Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

10/11 WS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Publizistikwissenschaft (7251)

Gesamteindruck

Mir hat eigentlich alles an meinem Aufenthalt in Wien gefallen: die Universität, die Leute, die Stadt,... Obwohl ich weder eine total neue Kultur noch eine Fremdsprache gelernt habe, war es für mich eine wertvolle Erfahrung, in der ich Neues und Anderes kennen gelernt habe.

Es ist so, wie es viele sagen: wenn der Aufenthalt beendet ist möchte man am liebsten gar nicht mehr zurück.

Vorbereitung

Für Wien habe ich mich aus verschiedenen Gründen entschieden: ich wollte unbedingt einen Austausch in einer anderen Stadt machen, wo ich eine neue Universität, neue Leute und eine neue Stadt kennen lernen würde. Da mein Freund in Wien wohnt, habe ich mich dann für diese Stadt entschieden - und habe es ja auch nicht bereut!

 Die Vorbereitung bezüglich der Universität war sehr leicht: ich musste mir einige Vorlesungen aus dem Vorlesungsverzeichnis der Universität Wien aussuchen und damit dann mein Learning Agreement unterschreiben lassen. Da ich deutschsprachig bin, hat mich die Universität Wien wie eine normale Studentin behandelt und ich konnte die Kurse bereits von zu Hause aus online buchen, wobei das System in Wien total anders ist: es gilt nämlich nicht das first-come-first-serve Prinzip, sondern man kann insgesamt 1000 Punkte innerhalb eines gewissen Zeitraumes jeweils nach Präferenz auf die Fächer setzen. Diejenigen, die am meisten Punkte gesetzt haben, kriegen dann das Fach. Eigentlich hätte man aber als Erasmus-Student auch einfach per e-mail mitteilen können, welche Kurse man belegen möchte und hätte diese Plätze dann auch gekriegt.

Da mein Freund bereits vorher in Wien gelebt hat, hat er eine Wohnung gesucht, diese Mühe musste ich mir also nicht machen. Allerdings habe ich gesehen, dass es relativ einfach ist, einen Platz in einem Studentenwohnheim zu erhalten. Und auch bei den normalen Wohnungen ist der Andrang nicht so gross wie in Zürich.

Ankunft

Ich bin mit dem Zug nach Wien gefahren. Es ist kein Problem, sich in Wien zurechtzufinden. Es gibt unzählige Strassenbahnen, Busse und U-Bahnen. Auch der Weg vom Flughafen in die Innenstadt ist kein Problem.

Zimmersuche
Wohnen

Wie bereits im Abschnitt Vorbereitung erläutert musste ich mich nicht gross um die Wohnungssuche kümmern. Ich hatte aber einige Freunde, welche in Studentenwohnheimen für Austauschstudenten gewohnt haben und hätte mir ebenfalls vorstellen können, dort zu wohnen. Meistens waren es 2-er WG's mit gemeinsamer Küche und Bad, die Wohnungen waren sehr sauber und modern. Ausserdem hat man ständig neue Austauschstudenten kennen gelernt.

 Unsere Wohnung befand sich an der Thaliastrasse (16.Bezirk), eine relativ grosse Strasse mit U-Bahn Station. Mein Weg zur Universtiät war mit der Strassenbahn kein Problem, in 15 Minuten war ich an der Hauptuni (welche sich auch gleichzeitig im Zentrum der Stadt befindet). Aber auch in der Uni Wien wird mal zum Pendeln angeregt, weshalb ich öfters weitere Wege auf mich nehmen musste, was aber wie gesagt dank des guten öffentlichen Verkehrs kein Problem war.

Universität

Die Universität Wien hat mir sehr gut gefallen. Zunächst einmal ist sie im Verhältnis mit der Universität Zürich sehr viel grösser und auch etwas anders organisiert. Die Uni liegt zentral, mitten in der Stadt. 10 Minuten vom Hauptgebäude entfernt befindet sich ein Campus, in welchem man so gut wie alles findet: ein Lebensmittelgeschäft, Ärzte, Bücherläden und zu guter Letzt natürlich Hörsääle.

Das Publizistikstudium ist im Gegensatz zu Zürich nach Praxisfeldern gegliedert. So kann man zum Beispiel zwischen Öffentlichkeitsarbeit, Radiojournalismus, Werbung, Marktforschung oder Printjournalismus wählen. Dieser Aspekt hat mir schon einmal sehr gefallen. Ich habe dann auch die Vorlesungen PR und Werbung gewählt. Die Vorlesungen in Wien sind vergleichbar mit denen in Zürich, obwohl manchmal mehr Raum für Diskussionen und eigene Gedanken gelassen wurde, welchen ich in Zürich manchmal vermisse. Dann hatte ich noch ein Seminar zur Internen Organisationskommunikation, in welchem wir die interne Kommunikation eines Unternehmens beleuchten mussten und daraus Schlüsse ziehen mussten. Ich fand das Thema sehr spannend und habe auch viel gelernt.

Als viertes Fach hatte ich Marketing aus den Wirtschaftswissenschaften. Dies war eigentlich meine einzige Massenvorlesung. Sie war aber sehr angenehm und unterhaltend und auch dort habe ich einiges gelernt.

In Wien muss man während des Semesters öfters kleine Zusatzleistungen erbringen, wie zum Beispiel Aufgaben lösen, damit erhält man dann Zusatzpunkte, welche entweder Voraussetzung für die Prüfungszulassung sind oder einem Prüfungspunkte im Vorab geben.

Der Alltag in der Universität ist dem in Zürich sehr ähnlich. Was mir aufgefallen ist, ist eine höhere Solidarität zwischen den Studenten. Es gibt mehrere Foren im Internet, wo rege Zusammenfassungen, Notizen oder andere Zusatzunterlagen ausgetauscht werden. Allgemein ist die Atmosphäre etwas lockerer, da auch die Prüfungen 3-5mal wiederholt werden können, was natürlich im Gegensatz zu Zürich ein enormer Unterschied ist.

Leben/Freizeit

Wien ist eine grosse Stadt mit unzähligen Möglichkeiten, seine Zeit zu verbringen. Mit der Legi kann man sich ein vergünstigtes Abo für den öffentlichen Verkehr kaufen, welches das Semester lange gilt (um die 125 Euro).

In meiner freien Zeit habe ich vor allem die Stadt entdeckt und an einigen Aktivitäten des Erasmus Student Network ESN teilgenommen (http://esn.univie.ac.at/). Ich denke, dies ist die einfachste Möglichkeit, die Stadt und deren Umgebung und natürlich andere Austauschstudenten kennen zu lernen, auch da es in der Uni oft schwer war, neue Leute kennen zu lernen. Das ESN organisiert unzählige Parties, Trips nach Budapest, Prag, München, Venedig,..., und bietet auch Sportkurse während des Semesters an. Die Aktivitäten an denen ich teilgenommen haben bleiben mir in sehr guter Erinnerung und ich habe dort die meisten meiner Freunde in Wien kennen gelernt.