Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

10/11 SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Prähistorische Archäologie (7601)

Gesamteindruck

Insgesamt hat sich mein Erasmus-Semester auf jeden Fall gelohnt. Ich habe nicht nur viele neue Freundschaften geschlossen und viele neue Eindrücke gesammelt, sondern auch fachlich von dem grossen Institut hier in Wien profitiert. Zudem fühle ich mich sehr wohl hier in Wien, das kulturelle Angebot werde ich sehr vermissen!

Auch persönlich war dieses Semester ein gute Erfahrung und ich würde es sofort wieder machen. Nur würde ich wahrscheinlich ein ander Mal eine fremdsprachige Stadt wählen, um in sprachlicher Hinsicht auch noch zu profitieren. Aber auch so war und ist es auf jeden Fall ein sehr lehrreiches Semester!

Vorbereitung

Da ich in Wien alle Lehrveranstaltungen in meiner Muttersprache besuchen konnte, waren keine besondere sprachliche Vorbereitungen nötig. Es war jedoch sehr hilfreich, sich bereits zu Hause über die wichtigen Behördengänge (Anmeldung im Bezirksamt, Anmeldung an der Uni etc.) und die dazu benötigten Unterlagen (Versicherungsnachweis, Finanznachweis, Kopie des Passes etc.) zu informieren, das ersparte viel Ärger und erlaubte es mir, die Formalitäten schnell zu erledigen.

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich vor dem Erasmusaufenthalt mit jemandem auszutauschen, der in derselben Stadt war, denn wichtige Tipps (Semesterkarten für die ÖV, Einkaufsmöglichkeiten, Kopierkarten, Bibliotheken etc.) kamen vor Ort an der Infoveranstaltung erst am nach Semesterbeginn, also relativ spät. Ausserdem steigert es die Vorfreude!

Ankunft

Am Anfang war die Orientierung in Wien gar nicht einfach, da ich zwei Wochen vor Semesterbeginn angereist bin und das Studentinnenheim, wo ich bereits einen Platz voreserviert hatte, war noch ziemlich leer. So waren die ersten Wochen etwas einsam, aber die frühe Ankunft hat sich trotzdem gelohnt: So bleibt nicht nur Zeit für die Formalitäten (Behörden, Bankkonto...etc.), sondern auch dafür, die Stadt zu erkunden und Sightseeing zu betreiben. Während des Semesters bleibt dann nicht mehr so viel Zeit dafür, deswegen ist es ganz schön, sich bereits vorher mit der Stadt vertraut zu machen.

Zimmersuche
Wohnen

Wie erwähnt hatte ich mich bereits zu Hause um ein Zimmer in einem Studentenheim bemüht, wobei die Uni Wien für Austauschstudenten einen sehr guten Service anbietet: Nach Angabe gewisser Kriterien (Einzel-/Doppelzimmer, etc.) sucht der OeAD ein Zimmer für die Incomings. Zwar liegt der Preis der Zimmer leicht über dem Normalpreis, aber dafür wird einem die zeitintensive Sucherei erspart. Ich war sehr froh über diese Gewissheit, bereits nach meiner Ankunft ein Dach über dem Kopf zu haben.

Das Zimmer im Studentenheim war sehr klein, aber es bot Platz für ein Bett, Schrank, Waschbecken und Tisch. Die Gemeinschaftsanlagen (Küche, Bad, Waschküche, TV-Raum, Fitnessraum) wurden täglich geputzt und sind alt, aber sauber. Da in meinem Heim sehr viele Erasmusstudentinnen untergebracht waren, entstand sehr schnell ein Austausch untereinander. Die Mischung zwischen Rückzugsmöglichkeit in ein Einzelzimmer und sehr angenehmer und interessanter Gesellschaft in den Gemeinschaftsräumlichkeiten machte das Wohnen hier im Heim zu einer tollen Erfahrung.

Ausserdem liegt das Heim (wohl zufälligerweise) nur 10 Gehmituten von meinem Institut, was sehr angenehm war.

Universität

Auch wenn ich am Anfang etwas Eingewöhnungszeit brauchte und mich an die leicht anderen Gepflogenheiten der Uni Wien gewöhnen musste (8.00 Uhr c.t. heisst z.B., dass es erst um 8.15 Uhr beginnt), ist das Studium im Grunde nicht viel anders als in Zürich. Die Leistungsnachweise lassen sich gut vergleichen, ebenso die Literaturrecherchensysteme.

Allerdings unterschied sich mein Vorwissen z.T. stark von demjenigen meiner Mitstudenten, ein Bachelor in Ur- und Frühgeschichte heisst offenbar nicht überall dasselbe. Aber meine Mitstudenten halfen bei Fragen gerne aus (und auch umgekehrt).

Ich bin auch beeindruckt von der Grösse des Instituts für Ur- und Frühgeschichte hier und profitiere sicher vom vielfältigen Angebot. Da ich bewusst Veranstaltungen zu mir bisher weniger vertrauten Themen  gewählt hatte, denke ich, dass sich mein Horizont schon etwas erweitert hat. Fachlich hat sich das Erasmus-Semester in Wien auf jeden Fall gelohnt, v.a. auch deshalb, weil sich vielleicht sogar eine Möglichkeit ergibt, ein Teil meiner MA-Arbeit an der Uni Wien zu schreiben. 

Leben/Freizeit

Natürlich blieb neben dem Studium noch ein bisschen Zeit für Muse. Wien hat unglaublich viel zu bieten: Besonders kulturell ist das Angebot riesig, seien's Theater, Oper, Konzerte oder Museen. So wird es einem an keinem Wochenende langweilig. Die vielen Grünflächen sorgten dafür, dass ich mich auch als Landei in der Grossstadt wohlfühlte.

Da meine Mitbewohner im Studentenheim aus ganz Europa kamen, verbrachten wir auch viel Zeit damit, zusammen zu kochen. Oder wir tranken einen kleinen Brauenen in einem der vielen Kaffees in der Innenstadt. Natürlich waren auch immer Österreicher mit dabei, so dass ich jetzt nach vier Monaten doch einiges über das österreische Politiksystem und das Leben hier weiss. Der Kontakt zu anderen Erasmus-Studenten gestaltet sich aber als viel einfacher und schneller, da alle auf der Suche nach Kontakten sind.

Es lohnt sich auf jeden Fall auch, sich Zeit für das naheliegende Ausland zu nehmen: Bratislava und Budapest haben einiges zu bieten! Aber auch kleine Ausflüge in Österreich selbst im Rahmen von Exkursionen oder in den Frühlingsferien haben mein Wissen über Österreich erweitert.