Erfahrungsberichte

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Wer

L.Burcak[at]gmx.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

10/11 SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Populäre Kulturen (7722)

Gesamteindruck

Die Zeit als Erasmus Studentin in Berlin war eindrücklich, spannend und eifach toll! Die Stadt im Frühling/Sommer ist atemberaubend, es gibt etliche Unternehmensmöglichkeiten und die Deutschen wurden ihrem Ruf, dass sie direkt sind, gerecht. 

Die wahre Herausforderung waren die nötigen Dokumente zu organisieren (Ausländerbehörde, Bürgeramt, Immatrikulation, etc.). Was einem die Möglichkeiten zu lernen ein bisschen eingeschränkt hat. Das war aber nicht schlimm, denn die Erasmus-Zeit verbringt man nicht nur an der Uni.

 Mir hat die Zeit extrem gefallen und ich empfehle es Jedem und Jeder! 

Vorbereitung

Learning Agreement: Mit dem aktuellen Vorlesungsverzeichnis war es mir gut möglich, mir die Kurse genau anzuschauen. Dass allerdings zwei Kurse in Berlin einem Kurs in Zürich entsprechen, war mir zuvor nicht bewusst. Dies hat das Erstellen des LA etwas komplizierter gemacht. Ich habe allerdings früh genug damit begonnen und wurde bis zu meiner Abreise fertig.

Wohnen: Mit der Zimmersuche habe ich etwa 1 Monat vor meiner Abreise angefangen. Ich konnte glücklicherweise meinen einzigen Kontakt nach Berlin nutzen, durch welchen ich dann auch mein erstes WG-Zimmer zugesagt bekommen habe.

Ankunft

Ich bin zwei Wochen vor Uni-Start in Berlin an einem Freitag angekommen. Am ersten Tag habe ich mir gleich die Uni angesehen und dann das Wochenende genossen. Mit Freunden aus der Schweiz, die gerade in Berlin waren. Die Zeit bis zum Uni-Start habe ich genutzt, die Stadt zu erkunden, Party zu machen und letztlich an den Begrüssungstagen der FU teilzunehmen. 

Zimmersuche
Wohnen

Die Zimmersuche hat mich beinahe verrückt gemacht! Zunächst hiess es in Berlin sei alles sehr billig und es habe etliche Wohnmöglichkeiten. Da Berlin aber schon seit langem zur coolsten Stadt Europas gekrönt wurde (diverse Quellen) sind die Zimmerpreise doch ziemlich hoch und viele sind vergeben oder die WG's haben einen hohen Anspruch an die zukünftigen Mitbewohner (Vegetarier, politisch engagiert, Mann oder Frau, Alter, etc.). 

Wie gesagt, konnte ich meinen einzigen Kontakt in Berlin nutzen, sodass ich die ersten zwei Monate in einem Hausprojekt  untergekommen bin. Im Haus wohnen rund 20 Leute und äusserst sauberen Bedingungen, was ich zuerst nicht glauben wollte. 

Nach zwei Monaten habe ich mich erneut auf Zimmersuche gemacht und ziemlich knapp ein tolles Zimmer in guter Lage gefunden.

 In Berlin funktioniert die Zimmersuche stets auf den letzten Drücker. Gute Nerven sind gefragt! 

Universität

Die Freie Uni lag etwa 40 Minuten von meinem Wohnort weg in Dahlem. Die Umgebung dort ist im Sommer sehr grün und idyllisch. Anfangs fehlte etwas der Überblick, da meine einzelnen Institute einige Busstationen weit weg sind. Dennoch ist es konzentrierter als in Zürich / Zürich-Oerlikon. 

Das Institut für Theaterwissenschaft (inkl. Filmwissenschaft) ist ein kleines Gebäude, welches mir sehr gefallen hat. Es steht im krassen Gegensatz beispielsweise zur Grimm-Bibliothek an der Friedrichstrasse, in welcher ich teilweise gearbeitet habe. Mir gefiel das Institut für Theaterwissenschaften sehr, besonders weil sie ein kleines von Studenten geführtes Cafe haben. Solche Cafes sind aber generell sehr typisch für die FU.  

Die Seminare und Vorlesungen waren äusserst spannend, wenn auch teilweise schlecht besucht. Die Seminare waren für mich eine Herausforderung. Es ist gar nicht so einfach, sich gut auf Hochdeutsch auszudrücken, selbst wenn wir als Schweizer Hochdeutsch sprechen. 

Leben/Freizeit

Wie erwartet, war ich anfangs erschlagen von den vielen Angeboten! Nach und nach habe ich sortiert. Ich ging oft ins Theater, an Parties, ins Museum und Fotografie-Ausstellungen, an Flohmärkte und ins Kino. Im Sommer ist in Berlin der Sonntag der Ausgeh-Tag: es gibt etliche Openairs, an die viele Leute gehen und feiern. Dann sind da noch die tausenden Parks und viele Bademöglichkeiten!

 Es lohnt sich auch Bekanntschaft mit Berlinern und Wahl-Berlinern zu machen! Dann besteht auch eine grössere Möglichkeit einige Insidertipps zu bekommen, fernab von all den Toursiten-plätzen. Besonders im Sommer ist die Stadt voller Touristen, was für mich zwar kein Problem war. Die Berliner haben allerdings ein seltsames Verhältnis zu Touristen. Aber als Erasmus-Studentin gehörte ich zum Glück in diese Kategorie :)