Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Wer

thomas_walliser[at]access.uzh.ch

Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

10/11 WS

Universität

CN-
Shanghai - Fudan University - School of Management

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Shanghai - Die Stadt der Gegensätze. Zum einen ragen riesige moderne Hochhäuser des Finanzsektors aus dem Boden und auf der anderen Seite findet man die kleinsten Gassen, indenen das Alltagsleben der meisten Chinesen wiederspiegelt wird, beides nur rund 50 Meter voneinander entfernt. Die Fudan Universität - School of Management ist eine renommierte Universität in China und bietet ein gutes Studienprogramm an. Der Mix aus dem atemberaubenden und einmaligen Stadtleben in Shanghai und den neuen kulturellen Erfahrungen in der Stadt sowie an der Universtität machen das Austauschprogramm zu einem unvergesslichen Event. Es ist spannend sowie herausfordernd mit chinesischen Studenten zusammen zu arbeiten. Insbesondere die Vorlesungen mit den Schwerpunkten auf Doing Business in China sind aus akademischer Hinsicht ein Highlight. An dieser Stelle möchte ich einen grossen Dank an die Zürcher Financial Service Group für die grosszügige finanzielle Unterstützung aussprechen. Shanghai ist eine teure Stadt und ohne die finanzielle Unterstützung wäre reibungsloses Studieren nicht möglich gewesen.

Wichtige Tipps

·         www.smartshanghai.com (für Nightlife, Essen, Wohnen, etc.)

·         www.ctrip.com (für Reisen)

·         sich eine chinesische Natelnummer zu legen

·         VPN Client für Facebook verwenden

·         Single Entry Visa in Resident Permit umwandeln

·         Ein Bankkonto in Shanghai eröffnen (10 RMB)

·         Streetfood ausprobieren

·         Reiseziele: China (Tibet, Peking, Hainan), Hongkong, Macau, Japan, Südkorea

Vorbereitung

Bevor ich mich auf den Weg nach China gemacht habe, besuchte ich Chinesisch I am Sprachenzentrum der Universität Zürich. Obwohl die Fortschritte nach nur einem Semester relativ gering sind, hat der Kurs viel gebracht. Die Struktur und der Aufbau der Sprache werden einem gezeigt und man bekam ein gewisses Verständnis für die chinesische Kultur. Ich empfehle es jedem einmal in ein chinesisches Lehrbuch hinein zu schauen bevor man sich nach China begibt. In China sprechen nur wenige Leute englisch. Die Taxifahrer verstehen auch kein englisch und ohne Grundkenntnisse wird man ins kalte Wasser geworfen. Die wichtigsten Floskeln lernt man jedoch sehr schnell und man kann sich dann ohne weiteres alleine in Shanghai bewegen. Die Schule hat dieses Semester auch einen chinesisch Kurs für die Exchange Students angeboten. Wer grosse Fortschritte machen will, kann ohne weiteres Privatunterricht nehmen. Es gibt viele gute Angebote zu erschwinglichen Preisen.

Ankunft

Es gibt zwei Flughäfen in Shanghai, PVG und SHA. Jedoch ist der SHA nur für nationale Flüge und deshalb werdet ihr definitiv auch auf dem Pudong Airport (PVG) ankommen. Wenn ihr euch zum Beispiel entschieden habt eine Wohnung zu suchen, so ist es empfehlenswert am Anfang in ein Hostel oder Hotel für die ersten paar Tage zu ziehen. Vorteil von einem Hostel ist, dass ihr ziemlich sicher andere Studenten treffen werdet, die auch auf der Suche nach einer WG sind.  Hilfreich ist es die Adresse des Hotels/Hostels in chinesisch zu haben sowie einen Ausdruck von Google Map oder einem anderen Kartenprogramm. Ich habe dann am zweiten Tag Kontakt mit einem Makler aufgenommen und mich dann mit ihm auf die Wohnungssuche gemacht. Das ganze ist relativ unkompliziert und funktioniert erstaunlich gut.

