Erfahrungsberichte

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Wer

Marielle.Roth[at]access.uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

10/11 SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Publizistikwissenschaft (7251)

Gesamteindruck

Das Austauschsemester in Berlin hat mir einfach super gefallen, und ich würde es jedem weiterempfehlen. Die Stadt hat so viel Flair, und ist so vielfältig, dass man sich hier nicht langweilen kann. Zudem war es sehr interessant, das Studentenleben an einer andere Uni kennenzulernen, und mit der UZH zu vergleichen. Genauso spannend ist es auch zu sehen, wie schnell man lernt, sich alleine in so einer grossen Stadt zuerchtzufinden. Ich konnte unzählige (eigentlich nur positive) Erfahrungen sammeln, die mich persönlich bestimmt weiterbringen werden.

Alles in allem: Berlin ist grossartig und ich werde bestimmt bald wieder da sein.

Vorbereitung

 Da ich vorhatte im Frühlingssemester einen Austausch zu machen, und man sich aber bereits im Januar für ERASMUS anmelden muss, war ich sehr früh dran mit der Vorbereitung. 

Der Anfang war ganz einfach, nur ein paar Formulare ausfüllen und versenden und dann mal ein bisschen warten, da logischerweise zuerst die Betreuung der ERASMUS-Studenten, welche ab Herbst auf ihre Reise gehen, wichtiger war. Ich hab dann schon mal - auch recht früh - mit der Wohnungssuche angefangen, was zum Glück sehr schnell erfolgreich war (siehe Wohnungssuche). 

An der FU-Berlin gibt es eine online Hilfe: Distributed Campus.  Ca. ab Okt.wurden wir darüber informiert, und da ist Punkt für Punkt beschrieben, was alles vorbereitet werden muss (z.B. Krankenkasse, Visum, Wohnungssuche, Learning Agreement usw.) und man kann sich so recht gut orientieren und weiss was noch zu erledigen ist. 

Die Verständigung per Mail war manchmal etwas mühsam, da man zum Teil sehr spät oder gar keine Antwort bekam, was aber wahrscheinlich daran liegt, dass sie sehr viele internationale Studenten haben, und so schlichtweg nicht alle Fragen beantworten können. Und das meiste steht auch auf der Internetseite, man muss es nur irgendwie/irgendwo finden =).

Ein Problem war allerdings, dass wir ein Learning Agreement bereits im Winter ausmachen mussten, die FU jedoch das Vorlesungsverzeichnis des neuen Semesters nicht online hatte, und wir somit gar nicht wussten was für Veranstaltungen es geben wird. Mir wurde dann jedoch gesagt, dass das Learning Agreement noch veränderbar ist, und erst ganz am Schluss definitiv abgeschlossen wird. 

Ankunft

Da das Jahr in Berlin in Wintersemester und Sommersemester eingeteilt wird, fängt an der FU das Sommersemester erst Mitte April an. 

Das heisst ich hatte noch Januar/Februar/März. Und da wir die Wohnung bereits ab Anfangs Februar hatte, beschloss ich kurzerhand schon früher nach Berlin zu gehen. Ich hatte dann also bereits 1.5 Monate Zeit (Februar bis Mitte März) die Stadt zu erkunden und mich einzuleben. Und ich kann das nur empfehlen, einfach ein paar Wochen früher zu gehen, und alles kennenzulernen. 

Die FU hat Angangs April zwei Orientierungstage für internationale Studenten organisiert, welche auch sehr nützlich waren, vorallem um das Gelände und die Gebäude etwas kennenzulernen. 

Was für mich persönlich dann ein riesengrosses Chaos war, war das Zusammenstellen des Stundenplanes und das Problem mit dem Anrechnen der Punkte. Da kamen viele unterschiedliche Informationen zusammen, man wusste manchmal nicht so genau wen man ansprechen muss, und zum Teil wurden Mails nicht beantwortet. Darum waren vorallem die ersten 3 Wochen pures Chaos, wobei einige Dozenten gesagt haben, das legt sich dann wieder. Und tatsächlich war das Chaos dann auch recht schnell vorbei, und das Studentenleben wieder da.

Nur hat bei mir persönlich das Einschreiben beim sogenannten E-Campus nicht geklappt, und darum musste ich persönlich vorbei, bzw. muss ich mir am Ende des Semesters  eine Bescheinigung vom Dozenten holen.

Zimmersuche
Wohnen

Beim Zimmersuchen hatte wir unglaubliches Glück. Da wir unseren Aufenthalt zu zweit planten, war es uns von Anfang an klar, dass wir zusammen eine eigene Wohnung nehmen wollten, und nicht irgendwo getrennt in eine WG ziehen. Anfangs dachte ich, wir könnten einfach mal im Februar hochgehen und dann auf gut Glück eine Wohnung suchen. Da mir das aber doch etwas zu riskant war, habe ich im Herbst mal ein wenig das Internet durchforscht und bin ziemlich schnell auf ein gutes Angebot gekommen. Die Mieter wollte eine 5-monatige Reise nach Australien machen und ihre Wohnug für diese Zeit untervermieten. Und zu unserem Glück genau in dieser Zeit, in der wir eine Wohnung benötigen. Ich hab dann eine Mail geschrieben, und wir kamen ziemlich schnell in Kontakt, und es war dann auch zum Glück recht schnell klar, dass das mit dieser Wohnung auch klappen würde. Also wussten wir bereits im November Bescheid, dass wir uns keine Sorgen für eine Unterkunft machen mussten. 

