Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

11/12 SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Populäre Kulturen (7722)

Gesamteindruck

Das Erasmus-Semster in Wien hat mich begeistert. Die Universität, die Studenten, und vor allem die Stadt haben einen überaus positiven Eindruck bei mir hinterlassen.

Vorbereitung

Um mich über den Erasmusaufenthalt zu erkundigen, besuchete ich die Homepage der Uni Wien, sowie diejenige des Instituts für Europäische Ethnologie. Einen guten Leitfaden zur Vorbereitung für Erasmus-Studenten lässt sich da finden. Meine Fragen konnte ich dabei meist beantworten, ansonsten halfen die Instituts-Eramsus-Koordinatoren gerne weiter.

Ankunft

Etwa vier Wochen vor Vorlesungsbeginn reiste ich mit dem Flugzeug von Zürich nach Wien, was eine gute Stunde dauerte. Mit S- und U-Bahn gelangte ich zu meiner WG, wo ich sehr herzlich empfangen wurde. Die Zeit bis zum Unistart verbrachte ich damit, in aller Ruhe all das Organisatorische zu erledigen und mich in der Stadt zurechtzufinden.

Nach einer Woche kennt man den groben Stadtplan und die Wiener U-Bahn ziemlich gut, die innere Stadt ist leicht zu erkunden man hat schnell einen Überblick. Spannend wurde es für mich vor allem dann, als ich mich vermehrt abseits der Touristenorte aufhielt und die vielen kleinen Unterschiede zwischen den verschiedenen Bezirken zu entdecken begann. Die erste Aufregung in einer neuen Stadt konnte ich somit noch ohne Unistress geniessen, was sehr angenehm war.

Zimmersuche
Wohnen

Eine Unterkunft begann ich einige Wochen vor der Abreise zu suchen. Ich entschloss mich gegen ein Studentenwohnein und für eine WG - im Nachhinein war das wohl eine der besten Entscheidungen. Glücklicherweise wurde ich im Internet schnell fündig: Eine Studentin, die selbst ein Auslandssemester plante, bot ihr Zimmer inkl. aller Möbel in einer 3er WG zur Untermiete an. Für das 20m^2 grosse Zimmer in der gut gelegenen Altbauwohnung im 9. Bezirk zahlte ich alles inklusive 380 Euro.

Da kurz vor Semesterbeginn die Nachfrage nach preiswerten Zimmern verständlicherweise ziemlich gross ist, lohnt sich eine frühzeitige Suche auf alle Fälle, sofern man seine kostbare Zeit nicht bei Besichtigungstouren vergammeln will. Und die Zeit scheint in Wien nur so davonzufliegen!

Universität

Wie in Zürich sind auch in Wien die verschiedenen Gebäude der Universtitäts-Institute über die ganze Stadt verteilt. Das Hauptgebäude sowie der Uni-Campus sind eher zentral gelegen und gut erreichbar. Beinahe in der Stadtmitte befindet sich das Institut für Europäische Ethnologie - an wunderschöner Lage an der Ecke Albertina (Museum) und Burggarten. Es gibt wohl kein anderes Unigebäude in der ganzen Stadt, das einen schöneren Standort hat. Ich rate dringend, zu Beginn des Semesters einen Platz am Fenster zu wählen!

Das Institut selber verfügt u.a. über zwei Seminarräume, eine Bibliothek und einen Aufenthaltsraum für Studierende - das Kammerl. Das Institut ist sehr klein, weshalb in einem Seminar maximal 15 Studierende anzutreffen sind, was ich als absoluten Luxus empfand. Nicht nur war die Gesprächskultur viel angeregter, auch der Umgang untereinander war sehr familiär. Ob man sich persönlich kennt oder nicht - man grüsst sich am Institut immer freundlich. In der Kaffeepause zwischen zwei Lektionen entstanden so immer wieder einige interessante Gespräche. Ich fühlte mich seit Beginn an stets willkommen, was das Studieren sehr angenehm machte.

Obwohl ich in Zürich vor einer etwas chaotischen Bürokratie an der Uni Wien gewarnt wurde, wurden meine Anliegen immer kompetent und schnell beantwortet. Sowohl die Erasmus-Koordinatoren als auch die Mitarbeiter im Erasmus-Büro waren stets freundlich und hilfsbereit.

Leben/Freizeit

Wien ist eine Stadt mit sehr hoher Lebensqualität - was in diversen Studien immer wieder geschrieben wird, kann ich absolut bestätigen. Der öffentliche Verkehr funktioniert einwandfrei, die Stadt ist sicher, die Strassen sauber, die Gebäude schön, die Bewohner freundlich. Wien ist aber vor allem: Kultur. Kaum ein Interesse, dass in dieser Stadt nicht befriedigt wird! Musik, Theater, Tanz, Oper, Kunst, Architektur.
Jeden Tag gibt es allerhand Angebote, wie man seine Freizeit gestalten könnte. Internetseiten wie  http://www.stadtbekannt.at  /  http://www.falter.at  /  http://www.volume.at  helfen bei der Auswahl. Trotzdem wird einem nach einigen Monaten klar werden, dass ein Semester leider kaum ausreicht, um mehr als nur einen kleinen Bruchteil dieser grossartigen Stadt kennenzulernen. Ein Wiedersehen mit Wien ist sicher!

Besonders schön in Wien: Bummeln im 6., taumeln im 7., flanieren im riesigen Schlosspark. Spazierfahrten mit der Bim, viele Ottakringer im MQ und ein G'spritzter beim Heurigen. Wind auf dem Kahlenberg, Sonne an der alten Donau. Annatorte ohne Schlag, dazu Melange mit Genuss. Roter Veltliner auf dem Dachboden vor dem Tanz unter den Bögen. Burgtheater im Parterre, Muskverein im kleinen Saal. Haus von Freud und der Musik. Riesenschnitzel im Beisl und Einviertelpizzen mit Radler nach Mitternacht, Donaukanal bei Sonnenaufgang, Naschmarkt am frühen Morgen.

Zach in Wien: Kurze Öffnungszeiten diverser Läden, mürrische Beamte und die Tatsache, dass es eher schwierig ist, echte Stadtwiener kennenzulernen. Wie gern hätte ich noch mehr von diesem wunderbaren Dialekt gehört!