Zimmersuche
Wohnen

Es gibt im grossen und ganzen zwei Möglichkeiten in Shanghai zu wohnen. Zum einem in einem Dorm der Universität und zum anderen in einer gemieteten Wohnung (alleine oder WG). Ersteres ist nicht empfehlenswert, da die Dormzimmer extrem klein sind und mit ca. 15-20 Franken pro Tag relativ teuer für die gebotene Leistung sind. In meinem Austauschsemester hat kein einziger Austauschstudent in einem Dorm der Universität gewohnt. Zusätzlich kommt noch dazu, dass diese bereits 1-2 Monate vor Studiumsbeginn ausgebucht sind. Alle Austauschstudenten haben sich eine Wohnung gemietet und mit mehreren Personen geteilt. Die Wohnungspreise sind relative hoch und vergleichbar mit der Schweiz. Eine WG kostet ca. 400-650 Franken pro Person pro Monat exklusive Nebenkosten wie Wasser, Strom und Internet. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei der Zürich Financial Service Group für die grosszügige finanzielle Unterstützung bedanken, die einen grossen Teil der Wohnkosten übernommen hat. Es gibt drei gute Wohnungsgebiete je nach Bedürfnis: im Stadtzentrum, nahe der Universität oder dazwischen in grossen Wohnungsvierteln. Ich wohnte zwischen der Universität und dem Stadtzentrum. Der Weg zur Schule war ca.30-45 Minuten mit der Metro. Der Vorteil in solchen Wohnungsvierteln ist, dass viele Studenten dort wohnen und man leicht neue Kontakte knüpfen kann. Vom Stadtzentrum aus benötigt man mindestens eine Stunde (oft 1,5 Stunden) zur Universität, ist jedoch schneller in der Stadt und flexiber bezüglich Sightseeing, Shopping und Nachtleben. Nahe der Universität würde ich persönlich nicht empfehlen, da man nicht jeden Tag Vorlesungen hat und somit der Vorteil der Nähe marginal ist.

Universität

Studienplan

Die Universität bietete ca. 20 Kurse an. Jedoch wurden einige wegen mangels Teilnehmer gestrichen und schlussendlich konnte man noch aus ca. 12 Kursen auswählen. Man muss zwischen 2 und 6 Kursen wählen. Jeder Kurs gibt zwei Punkte (4 an der Uni ZH) und dauert meistens 6 Wochen lang. Wobei man hier im Vergleich zu Zürich vier Stunden und nicht zwei Stunden pro Woche unterrricht desjeweiligen Fach hat. Das Kursangebot ist auf Management und einwenig auf Finance gerichtet. Die Kurse unterscheiden sich wie folgt von denen an der Universität Zürich: Die Kurse sind Bestandteil eines MBA Programmes und sind deshalb nicht so tiefgründig wie klassische Theorievorlesungen an der UZH. Der Schwerpunkt wird mehr auf das Präsentieren und das Arbeiten in Gruppen gelegt. Praktisch in jedem Kurs ist die Leistungsüberprüfung eine Gruppenarbeit sowie eine Präsentation. Ich hatte nur in einem von sechs Fächern eine schriftliche closed-book Prüfung. In den anderen Kursen waren es entweder Gruppenarbeiten, Einzelpräsentationen oder Einzelarbeiten (mit Seminararbeiten an der Uni ZH zu vergleichen). Interessant waren die interkulturellen Veranstaltungen wie zum Beispiel Business Model Comparison accross Cultures, China Funds, Change Strategy und Managing across Cultures.

Netzwerk

Die Fudan bietet zwei MBA Programme an, eines in chinesisch und das andere in englisch. Leider wählen fast alle Chinesen das chinesische Programm. Aus diesem Grund besteht das englische Programme mehrheitlich aus Exchange Studenten. Das heisst es ist höchstens ein Drittel der Klasse sind Chinesen. Dadurch wird es schwieriger in Kontakt mit den Chinesen zu kommen. Die Fudan bietet ein Buddy-Programm an (ähnlich wie dasjenige vom Fachverein Ökonomie an der UZH), welches sehr gut und hilfreich ist. Die Chinesen sind im allgemeinen sehr freundlich und helfen einem gerne. Der Informationsaustausch und Kontakt zwischen den Exchange Studenten war sehr gut. Fudan organisierte einen Willkommens- sowie Farewellanlass um sich besser kennen zu lernen.

Leben/Freizeit

Shanghai ist eine moderne Stadt in der es nie langweilig zu werden scheint. Mit über 20 Millionen Einwohner ist dies auch kaum möglich. Das Alltagsleben kann ohne grosse Probleme bewältigt werden. Westliche Shops sowie chinesische Lokalitäten, die 7 Tage geöffnet haben, erleichtern das Einkaufen enorm. Speziell gut haben mir persönlich die Streetfood Anbieter gefallen, bei denen man für ca. 1-2 Franken eine grosse Portion Nudeln oder Reis nach chinesicher Art kaufen kann. Es gibt viele pompöse Bars und Restaurant sowie auch traditionelle Restaurant. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das Highlight meines Aufenthaltes war die 10-tägige Reise in Tibet. Das Dach der Welt bietet einzigartige Landschaften und mit einer unvergesslichen 52-stündigen Zugfahrt durch mehr oder weniger alle Regionen Chinas wurde der Reise die Krönung aufgesetzt.