Wir sind dann aber im Dezember doch noch nach Berlin geflogen, da die Vermieter uns persönlich kennenlernen wollten, und wir haben die Wohnung angeschaut. Und die Wohnung war wirklich ein Glückstreffer. Sie lag zwar nicht sehr nahe an der Universität (Weg etwa eine Stunde - aber das bin ich aus der Schweiz gewohnt), dafür war der Weg zu den Jugendviertel Freidrichshain und Kreuzberg nicht sehr weit, und ruhig war es auch. 

Universität

Die grösste Teil der FU liegt im Bezirk Berlin-Dahlem und ist mit den ÖVs erreichbar, wenn das auch seine Zeit braucht. Für meine Veranstalungen musste ich jeweils ins Hauptgebäude oder ins Publizistikgebäude, welche schnell von der U-Bahn-Station Thielplatz zu erreichen sind. 

Was mich am Hauptgebäude am meisten fasziniert hat, ist die Mensa. Sie ist riesig und hat eine riesengrosse Auswahl an Essen. Es gibt viele unterschiedliche Gerichte, auch viele vegetarische und sogar ein veganes. Dazu werden vorallem Bio und Fair-Trade Lebensmittel genutzt. Ansonsten kenne ich vom Hauptgebäude nicht so viel, weiss aber, dass es noch ein paar Cafés hat, und draussen - wie überall - viel Grünfläche. 

Das Otto-Suhr-Institut (OSI) und das Publizistikgebäude sind mir dann schon ein wenig besser bekannt, da dort der grösste Teil meiner Veranstaltungen sind. Auch dort hat es eine kleine Cafeteria, wo man sich verpflegen kann, aber auch zum Beispiel für Referate arbeiten.  

Was das Studieren angeht ist es hier schon etwas anderes. Im Sommersemester gab es vorallem Seminare. In denen muss ich keine Prüfungen schreiben, dafür in jedem ein Referat halten, und zwei grössere Hausarbeiten schreiben. 

Leben/Freizeit

Wahrscheinlich könnte man davon ein ganzes Buch schreiben. Nein im Ernst. Berlin ist eine grossartige Stadt. Ich habe schon vor meiner Abreise - ich war vorher nie in Berlin - gedacht die Stadt muss super sein, aber dass sie mich so faszinieren wird hätte ich nicht gedacht. Vorallem die beiden Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg haben es mir in jeder Hinsicht angetan. 

Zum anfangen mal zu den Menschen. Man wird hier von einer Offenheit empfangen, wie ich sie seit Down Under nicht mehr erlebt hatte. Es gibt Menschen die auf dich zukommen (im Park, am Bahnhof usw) und ein Gespräch anfangen, oder der Sitznachbar in der Strassenbahn mit dem man rumwitzlen kann, oder die Verkäuferin im Supermarkt, welche eine Weisheit übrig hat, oder die Leute, die man in Clubs kennenlernt, die mit einem feiern. Man knüpft so recht schnell Kontakte, oder erfährt auch einfach eine interessante Lebensgeschichte von einem wildfremden Menschen.

Genauso gut kann man sich aber auch zurückziehen und für sich alleine durch die Strassen Berlins laufen und die Stadt auf sich wirken lassen. Sie bietet so viel. Wenn man Lust auf Ruhe hat, kann man einen der unzähligen Parks aufsuchen (es gibt wirklich sehr viele Pärke!), oder man erkundet mal die weniger belebten Gegenden (Mit Tram/Bus oder zu Fuss). Wenn man lieber ein bisschen Trubel haben will, dann geht man dorthin wo viele Leute sind, wie z.B. die Gegend rund um Warschauerstrasse, oder Alexanderplatz und und und. 

Natürlich kann man hier auch nach Lust und Laune shoppen gehen. Da gibt es die grossen Läden die es auch in der Schweiz oder sonst auf der Welt gibt. Aber es gibt auch unzählige kleine Läden die man so nirgendwo sonst findet. Das können Second-Hand-Shops sein, oder auch Berliner-Designer welche ihre Unikate verkaufen, Galerien oder auch die nobleren Boutiquen.

Und wenn man zwischendurch mal Hunger kriegt, muss man auch nicht weit gehen bis man etwas gefunden hat. Das geht von Dönerbuden, über Fast-Food-Ketten bis hin zu Restaurants. Aber auch für den kleinen Hunger gibt es überall Bäckerein, Eisdielen, Take-Aways, für jeden Geschmack etwas. 

 Und natürlich das Nachtleben ist grandios. Und diese Stadt schläft wirklich nie. Egal ob unter der Woche oder am Wochenende, es ist immer etwas los. (und zwar wirklich immer!). Die Clublandschaft hier ist so vielfältig wie ichs vorher nirgendwo gesehen habe. Viele Locations sind auch richtig speziell. Da gibt es riesengrosse Hallen, oder auch alte Bunker die kurzerhand zu Clubs umfunktioniert worden sind (ich könnte noch lange so weiterschreiben). Ein Ende kennt man hier nicht, wenns irgendwo zugeht, öffnet an einem anderen Ort schon das nächste. Im Sommer kommen noch die unzähligen Openairs dazu die es hier überall gibt. Das können kleine Spontan-Openairs sein, oder aber auch grössere geplante. 

Was das finanzielle betrifft, ist Berlin meiner Meinung nach eine sehr günstige Stadt. Ich hatte jetzt noch das Glück, dass der Euro sehr tief ist, das alles nochmals viel billiger wird. Der einzige Nachteil hier ist natürlich, dass das Geldausgeben/Shoppen so natürlich sehr verlockend ist ;)...