Erfahrungsberichte

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Wer

aurea.haueter[at]gmx.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

11/12 WS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Psychologie (7200)

Gesamteindruck

Erasmus in Wien zu machen war die beste Entscheidung meines Lebens. Dass ich mich entschieden habe nur ein Semester zu bleiben habe ich schon nach wenigen Wochen in Wien bitter bereut. Leider konnte ich dann nicht mehr verlängern weil dann mein Studienplan mit dem Nebenfach etc. nicht aufgegangen wäre. Als meine letzte Woche in Wien anbrach wurde ich sehr traurig, es war wirklich eine wunderbare Erfahrung, und für mich sehr nachvollziehbar dass Wien auf Platz 1 der lebenswertesten Städte ist. Ich spiele sogar mit dem Gedanken, für den Master oder danach wieder nach Wien zu gehen. Fazit: perfekte 5 Monate.

Vorbereitung

Ich habe schon ein knappes Jahr vor der Abreise mein erstes Learning Agreement zusammengestellt, mit Motivationsschreiben etc., für die Nominierung durch die Uni Zürich. Als ich dann tatsächlich nominert wurde habe ich sofort angefangen ein Zimmer zu suchen. Ich stellte schnell fest dass man da ziemlich früh anfangen muss, denn viele Studentenheime waren schon im April voll. Habe dann ein Doppelzimmer in einem ÖJAB-Studentenheim im 6. Bezirk bekommen. War mir anfangs nicht sehr wohl bei dem Gedanken, in ein Doppelzimmer zu ziehen, habe mich aber aus finanziellen Gründen doch dafür entschieden. Mit dem Heimleiter hatte ich dann regelmässig E-Mail Kontakt, um all meine Fragen zu klären. Einen Flug buchte ich auch bereits im April. Leider viel mir erst später ein, dass es aufgrund des Gepäcks besser gewesen wäre mit dem Zug zu gehen. Die wichtigsten Vorbereitungen waren also: Learning Agreement (immer weider überarbeiten), Zimmersuche, Reise buchen.

Ankunft

In Wien angekommen merkte ich sehr schnell dass ich sehr auf mich alleine gestellt bin. Im Studentenheim zB haben sie zwar meine Fragen beantwortet, aber das Zimmer musste man selber finden, so auch sein Kasterl in der Küche und sein Kühlschrankfach. Oder dass man in der U-Bahn nicht essen sollte - Verbotsschild gabs keines, aber es isst kaum jemand in der U-Bahn. Oder der Heimleiter sagte mir ich könne beim Karlsplatz ein Studententicket für die Öffis (ÖV) kaufen. Dann musste ich nachher selber schauen wo dieser Karlsplatz ist und wie ich dahin komme. Also möglicherweise wäre es besser gewesen mir den Stadtplan mal genau anzuschauen bevor ich nach Wien ging. Allerdings war ich schon 1.5 Monate vor Unibeginn dort, so dass ich genug Zeit hatte das wichtigste kennenzulernen & anzuschauen. Ausserdem sind die Leute alle sehr freundlich und hilfsbereit. Wenn man nett fragt wird einem gerne geholfen. Musste zB Geschirr etc kaufen, allerdings schien mir das Geschäft, in dem ich war, eher teuer. Also fragte ich eine Frau, obs ein etwas günstigeres Geschäft gebe oder Ikea, worauf sie mir ausführlich erklärte wie ich zu Ikea komme. 

Zimmersuche
Wohnen

Von der Uni Wien aus gibt es ein Zimmersuchservice, ÖDD hiess das glaube ich. Allerdings hatte ich mich dort nicht angemeldet, da selbst die Doppelzimmer ziemlich teuer schienen. Eine Freundin sagte mir dass sie vor paar Jahren in Wien war, in einem ÖJAB-Studentenheim, also habe ich mir diese Website angeschaut und verschiedene Heime von dieser Organisation angeschrieben. Einige waren schon voll, andere nur für ein ganzes Jahr. Schlussendlich bekam ich einen Platz in einem Doppelzimmer im ÖJAB-Haus Salzburg in Wien. Einzelzimmer kann man leider nicht haben wenn man neu einzieht. Das war dann aber okay, hatte sehr Glück mit meiner Mitbewohnerin. Und wir hatten ein eigenes WC&Dusche im Zimmer, das fand ich recht wichtig. Ausserdem war die Lage sehr praktisch.

Universität

An der Uni wars etwas komplizierter, die Koordinatorin war fast nie da, entweder war sie in den Ferien oder sonst nicht am Arbeiten, da sie nur Teilzeit arbeitete. Allerdings musste man das Learningagreement etc. aber von ihr unterschreiben lassen. Es gab auch keine fixen Zeiten wo es gewiss war dass sie arbeitet, also musste ich 3mal hingehen für die erste Learning Agreement Unterschrift, bis ich sie dann schlussendlich erreichte. Das ging dann auch so weiter während des Semesters. Allgemein hat sie nicht wirklich geholfen, ich wollte zB ein Äquivalent zu Diagnostik in Zürich besuchen an der Uni Wien. Im Vorlesungsverzeichnis fand ich dazu nur eine Übung, für die ich mich dann anmeldete. Es stellte sich im Nachhinein aber heraus dass das ganze sehr anspruchsvoll war und es eine Vorlesung dazu geben würde. Das hat mir diese Koordinatorin aber nicht sagen können als sie mein Learning Agreement checkte und unterschrieb ... Also eher mühsam. 

Leben/Freizeit

In meiner Freizeit, v.a. in den ersten 1.5 Monaten, habe ich sehr viel Kultur angeschaut. Also Gebäude, Theater, Opern, Prater, Naschmarkt, schwimmen in der Donau... Alles mögliche. 1.5 Monate reichen da nirgenwo hin :) Und ich habe soziale Kontakte gesucht. Bin zB alleine in eine Bar und hab dann dort mehr oder weniger zufällig meinen nun besten wiener Freund kennengelernt. Und ich bin viel an ESN (Erasmus student network) Anlässe gegangen. Das erste war die Ottakringer Brauerei, die wir besichtigten. Da ging ich beim Treffpunkt auf Leute zu und fragte ob ich hier richtig sei, und dann haben wir angefangen zu quatschen und trafen uns dann wieder in den jeweiligen ESN-Clubs - es gibt jeden Abend einen anderen Ort wo ESN-Leute hingehen, als Treffpunkt sozusagen. Und da alle Erasmusleute neu in der Stadt/dem Land sind und auch niemanden kennen, lernt man sehr schnell sehr viele Leute kennen, sofern man sich einmal dazu überwindet jemanden anzusprechen. Im Oktober ging ich dann mit ESN auf einen Ausflug nach München ans Oktoberfest mit, wieder alleine. Ich kannte niemanden. Wie sich herausstellte waren fast alle anderen Teilnehmer von der WU (Wirtschaftsuniversität), und kannten sich schon. Habe mich dann etwas schüchtern irgendwo in die Masse gestellt und 2 andere auch etwas verwirrt ausschauende Mädchen beobachtet. Die eine fragte mich dann ob ich auch alleine da sei - so kamen wir ins Gespräch, und sie wurde schlussendlich meine beste wiener Freundin, mit der ich dann auch nach Salzburg & Budapest gefahren bin und sonst sehr viel Zeit verbracht habe.Im Studentenheim lernt man auch sehr schnell Leute kennen, vorallem die vom selben Stockwerk. Braucht am Anfang etwas Mut und Offenheit, aber dann kommts dann alles ziemlich schnell und von alleine.