Erfahrungsberichte

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Wer

schultzs[at]access.uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

11/12 WS

Universität

CZ-PRAHA07
Prag - Univerzita Karlova

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Prag ist eine europäische Metropole, in der es fast jeden westlichen Standard gibt. Nur noch wenige Flecken der Stadt, ausserhalb des Zentrums, lassen auf die Zeit des Kommunismus in Tschechien (Tschechoslowakei) schliessen.

Prag ist eine wunderschöne Stadt, die es wert ist, für eine längere Zeit dort zu wohnen. Ich habe den Gang dorthin nicht bereut

Vorbereitung

In den Monaten bzw. Wochen vor meiner Abreise musste ich neben der normalen Anmeldeprozedur, mit Hilfe der Abteilung für Internationale Beziehungen, nicht viel organisieren. Falls man einen Sprachkurs machen möchte, sollte man sich dafür rechtzeitig anmelden. Die Informationen dazu erhält man aber auch im Vorfeld. Als Deutscher musste ich auch kein Visum beantragen. Man sollte sich vor Ort lediglich bei der Fremdenpolizei melden.

Falls man nicht im Wohnheim wohnen möchte, empfiehlt es sich, sich frühzeitig mit dem Wohnungsmarkt auseinander zu setzen. Dies ist auch gut über Facebook-Gruppen (Erasmus-Prague, International Students Prague) möglich. Mit dem Vorteil, dass dort die Studenten aus dem vorherigen Semester ihre frei gewordenen Zimmer anbieten.

Ankunft

Angekommen in Prag, war gleich für viel Unterhaltung gesorgt. Der „International Club“ der Karlsuniversität organisierte eine sehr abwechslungsreiche Begrüssungswoche, in der man Stadt, Universitätsgebäude, Umgebung und natürlich andere Austauschstudenten kennenlernen konnte.

Die verschiedenen Anreisemöglichkeiten (Bahn, Flug etc.) sind alle in der Informationsbroschüre aufgelistet, die man von der Karlsuniversität vor Antritt des Austauschs erhält, oder online einzusehen ist.

Zimmersuche
Wohnen

Es gibt zwei grosse Studentenwohnheime in Prag in denen man ein recht günstiges Zimmer zugewiesen bekommt, wenn man dies bei der Anmeldung so wünscht. Vorteil am Studentenwohnheim ist, dass man von zahlreichen internationalen Studenten umgeben ist, einem also nie langweilig wird. Allerdings gibt es auch einige Nachteile. Die Zimmer werden immer von zwei Studenten geteilt. Auch befinden sich die Wohnheime nicht im neuesten Zustand. Ausserdem befinden sich beide Wohnheime ausserhalb der Stadt. Je nachdem in welchem Unigebäude man Vorlesungen hat, kann das bedeuten, dass man bis zu 45 min mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muss. Ich habe mir daher ein Zimmer in einer WG in der Innenstadt genommen. Der Wohnungsmarkt ist ok, man findet also recht schnell was, wenn man sucht. In der Innenstadt zahlt man zwischen 350 - 450 CHF Miete für ein Zimmer in einer WG. Man kann auch erst ins Wohnheim gehen und sich dann von dort aus mit anderen Austauschstudenten zusammen eine Wohnung suchen, falls man nicht im Wohnheim leben möchte. Ich habe wie gesagt in einer WG gelebt, hab aber mit einigen Leuten gesprochen, die sich nichts schöneres hätten vorstellen können, als unter all den Austauschstudenten im Wohnheim zu leben.

Universität

Das Semester an der Karlsuniversität begann bei meinem Austausch 2 Wochen nach dem Start des Semesters in Zürich, ging jedoch nur 12 Wochen. D.h. vor Weihnachten wurden die letzten Vorlesungen gehalten und der Grossteil der Prüfungen fand dann im Januar statt. Man kommt also nicht mit den Semesterdaten an der UZH in Konflikt.

Die Karlsuniversität ist keine Campus-Universität sondern die Gebäude der verschiedenen Fakultäten und Departements sind über die ganze Stadt verteilt. Als Student der Wirtschaftswissenschaften fanden meine Vorlesungen in einem kleineren Gebäude zentral in der Innenstadt statt. Die Vorlesungen werden fast alle in Englisch gehalten und sind auf einem ordentlichen Niveau. Die Leistungsnachweise waren vom Umfang ähnlich wie an der UZH, also mit vielen Präsentationen, Assignments und Klausuren allerdings ist das allgemeine Anforderungsprofil geringer. Das Angebot an Vorlesungen ist sehr VWL-lastig. Es werden vor allem viele Makrovorlesungen angeboten. Für BWL-Studenten ist es daher vielleicht nicht so leicht passende Kurse zu finden.

Tschechisch ist eine sehr schwere Sprache und man wird sie sicher nicht in einem Semester so erlernen können, dass man eine sichere Konversation führen kann. Die Uni bietet aber einige Anfängerkurse gegen Gebühr an, die es sich lohnt zu besuchen.

Leben/Freizeit

In der Stadt kommt man meist mit Englisch zurecht. Die ältere Generation spricht oftmals auch deutsch. Die Stadt ist sehr stark vom Tourismus geprägt und an manchen Wochenenden kann man manche Plätze vor lauter Touristen nicht mehr betreten. Das kommt aber nicht von ungefähr, denn die Stadt ist wunderschön und hat viel zu bieten. Ausserdem ist sie für einen Schweizer sehr günstig, wenn auch gerade die Prager Innenstadt in den letzten Jahren sehr viel teurer geworden ist. Solange man aber nicht in die Touristenfallen tappt, kann man sehr günstig essen und trinken. In der Innestadt gibt es ein sehr grosses Angebot an Restaurant, Bars und Clubs. Vom International Club und weiteren Einrichtungen werden zahlreiche Ausflüge und Feiern für Austauschstudierenden angeboten

Mit günstigen Busreisen kann man andere Teile der Tschechischen Republik, oder andere Länder Zentral- bzw. Osteuropas, bequem bereisen.