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Erfahrungsberichte

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Wer

remo.kyburz[at]uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

11/12 WS

Universität

AT-WIEN05
Wien - Wirtschaftsuniversität Wien

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Der Gesamteindruck meines Erasmus Auslandsemesters in Wien ist sehr gut. Ich hatte die Möglichkeit, eine neue Universität mit unterschiedlichen Methoden der Lehre etc kennenzulernen, und habe dabei eine unvergessliche Zeit erlebt. In kürzester Zeit hatte ich viele neue Freunde aus der ganzen Welt kennengelernt ,und das Erasmus Leben ist sehr erlebnisreich. Es gab viele Aktivitäten, Ausflüge, Partys und immer etwas zu tun, ausserdem war auch das Leben in einem Studentenwohnheim eine sehr gute Erfahrung. In dieser Zeit habe  ich Wien sehr gut kennengelernt und festgestellt, dass Wien sehr verschieden ist im Vergleich zu Schweizer Städten, obwohl die Schweiz und Österreich ja einige kulturelle Ähnlichkeiten haben. Ich unternahm auch einige Ausflüge nach Osteuropa, um diesen Teil Europas besser kennenzulernen. Nicht zuletzt hatte ich natürlich auch für mein Studium profitiert und konnte interessante und hilfreiche Kurse an der Wirtschaftsuniversität Wien besuchen.

Vorbereitung

Bei der Vorbereitung habe ich mich zuerst über die Website der Universität Zürich informiert, welche Möglichkeiten es gibt für ein Auslandsemester. Ausserdem hatte ich auch noch einen Event der Abteilung Internationale Beziehungen besucht an der Uni Zürich.
Dabei war mir eigentlich von Anfang an klar, dass ich ein Erasmus Semester machen möchte. In der näheren Auswahl hatte ich dann Spanien, Schweden oder eben Wien. Nach längerem Überlegen hatte ich mich dann aber aus unterschiedlichen Gründen für Wien entschieden.
Dann musste ich meine Bewerbungsunterlagen zusammenstellen und einreichen. Nach der Bestätigung der Heimuniversität über die erfolgreiche Bewerbung hatte ich in den nächsten Wochen ein Mail von der Wirtschaftsuniversität Wien erhalten mit allen wichtigen Informationen zur Vorbereitung. Ich musste mich dann noch bei der Wirtschaftsuniversität Wien per Internet registrieren und bekam auch Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten der Unterkunft in Wien. Ich hatte mich dann für ein Zimmer in einem Studentenwohnheim von OEAD angemeldet, was von der WU empfohlen wird. Je früher man sich anmeldet, desto höher die Chance im gewünschten Studentenwohnheim ein Zimmer zu erhalten. Dabei ist zu beachten, dass es in Wien sehr viele verschiedene Studentenwohnheime gibt und diese sich  sowohl von Lage, Einrichtung, Preis etc teilweise stark unterscheiden.
Ausserdem gab es noch die Möglichkeit, sich für ein Orientation & cultural program anzumelden, welches im September stattfand, was ich auch tat.
Nachher gab es noch einige organisatorische Sachen zu erledigen, wie die Auswahl der Kurse an der Wirtschaftsuniversität Wien und damit verbunden das Learning Agreement und die Anrechnungsvereinbarung.

