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Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

09/10 SS

Universität

CN-
Beijing - Tsinghua University

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Das Austauschsemester an der Tsinghua University ist definitiv eines der Highlights in meiner Studienzeit. Dabei konnte ich Einblicke in eine von uns unterschiedliche Kultur erhalten, das chinesische „Alltags-Leben“ auf dem Campus kennenlernen, viele neue Freundschaften schliessen sowie ein Land bereisen dass ich ansonsten nicht in Angriff genommen hätte. Das Land bietet jenste Kontraste von hochstrebende Wolkenkratzer und der Weltausstellung bis hin zu abgelegenen Reisfeldern auf über 2500m über Meereslevel und den Minderheiten.

 Zusätzlich konnte ich auch von den Kursen an der Universität viel profitieren und lernen. Die Lernmethoden unterscheiden sich dabei von jenen an der Universität Zürich, denn Tsinghua setzt bedeutend mehr Gruppenarbeiten (Case Studies und Vorträge) ein als reine Prüfungen und der Fokus liegt oft auf der chinesischen Wirtschaft. 

Ein zusätzliches Plus dieses Austausches ist zudem das Stipendium der Zürich Financials.

Vorbereitung

Als Vorbereitung auf meinen Austausch habe ich ein Semester zuvor einen Sprachkurs an der ETH absolviert. Dennoch hilft einem das nicht gross weiter, da das Personal auf dem Campus sowie auch die Menschen in Beijing praktisch kein Englisch sprechen und meine Sprachkenntnisse noch zu schlecht waren um Konversationen zu führen. Zum Glück habe ich am ersten Tag in China eine Australierin kennengelernt, die bereits vier Jahre Chinesisch studiert hat und so konnte sie mir in vielen Angelegenheiten (wie das Holen der Essenskarte für die Mensa, Kaufen eines Fahrrades, etc.) helfen.

Daneben muss man sich vor dem Austausch intensiv mit dem Buchen der Fächer auseinandersetzten. Dabei erhält jeder Student von Beginn weg 1000 Punkte und muss sie auf jene Fächer setzten, die er besuchen möchte. Dabei erhalten jene das Fach (falls mehr Leute sich einschreiben als es Plätze gibt), welche die höchste Punktzahl gesetzt haben. Dies ist ein faires System und ermöglicht, dass man am Ende auch jene Fächer erhält, die man für den Abschluss des Studiums benötigt.

Wichtig ist es vorallem, dass man - sollte man sich entschliessen ein Dorm an der Uni zu nehmen - genügend Cash dabei hat, da man das Zimmer gleich zu Beginn für 6 Monate bezahlen muss und bei Kreditkarten extrem hohe Gebühren dazukommen. 

Ankunft

Bei der Ankunft am Flughafen sollte man die chinesische Adresse der  Tsinghua University (Nord-Ost Gate) dabei haben und so ein Taxi nehmen. Das kostet etwa 100Rmb. Die Ausländer Dormitories sind deutlich mit den jeweiligen Nummern angeschrieben. Möchte man auf dem Campus wohnen, so begibt man sich direkt zu Building 19, 1. Stock, wo man sich für ein Zimmer registrieren kann. Wichtig ist hier, dass man etwa 13'000 Rmb dabei hat, um das Zimmer (sofern man ein Einzelzimmer will) für 6 Monate bezahlen zu können.

Anschliessend gilt es sich ein Velo, ein Internetkabel, Essenskarte, Waschkarten, etc. zu besorgen. Ein Supermarket befindet sich im C-lou. Das Velo kann man an jensten Orten auf dem Campus beziehen.

Zimmersuche
Wohnen

Ich leistete mir ein Einzelzimmer mit Badezimmer (ca. 12m2) auf dem Campus in den „Dormitories“, das ca. 400 CHF im Monat kostete und jeden zweiten Tag geputzt wurde. Für eine Internetverbindung, Wachmaschine, etc. musste man zusätzlich bezahlen. Im Vergleich zu den Wohnungen ausserhalb des Campus war das Dorm leider etwas überteuert. Das Leben direkt auf dem Campus bot aber sehr viele Vorteile. So hatte man nicht nur die Nähe zur Universität und vielen Freunden (die natürlich ebenfalls auf dem Campus lebten), sondern konnte auch von den günstigen Kantinen profitieren (1 CHF pro Essen) und einem grossen Sportangebot der Uni nur wenige Schritte von der Wohnung weg. Ich würde mich deshalb nochmals gleich entscheiden.

Universität

Die Tsinghua University ist eine sehr anerkannte Universität mit hervorragendem Ruf im Land von der auch viele Politiker des Landes herkommen. Sie bietet einem ein super Umfeld mit einer guten Balance zwischen Studieren, Freizeit und Sport.

Generell konnten wir aus acht verschiedenen Kursen auswählen. Da ich für meinen Studienabschluss 30 Punkte brauchte, wählte ich sieben Fächer: Financial Statement Analysis, Investments, Doing Business in America, Corporate Governance, Entrepreneurial Management, Doing Business in China und Chinesisch. Dabei hatte man in jedem Fach 3.5 Stunden Vorlesung pro Woche. Die Leistungsüberprüfung war von Fach zu Fach unterschiedlich: Prüfung, Gruppenarbeiten, Case Studies oder Vorträge. Der Inhalt der Kurse war nicht wirklich herausfordernd, da die Fächer Grundlagen vermittelten. Schwieriger und herausfordernder hingegen waren die Gruppenassignments, da dort die Koordination und nicht selten das Zeitmanagement die Aufgabe verkomplizierten. Das wirkliche Problem lag nämlich darin, dass praktisch alle Austauschschüler nur ein „bestanden“ in ihrem Zeugnis erhalten und deshalb – ungleich der Studenten von der Uni Zürich - nicht wirklich an der Note interessiert sind. Dieser Fakt führt dazu, dass das wahre Wissen und die individuelle Kompetenz nur selten auch in der Schlussnote zur Geltung kommen.

Leben/Freizeit

Das Leben in Beijing ist an sich ein sehr angenehmes Leben. Der Wudaokou-Bezirk ist wie eine kleine Stadt in der Stadt und bietet alles, was man für das tägliche Leben so braucht. Nebst hunderten von Geschäften, einer grossen Shopping Mall und Restaurants gibt es auch einige gute Bars und einen Club. An den Wochenenden oder freien Tagen bietet es sich sehr an, die Sehenswürdigkeiten oder unzählen billigen Shoppingmärkten der Stadt zu besichtigen. Dabei sollte man sich 60min Zeit für den Weg mit der U-Bahn einplanen. 

Auch das Reisen bietet sich an. Dabei kann man wenn es die Uni und die Zeit zulässt an den Wochenenden die Umgebung von Beijing wie z.B. Datong erkunden. Dazu bieten sich Nachtzüge oder Busreisen sehr an. Im Anschluss an den Austausch reiste ich zusätzlich für 2 Monate innerhalb von China und der Mongolei herum. Dabei kann man unter eLong.net günstige Flüge finde. Dabei haben sollte man aber immer den Lonely Planet mit chinesischen Adressen.