnte. Die Suche war eher schwierig und erstreckte sich über eine lange Zeit, da ich nicht genau wusste, wie ond wo ich suchen sollte. Ich bin dann auf eine Résidence gestossen mit dem Namen Suit Études, die Wohnungen an Studenten, Lehrlinge oder Leute vermietet, die nicht ein Jahr bleiben. Nachdem ich mit dem Vermieter Kontakt aufgenommen hatte und er mir ein passendes Studio vorgestellt hatte, habe ich auch sofort zugesagt.

Mein Studio war sehr gross und ich war sehr zufrieden. Ich hatte meine eigene kleine Küche mit zwei Herdplatten, einer Mikrowelle und einem Kühlschrank. Desweiteren hatte es einen Schrank, einen Bürotisch mit Stauraum, ein Bett, ein Sofa und ein grosses Badezimmer mit Dusche. Ich fühlte mich während meines Aufenthaltes sehr wohl in dieser Wohnung und konnte mich stets an den Vermieter wenden, wenn es ein Problem gab. 

Ein kleiner Nachteil war, dass ich nicht wirklich mit den anderen Bewohnern in Kontakt kam; man lebte eigentlich eher für sich. Nichtsdestotrotz hat mich dies nicht wirklich gestört, da ich meine Kontakte sowieso eher an der Université de Nantes geknüpft habe. 

Universität

 Die Université de Nantes liegt etwas ausserhalb des Stadtzentrums (mit dem Tram sind es etwa 10-15min), aber die einzelnen Gebäude liegen dafür nicht so weit auseinander. Sie ist etwa gleich gross wie die Universität Zürich, jedoch wesentlich älter; die Zimmer und Hörsääle sind nicht sehr modern ausgestattet (es hat kaum Beamer). Zudem fand ich, dass diese Universität nicht so gut organisiert war. Im Gegensatz zur Universität Zürich, wo Abwesenheiten der Dozenten, Studenpläne, Änderungen der Lektionen oder Ähnliches per Mail mitgeteilt werden oder online abrufbar sind, werden an der Université de Nantes alle Informationen nur ausgehängt. Dies war schon eine grosse Umstellung für mich und ich musste mich zuerst daran gewöhnen, immer zuerst die Tafeln anzusehen wenn ich an die Uni kam. 

Da die Université de Nantes kein Informatiksystem hat, das die Erasmus Studenten verwaltet, konnte ich mich nicht online für die einzelnen Kurse einschreiben, sondern musste mich bei jedem Dozenten per Mail melden und anfragen, ob ich den Kurs besuchen kann. Desweiteren sind die Seminare sehr unterschiedlich zur Universität Zürich: in den meisten Seminaren, die ich besucht hatte, stand der Dozent vor der Klasse und hat die ganze Zeit geredet, ohne dass eine gewisse Interaktion da war. Zudem reden fast alle Dozenten ohne Handouts, Folien oder Powerpoint Presentationen. Ein anderer Unterschied besteht darin, dass die Module immer aus einer contrôle continu und einem examen final bestehen. Die contrôle continu findet während dem Semester statt und ist entweder eine schriftliche Arbeit, ein Vortrag oder eine Prüfung, während das examen final nach Semesterende geschrieben wird. Generell waren die Dozenten alle sehr nett und hilfsbereit. Die Stunden waren sehr interessant und ich habe viel Wissen mitgenommen.

Leben/Freizeit

Nantes ist eine wunderschöne Stadt, die mich während meines ganzen Aufenthaltes immer wieder begeistert hat. Der Fluss Erdre ist besiedelt mit kleinen Booten und es hat eine kleine Insel, die Île de Versailles, wo man sich bei schönem Wetter erholen kann. Es hat auch sehr viele Studenten in Nantes, was die Kontaktknüpfung erleichtert. Diese Stadt lebt von einem sehr grossen kulturellen Angebot wie Museen, Ausstellungen, Theater, etc. Am Abend gibt es sehr viele Ausgehmöglichkeiten mit einer Vielzahl von Bars, Cafés und Pubs. 

An den Wochenenden lohnt es sich auch, sich in den Zug zu setzen und die Region zu erkunden. Sehr zu empfehlen ist eine Reise an den Strand von La Baule, den man in knapp einer Stunde erreichen kann. 

Ich bin sehr froh, dass ich die Chance hatte, diese Stadt mit ihren Leuten, ihrer Universität und ihrer Umgebung kennen zu lernen und kann es jedem empfehlen, der der Hektik einer Grossstadt entfliehen möchte.