Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

09/10 SS

Universität

CN-
Shanghai - Fudan University - School of Management

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Sowohl für meine berufliche Weiterentwicklung als auch für die persönliche Horizonterweiterung war dieses Semester an der Fudan Universität sehr wertvoll für mich. Besonders interessant war es, mehr über die Ausbildungsmöglichkeiten der zukünftigen Chinesischen Elite zu erfahren und gleichzeitig deren persönliche Arbeitsweise kennen und verstehen zu lernen. Für meine berufliche Zukunft ist dies ohne Zweifel förderlich und ich bin gespannt, in welchem Zusammenhang die erlangten Kenntnisse zum Einsatz kommen werden. Zudem ist Shanghai zur Zeit wohl eine der spannensten Städte überhaupt, da unheimlich viel im Wandel ist und sich die Stadt rasant entwickelt. Für ein halbes Jahr in einer solch kulturell verschiedenen Grossstadt zu leben war ein unvergleichbares Erlebnis.

Vorbereitung

Um mich auf mein Austauschsemester in Shanghai vorzubereiten habe ich am Sprachenzentrum einen einsemestrigen Kurs belegt. Leider erwies sich das Erlernen der Chinesischen Sprache und Schrift im Nachhinein als beinahe zu komplex um in solch kurzer Dauer neben dem Studium ein ausreichendes Niveau zu erlangen. Da es sich um meine erste Reise nach China handelte, habe ich zudem versucht, mehr über die Chinesische Kultur zu erfahren. Ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Buch in diesem Zusammenhang ist meines Erachtens In China essen sie den Mond, ein Erfahrungsbereicht über das Leben in Shanghai von Miriam Collée. 

 

Ankunft

Ich bin zusammen mit einer Studienkollegin über Dubai nach Shanghai geflogen. Glücklicherweise wurden wir von einer Chinesischen Kollegin, die ein Austauschsemester in Zürich absolviert hatte, direkt am Flughafen abgeholt. Die Wohnung konnte ich von Studierenden der Uni Zürich, die ein Semester vor uns in Shanghai verbracht haben, übernehmen. Der Registrierungsprozess an der School of Management war sehr einfach. Ich bin jedoch einen Tag zu spät angekommen, was mir wohl lange Wartezeiten erspart hat. Zusätzlich muss man sich, sobald man nicht mehr in einem Hotel wohnt, innerhalb von 72h bei der örtlichen Polizeit mit Pass, Visum und Wohnungsvertrag (Kopien) anmelden. Nützlich ist es auch, so bald wie möglich eine Chinesische Simkarte zu kaufen, beispielsweise in einem grösseren China Mobile Shop, da können die Verkäufer oftmals relativ gut Englisch. Ich habe in Zürich ein Visum für ein halbes Jahr, single entry beantragt. Da ich aber schon von Anfang an wusste, dass ich ausreisen werde, habe ich das Visum in Shanghai in ein Residence Permit (dazu braucht man u.a. den Gesundheitstest) umgewandelt. Leider wurde dieses aber für eine kürzere Dauer ausgestellt, weshalb für mich der Visa-Spiessrutenlauf noch weiter ging.  

Zimmersuche
Wohnen

Da sich die Fudan Universität etwas ausserhalb, im nördlichen Teil von Shanghai befindet, habe ich mich entschieden nicht in der Nähe des Campus zu wohnen. Wie bereits erwähnt, konnte ich glücklicherweise die Wohnung von Studierenden des vorigen Semesters übernehmen. Die Lage der war Wohnung ideal, unweit des People's Square. Das Preis-/Leistungsverhältnis unserer Wohnung war auch sehr in Ordnung. Die meisten Austauschstudierenden wohnten in der Nähe des People's Square oder im Quartier Jing'An. Mit der Metro kommt man bequem zur Uni, neu hält die Metro der Linie 10 ganz in der Nähe des Universitätsgeländes. 

Universität

Ich habe mich bereits vor Beginn des Austauschsemesters entschieden, mich auf die angebotenen BI-Kurse, die in Zusammenarbeit mit der Norwegian School of Management in Oslo angeboten werden, zu konzentrieren. Daher war wie erwartet die Mehrheit der Professoren europäischen Ursprungs. Da jedoch auch diese Professoren den Unterricht stark auf China und Asien im Allgemeinen fokussierten war dies nicht minder interessant, nicht zuletzt da oftmals auch kontroverse Themen zur Sprache kamen. Die Professoren wurden dabei oftmals explizit nach ihrer persönlichen Meinung zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Themen gefragt. Das Niveau der Vorlesungen war vergleichbar mit dem an der Universität Zürich, jedoch mehr auf die Praxis in der Berufswelt ausgerichtet. Die Leistungsüberprüfung erfolgte jeweils mittels Arbeiten, welche wir zu Hause, nach dem Ende des jeweiligen Moduls, verfassen mussten. Da es sich um ein MBA Programm handelt, waren die Studierenden bedeutend älter, hatten mehrere Jahre Berufserfahrung und mittlerweile Posten im mittleren Management, oftmals bei ausländisch investierten Unternehmen, inne.

Leben/Freizeit

In Shanghai ist immer irgendwo etwas los. Seien es Sportevents, Filmabende, Konzerte, Kunstausstellungen, das Angebot ist beinahe unermesslich. Ein ganz besonderes Highlight in diesem Jahr ist natürlich die Weltausstellung. Glücklicherweise sind die Preise für Anlässe aller Art kaum zu vergleichen mit dem Preisniveau in der Schweiz, was es auch Studierenden erlaubt, kulturellen Ereignissen beizuwohnen. Nicht zuletzt ist natürlich auch die Chinesische Küche ein Erlebnis, manchmal ein schöneres, manchmal ein weniger schönes...