Ankunft

Ich reiste mit dem Zug (Railjet) nach Wien. Dies ist zwar eine ziemlich lange Fahrt, aber dafür konnte ich viel Gepäck mitnehmen und auch die Distanz Zürich - Wien besser erfassen. Die Ankunft war am späteren Nachmittag in Wien, wo mich mein Buddy am Bahnhof abholte. Ich hatte mich im Vorhinein beim Buddynetwork für einen Buddy angemeldet, was sehr zu empfehlen ist. Mein Buddy hatte für mich schon die Schüssel für mein Zimmer im Studentenwohnheim abgeholt, dies weil die Öffnungszeiten des Offices der OEAD teilweise nicht so günstig sind. Dann begleitete sie mich zu meinem Studentenwohnheim, wo ich gleich meinen Mitbewohner kennenlernte und mich dann etwas eingerichtet hatte. Am nächsten Tag hatte ich dann Organisatorisches erledigt wie die Anmeldung beim Meldeamt, die Unterschrift des Mietvertrags beim OEAD office, Kauf einer österreichischen SIM-Card und ein Monatsticket für den ÖV (ab Anfang Oktober dann die Semesterkarte). Am Nachmittag gab es dann noch einen Welcome Event der Wirtschaftsuniversität, was auch der Start zum Orientation & Cultural program (OK-Programm) war. Ausserdem musste ich mich danach noch bei der Uni für das Semester einschreiben, bei der Informatikabteilung den Mailaccount abholen, die Legitimationskarte aktivieren etc.
Dies wurde aber alles gut erklärt, und man hatte eine Liste, was man alles erledigen muss. In den nächsten Tagen hatte ich dann auch noch ein Bankkonto bei einer österreichischen Bank eröffnet.

Zimmersuche
Wohnen

Die Zimmersuche habe ich vorher eigentlich schon beschrieben. Dabei ist noch zu erwähnen, dass man bei der Anmeldung eine Kaution von ca. 650 Euro zahlen muss, die einem erst am Ende des Aufenthalts wieder zurückbezahlt wird.
Es gibt eine grosse Liste von den Studentenwohnheimen in Wien, von diesen werden einige speziell für ausländische Studenten empfohlen. Ich habe mich dann für das Studentenwohnheim in der Molkereistrasse entschieden, da es sowohl in der Nähe zum Stadtzentrum sowie auch zur Uni liegt. Das Studentenwohnheim ist ausserdem relativ neu und hatte mich auch von der Einrichtung überzeugt. Ich hatte ein Zimmer in einer Wohnung mit 2 Mitbewohnern, dabei hat jeder sein eigenes Zimmer, aber man teilt die Küche und das Badzimmer. Man erhält die Mitbewohner zufällig zugeteilt, wobei dies natürlich ein bisschen eine Glückssache ist,mit wem man die Wohnung teilt. Von Freunden weiss ich, dass es die Möglichkeit gibt, falls es Probleme geben sollte, innerhalb von einigen Wochen das Zimmer/Studentenwohnheim zu wechseln. Der Preis meines Zimmers lag bei ca. 395 Euro im Monat, was schon eher teuer ist für Wiener Verhältnisse.
Das Studentenwohnheim in der Molkereistrasse würde ich aber auf jeden Fall weiterempfehlen, da es sehr international ist, und ich so viele gute Freunde aus verschiedenen Ländern kennengelernt habe. Es herrscht auch zwischen den meisten Bewohnern des Studentenwohnheims eine familiäre und freundliche Atmosphäre. Es gibt auch einen Partyraum, der genutzt wird.

Universität

Die Suche nach meinen Kursen in Wien hat ziemlich lange gedauert, da für mich am Anfang nicht ganz klar war, welche Kurse ich als Erasmus Student besuchen kann, und welche mir nicht offen stehen. Aber die Verantwortlichen für die Kurse an der WU waren sehr hilfreich und haben schnell weitergeholfen.
Der Buchungsprozess für die Kurse ist ziemlich stressig, da nur eine bestimmte Anzahl an Plätzen in einem Kurs zur Verfügung stehen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt wird dann die Kursbuchung eröffnet, und einige Kurse waren innerhalb von einer Minute ausgebucht. Der Vorteil für die ausländischen Studenten liegt darin, dass für uns die Kursbuchung etwa 2 Wochen vorher eröffnet wurde als für die österreichischen Studenten, aber trotzdem waren die meisten Plätze ziemlich schnell besetzt.
Ich hatte die meisten meiner Kurse in Englisch, da die Wirtschaftsuniversität Wien auch einen Studiengang Internationale BWL hat und daher auch ein breites Angebot an Englischen Kursen zur Verfügung stellt. Somit kam ich mir teilweise gar nicht wie in Österreich vor, da ich sowieso meistens mit meinen Mitstudierenden Englisch gesprochen hatte und auch die Fächer grösstenteils in Englisch gehalten wurden.
Die Art wie die Kurse gehalten werden, ist sehr unterschiedlich in Wien und in Zürich. Die Anzahl der Teilnehmer an einer Vorlesung bewegte sich zwischen 12 und ca. 80 Studenten. So waren die Vorlesung alle viel interaktiver als an der Uni Zürich, der Dozierende stellte oft Fragen und bezog die Studenten in die Vorlesung mit ein, und es gab auch oft Diskussionen. Bei den meisten Kursen wurde darum auch ein Teil der Endnote durch die Mitarbeit in der Vorlesung bestimmt, ausserdem gab es auch vermehrt Gruppenarbeiten und kleinere Essays zu schreiben in den Kursen, die auch in die Notengebung einflossen. Die meisten Kurse waren sehr interessant und ich habe sicherlich einiges Neues gelernt. Meiner Meinung nach waren aber die Kurse etwas einfacher als an der Uni Zürich.

