Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

11/12 SS

Universität

DE-BERLIN13
Berlin - Humboldt-Universität zu Berlin

Studienfach

Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft (7360)

Gesamteindruck

Berlin als Erasmusziel kann ich ganz herzlich empfehlen! Die Universität hat eine gute Lehre und interessante Kurse, vor allem für Literatur und Geschichte. Die Stadt ist preisgünstig, erlebenswert für die kulturelle Aspekte, Menschen (auch Studenten) aus der ganzen Welt treffen sich hier, und auch wenn Berlin nicht überall wunderschön zu sehen ist, ist sie doch immer faszinierend, vor allem im Sommer mit vielen grünen Flecken auch ideal zum Joggen und Sport treiben.

Vorbereitung

Vorwiegend habe ich mich übers Internet informiert, dann mit den Fachkoordinatoren und Studienberatern für Germanistik und Geschichte Fragen geklärt. Im Masterstudiengang darf man sich nur für ein Fach anmelden: ich habe mich für deutsche Literatur angemeldet und habe dann auch Kurse für Geschichte besucht. Das geschieht sehr häufig unter Erasmusstudenten und klappt immer gut. Nach meiner Ankunft in Berlin habe ich mein Learning Agreement aktualisiert und eine zusätzliche Vorlage für die Phil. Fak II (Deutsche Literatur und Linguistik) angefertigt, und dann nach Zürich für die Unterschriften geschickt. Die meisten organisatorische Angelegenheiten werden von den entsprechenden Büros in ZH und Berlin erledigt, eigene Zeit und Geduld muss man trotzdem einplanen.

Ankunft

Nach Berlin bin ich ungefähr einen Monat vor dem Semesteranfang angekommen: Ich habe für die Uni ZH eine Arbeit geschrieben, organisatorische Dinge erledigt (Anmeldung beim Bürgeramt, Aufenthaltserlaubnis bei den Ausländerbehörde, Konto bei einer dt. Bank, dt. Handynummer, Anerkennung der Krankenversicherung usw) und die Stadt erkundigt und genossen. Anfangs April konnte ich mich dann der Uni und dem studentischen Leben widmen.

Zimmersuche
Wohnen

Wenn man nicht in einem Studentenheim wohnen möchte, kann sich die Suche nach ein Zimmer in einer Wg auch aufwendig erweisen. Ich habe über das Internetportal wg-gesucht.de im Januar für Anfangs März ein Zimmer gesucht, und viele Mails geschickt. Später werden noch mehr Unterkunftsmöglichkeiten angeboten, es gibt aber auch entsprechend mehr Leute, die ein Zimmer suchen. Diejenige die sich zurückgemeldet haben, wollten mich persönlich kennenlernen, so bin ich für ein paar Tagen spontan nach Berlin geflogen, ein etwas teures Unternehmen, aber es hat sich gelohnt: Nach 6 wg-Besichtigungen hat mir eine Studentin als Untermieterin angenommen, und so konnte ich in einer 2er- wg, schön, gemütlich und sehr zentral gelegen für 400 Euro im Monat leben. Für Berlin ist es schon eher viel, aber im Vergleich zu Zürich einfach traumhaft, jedoch kann man gute Wohnmöglichkeiten auch für weniger finden, vor allem die Studentenheime sind günstiger, aber oft (die vom Studentenwerk) weit vom Zentrum. Ich empfehle auf jeden Fall, einen Vertrag zu unterschreiben, auch bevor man Geld (bspw. als Kaution) überweist, von anderen Erasmusstudenten habe ich nicht selten unangenehmen Geschichten gehört.

Universität

An der Humboldt existiert das Fach Germanistik nicht, deutsche Literatur und Linguistik sind zwei getrennte Fächer. Allerdings darf man Module in Linguistik belegen, auch wenn man offiziell im Eramusprogramm für deutsche Literatur angemeldet ist. Im erasmus -Semester habe ich Kurse sowohl für Literatur als auch für Geschichte besucht, am Ende meines Aufenthaltes musste ich einfach zwei transcript of records ausstellen lassen.

Das akademische Niveau an der Humboldt fand ich nicht höher als in Zürich, zumindest was die von mir besuchten Kurse betrifft. Der Aufbau des Semesters und der Sitzungen verlief sogar sehr ähnlich und meines Erachtens mit leider zu vielen Referaten. Oft sind aber die Berliner Studenten etwas diskussionsfreudiger und mehr engagiert als in Zürich, alle Professoren waren sehr kompetent und freundlich. Das Angebot an Lehrveranstaltung an der Humboldt fand ich sehr interessant sowohl für Literatur als auch für die neueste Geschichte. 

Am Sprachenzentrum und am Sportzentrum werden viele Kurse angeboten, anders als in Zürich muss man dafür etwas bezahlen, aber es ist eine gute Gelegenheit um ausserhalb der Kurse etwas zu tun und Studenten aus anderen Unis/ Fächern kennenzulernen.

Leben/Freizeit

Berlin...du bist so wunderbar! Das stand nicht nur überall auf Werbungsplakaten, sondern auch in den Gedanken vieler Studenten. Günstiger als Zürich, die Stadt bietet sehr vieles an: 3 Oper, Theater, Konzerte (Philarmonie), zahlreiche Museen, Ausstellungen und auch Ausgehmöglichkeiten (oft gibt es für Frauen gratis Eintritt). Mit Freunden fanden wir es schön, auch einfach irgendwo in der Stadt spazieren zu gehen, oder ein Bier an der Spree zu geniessen.Die internationale Stimmung und multikulti Facetten der Stadt sind überall zu spüren, auch einfach in der U-Bahn. Die Metropole hat klar auch negative Aspekte, Berlin kann dreckig, laut, unangenehm sein, insgesamt jedoch sehr faszinierend und bereichernd.Von Berlin aus kann man gut Ausflüge organisieren: mit dem Bus (student agency) sind wir mal für ein Wochenende nach Prag gefahren, Leipzig, Dresden und Hamburg sind auch nicht zu weit.