Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

09/10 SS

Universität

CN-
Shanghai - Fudan University - School of Economics

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Alles in allem kann ich auf ein super Semester zurückblicken. Es gab Zeiten, da konnte man nur schlecht die fremde Kultur akzeptieren. Doch die Vorteile überwogen klar. Shanghai bietet Möglichkeiten, die zu Hause kaum realisierbar wären. Einmal an einer anderen Uni zu studieren, war für mich eine willkommen Abwechslung. Der Unterricht war völlig anders gestaltet, es wird mehr Wert aufs Präsentieren, die ökonomische Intuition sowie Gruppenarbeiten gelegt. 

Vorbereitung

Zur Vorbereitung gehört sicherlich das Visum, da ich mir die Möglichkeit offen lassen wollte, nach den Vorlesungen noch in Südostasien zu reisen, beantragte ich ein X-Visum, das dann in China in eine Residence-Permit umgewandelt wurde. Der Medi-Check in Zürich war erforderlich, da der Konsul dies so wollte. In China musste ich denselben Test noch ein zweites mal machen. Des weiteren gehört dazu noch ein Flug, oder Zugbillet sowie die Unterlagen für die Uni. Was genau mitzunehmen war, stand im International Studentbooklet, dass uns kurz vor der Abreise per UPS zugestellt wurde. Ebenso sollte ein Notebook mitgebracht werden, wenn möglich mit VPN, da die Universität keine Computer für Austauschstudenten zur Verfügung stellt. 

Ankunft

Am Flughafen angekommen, ist entgegen der landläufigen Meinung, alles wunderbar angeschrieben. Wir nahmen den Maglev und donnerten mit 431km/h Richtung City-Center. Von da kann gut mit der UBahn weitergereist werden. Die Uni befindet sich an der Line 10. Da die Metros mit Farben und Nummern versehen sind, und die Stationen auch in englisch angeschrieben sind, ist das für jedermann machbar. 

Zimmersuche
Wohnen

In älteren Berichten wurde teilweise auf die schlechte Internetleitung im Dorm hingewiesen, dies ist nicht so. Ganz China geniesst zurzeit noch eine relativ dürftigen Datenfluss. Wir haben uns entschlossen ausserhalb des Dorm zu wohnen, da uns die fehlende eigene Küche sowie Wohnzimmer, Besucherrestriktionen und die Distanz zum Stadtzentrum nicht ganz optimal erschienen. Dabei dürfen auch keine elektrischen Geräte wie Kühlschränke etc. im Zimmer installiert werden. Da der Staat verlangt, dass man innert 10 Tagen nach Ankunft einen festen Wohnsitz haben muss, waren wir in den ersten Tagen sehr damit beschäftigt eine Wohnung zu suchen. Bis mir jemand einen vielversprechenden Kontakt zu wies - John the Apartment guy - was alle Immobilienverwalter nicht konnten oder wollten, schaffte er in 2 Tagen - uns eine Wohnung zu organisieren, die unseren Vorstellungen und Wünschen entsprach. Er kann via mail john[at]house588.com oder auch Telefon 13918188105 erreicht werden, spricht perfekt englisch und weiss, was man als Student braucht und kann auch die Budget Situation verstehen. Rückblickend würde ich wieder eine Wohnung nehmen, die Vorteile überwiegen meiner Meinung nach klar.

Universität

Die School of Economics bietet verschiedene Master in Economics an, einer davon ist das EMA - Programm, worin ich teilnehmen durfte. Studenten aus der ganzen Welt, sei es Afrika, Nord- oder Südamerika, Asien oder auch Europa, sitzen im selben Schulzimmer. Da der Unterricht oftmals sehr interaktiv ist und die Professoren wert auf Gruppenarbeiten legen, kann oft von dieser Vielfalt profitiert werden. In gewissen Fächern besteht eine Anwesenheitspflicht und die unzähligen Präsentationen, die nicht selten auch verschoben werden, erfordern ein gutes Zeitmanagement. Abgabetermine sind oft unklar und werden spontan und reichlich spät festgelegt. Das Semester ist Verglichen mit Zürich extrem lang, Ferien gabs wegen der Weltausstellung keine. Die Fächerauswahl ist relativ bescheiden - unter der Voraussetzung, dass man sich die im Walhpflichtbereich anrechnen lassen möchte. 

Leben/Freizeit

Das Leben ist im allgemeinen gemütlicher, spontaner und unkomplizierter. Vieles lässt sich durch verhandeln oder diskutieren verschieben oder arrangieren. Durch ihre neugierige Art sind sie die Chinesen oftmals sehr hilfsbereit. An den kurligen Strassenverkehr und den ständigen Lärm sollte man sich aber zuerst einmal gewöhnen. Die Freizeitmöglichkeiten sind unzählbar, durch das tiefe Preisniveau ist für jeden etwas dabei.