Leben/Freizeit

Wien ist eine sehr faszinierende Stadt mit einer langen Geschichte, und es gibt vor allem kulturell sehr viel zu sehen. Es gibt unzählige Museen und Sehenswürdigkeiten wie z.B. der Stephansdom, die Hofburg, die Prunkhalle der Nationalbibliothek, sowie die Schlösser Schönbrunn und Belvedere, die sicher einen oder mehrere Besuche wert sind. Wenn man Interesse an der Österreichischen Geschichte und Kaiserzeit hat, gibt es wohl keinen besseren Ort, um diese Zeit kennenzulernen. Neben all dem ist sicherlich die Kaffehauskultur in Wien bemerkenswert und faszinierend, und auch die berühmte Sachertorte im Cafe Sacher sollte man probieren. Daneben gibt es z.B. das Museumsquartier, welches vor allem in den warmen Monaten empfehlenswert und gemütlich ist, sowie die Donau, in der ich sogar noch mehrmals baden konnte im September.
Wien ist auch viel grösser als Zürich und hat fast knapp 2 Millionen Einwohner, trotzdem funktioniert die Fortbewegung in Wien dank des sehr guten öffentlichen Verkehrs sehr gut. Die U-Bahn fährt meistens im 4 Minuten Takt, daneben gibt es Busse, Trams, die S-Bahn und auch Nachtbusse jede Nacht.
Es finden ausserdem sehr viele Events in Wien statt, die einen Besuch wert sind, und auch das Nachtleben hat einiges zu bieten. Es gibt unzählige Clubs und Bars, und auch in den Studentenwohnheimen steigt meistens irgendwo eine Party. Kulinarisch gesehen bietet Wien auch sehr viel, neben dem berühmten riesigen Schnitzel z.B. im Figelmüller, gibt es tolle österreichische Restaurants wie z.B. das Centimeter, und auch viele gute internationale (asiatische) Restaurants lassen sich finden. Die Preise für ein Nachtessen sind erfreulicherweise viel tiefer als in der Schweiz, so bezahlt man durchschnittlich zwischen ca. 10-20 Euro für ein gutes Nachtessen inklusive Getränk. Darum ging ich mit einigen Freunden auch relativ oft am Abend in einem Restaurant essen.
Daneben gab es immer irgendwelche Events von ESN (Erasmus Student Network) wie z.B. ein International Dinner oder Erasmus Parties, wo man leicht neue Leute kennenlernt. Ein weiterer Höhepunkt waren die vielen Ausflüge, die von ESN organisiert wurden z.B. nach Prag, Budapest oder Krakau. Diese dauerten meistens 3 Tage und waren mit einer Gruppe von 50-80 Leuten, dabei lernte man die Stadt kennen und hatte ein organisiertes Programm und zusätzlich noch viel Spass. Daneben konnte man natürlich auch selbständig gut Ausflüge unternehmen, z.B. nach Bratislava, das nur 50 Minuten von Wien entfernt liegt. Wien stellt daher auch einen guten Startpunkt dar, um Osteuropa ein bisschen besser kennenzulernen.