Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

10/11 SS

Universität

AT-WIEN64
Wien - Medizinische Universität Wien

Studienfach

Humanmedizin (4000)

Gesamteindruck

Wien?! Warum gerade Wien? - Diesen Satz hörte ich so manchmal wenn ich mit Bekannten über mein bevorstehendes ERASMUS-Semester sprach. Nun, meine Antwort war jeweils dieselbe: Warum denn nicht?

Ja und dabei bleibe ich. Ein Semester im Ausland lohnt sich per se schon von der Erfahrung her, an einem fremden Ort zu sein. Dazu kommen neue Gesichter, andere Gewohnheiten und, sogar in Wien, andere Sprachen. Man könnte meinen, das Studium selber rückt dabei fast in den Hintergrund. Doch ist es nicht vielmehr so, dass zur Bildung eines Menschen auch wesentlich beitragen kann, wenn er sich in ungewohnter Umgebung zurecht finden muss? Wenn er entwurzelt im fremden Land seine eigenen Idendität weiterentwickeln kann?

Doch, ganz bestimmt. Zudem war es ja nicht so, dass ich keine Studienverpflichtungen hatte. Es war nur so, dass diese im Strudel der vielen neuen Eindrücke und im Verhältnis zum gewohnten Studienalltag an der Heimuniversität etwas zurückgedrängt wurden.

Vorbereitung

Vor meinem Aufenhalt gab es eigentlich gar nicht so viel zu tun. In erster Linie musste ich mich mal für einen Studienort entscheiden und die nötigen Kurse für das Learning-Agreament zusammensuchen. Da wird es zuweilen halt etwas kompliziert, weil die Kurse je nach Ort anders heissen oder nicht in der Form existieren wie bei uns. Frau Dupuis in Zürich und Frau Baier in Wien erwiesen mir dabei aber stets ihre freundlichen Dienste, wofür ich mich bedanken möchte.

Ankunft

Ich kam an einem Donnerstagabend, am Wochenende vor Studienbeginn, in Wien an. Ich hatte so gerade noch Zeit, mich am Freitagmorgen beim ERASMUS Büro der Med Uni Wien zu melden. Bei den freundlichen Mitarbeitern konnte ich mir die nötigen Informationen sowohl zum Studium als auch zum Aufenhalt in Wien einholen.

Meine ersten Erledigungenam Nachmittag waren:

1. Ermässigte ÖV-Semesterkarte für Studenten kaufen

2. SIM-Karte von Bob kaufen (sehr günstige prepaid-Anbieter)

Zimmersuche
Wohnen

Da ich schlussendlich durch meinen Cousin in Wien zu einem Zimmer gekommen bin, musste ich mich ehrlich gesagt nicht sonderlich stark mit der Zimmersuche beschäftigen. Ich hatte allerdings zuvor einige Inserate auf www.jobwohnen.at angeschaut und Kontakt mit WG's in Wien aufgenommen. Es sollte sicher auch auf diesem Weg etwas zu holen sein. Die Wohnungsbesichtigung läuft dabei halt einfach über Skype...

Zusätzlich gibt es noch die Studentenwohnungen vom OeAD. Die sollten eigentlich ganz in Ordnung sein, allerdings muss man sich sehr früh anmelden um ein Zimmer an guter Lage zu ergattern.

Universität

Die Medizinische Universität Wien befindet sich im AKH Wien. Das ist ein riesen Gebäudeblock am äusseren Wiener Gürtel. Dort habe ich auch meine praktischen Kurse absolviert.

Da sich die Kurse in Wien nicht genau mit denen in Zürich decken, musste ich sowohl Kurse vom 4. wie vom 3. Studienjahr besuchen. Ich besuchte eine Famulatur (2 Wochen Praktikum, halbtags) in Radiologie, eine Famulatur in Gynäkologie, einen Notfallkurs, und einen Neuroblock. Da der Neuroblock ein 3. Jahreskurs war und wir den Vorlesungsstoff in Zürich auch bereits hinter uns hatten, gab es in dieser Zeit viel Leerlauf um die praktischen Kurse rum. Ich würde mir überlegen, für ein nächstes Mal auch in Neurologie eine Famulatur zu machen. Schade dabei ist allerdings, dass man nicht viel in Kontakt mit den Medizinstudenten kommt.

Leben/Freizeit

Der wohl wichtigste Punkt an meinem ERASMUS Aufenthalt ist: Leben in Wien. Wien bietet kulturell, kulinarisch und freizeittechnisch enorm viel. Man kann sich rundherum und mitten drin sportlich betätigen. Vom Biken im Wienerwald über Klettern am Flakturm zum Wakeboarden in der Donau. Für kulturell Interessierte gibt es unzählige Museen und Sehenswürdigkeiten und ein riesiges Theaterangebot. Nicht zu vergessen, die Oper. Ausserdem gibt es noch den Punkt, Essen in Wien. Im Vergleich zu Hochpreisinsel Schweiz, sind vorallem im Restaurant Unterschiede festzustellen. Klar findet man auch die teuren Gourmets, aber man findet auch bodenständige Beiserl, wo das Tagesmenu um die 6 Euro zu finden ist.

Wenn ich weiter aufzählen möchte, was am Leben in Wien hervorzuheben ist, müsste ich noch viele Zeilen schreiben. Ausserdem war für mich ein weiterer Reiz am Auslandaufenthalt, dass ich selber entdecken konnte, was die Stadt alles zu bieten hat und was mir davon persönlich zusagt. Ich will diese Erfahrung niemandem nehmen.