Erfahrungsberichte

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Wer

f.bigger[at]gmx.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

10/11 WS + SS

Universität

DE-BERLIN13
Berlin - Humboldt-Universität zu Berlin

Studienfach

Kunstgeschichte (7640)

Gesamteindruck

Berlin ist ein ausgezeichneter Ort um seinen Erasmusaufenthalt in Kunstgeschichte zu verbringen. Die Humboldt-Universität verfügt über ein breites Modulangebot, interessante Symposien und Praxisbezug. Die kulturelle Dynamik der multikulturellen Stadt macht es einem sehr einfach sich zu beschäftigen und sich aufgehoben zu fühlen. Ich habe extrem viel gelernt: Über Deutschland, über mein Heimatland Schweiz und über mich selber. 

Vorbereitung

-Studiumsvorbereitung: Auf der Homepage der Humboldt-Universität sind die wichtigsten Informationen über den Erasmusaufenthalt in Berlin in einer Wegleitung zusammengefasst. Zusätzlich habe ich mich über das Angebot mittels Vorlesungsverzeichnis erkundigt.

-Treffen: Als sinnvolle und hilfreiche Vorbereitung kann ich ein Treffen mit einer ehemaligen Erasmusstudent(in) empfehlen. (Email Adressen von Ehemaligen lassen sich beim jeweiligen Erfahrungsbericht finden). Ich erfuhr dabei, welche Quartiere sich für Studenten besonders zum Wohnen eignen (Prenzlauerberg, Kreuzberg, Friedrichshain, evt. Neukölln). Die geographische Lage spielt eine wichtige Rolle, da der Reiseweg in Berlin nicht zu unterschätzen ist. Zudem wurde mir durch das Gespräch bewusst, dass meine Online-Anmeldung nicht funktioniert hat und konnte so glücklicherweise noch handeln.  

-Stadtführer: Als vorbereitende Lektüre kann ich den Lonely Planet Reiseführer als auch Dumonts Kunstreiseführer über Berlin empfehlen. Kioskmagazine wie Zitty ermöglichen einem in Berlin den Überblick über das kulturelle Angebot der Stadt.

-Packen: Ich habe mich bemüht nur das aller nötigste mitzunehmen. Schnell häufen sich in Berlin wieder neue Sachen an!

-Praktikum: Um neben dem Studium ein Praktikum bei einer renommierten Galerie oder einem Museum zu machen, lohnt es sich, sich bereits in der Schweiz noch darum zu kümmern. 

    Ankunft

    -Ankunft: Ich bin bereits einen Monat vor Studiumbeginn nach Berlin gezogen.  Für mich war das eine sehr interessante Zeit, in der ich unbeschwert die Stadt kennen lernte und mich auf Praktikumssuche begab. Es galt jedoch auch Formularitäten zu bewältigen. Als erstes muss man mit dem Wohnungsmietvertrag zum Bürgerarmt um sich anzumelden. Die Meldepflichbescheinigung erlaubt es einem in Videotheken, Bibliotheken, Banken etc. ein Konto einzurichten.

    -Immartikulation: Zum Immartikulationstermin muss man umbedingt in Berlin sein. Das Erasmuskoordinations-Team ist sehr kompetent. Die Anmeldung verlief bei mir sehr unproblematisch. Toll ist, dass man mit dem Semesterbeitrag ein Semesterticket erhält. Dies ist eine Bahnkarte, die für das gesamte Verkehrsnetz in Berlin gültig ist. Bei der Immartikulation wird nebst der Krankenkasse auch der Visumaufenthalt  geregelt. 

    -Fahrrad: Vor allem für das Sommersemester kann ich ein Fahrradkauf sehr empfehlen. Man entdeckt die Stadt mit dem Fahrrad auf andere Weise. Fahrräder lassen sich auf dem sonntäglichen Flohmarkt auf dem Mauerpark oder in Geschäften und auf Ebay kaufen.

    -Bankkonto/Telefon: Die deutsche Bank lässt einem als Student ein gratis Konto gründen. Telefoniert habe ich mit einer Prepaid-Card von O2, jedoch gibt es von LIDL etc. günstigere Angebote.

    Zimmersuche
    Wohnen

    -Zimmersuche: Ca. einen Monat vor geplantem Abreisetermin verbrachte ich 5 Tage in Berlin um mich um eine Wohngelegenheit zu kümmern. Ein möbiliertes Wg-Zimmer zur Zwischenmiete ist als Deutschschweizer(in) sehr einfach zu finden, wobei es sich lohnt die Personen jeweils direkt anzurufen anstelle des indirekten Emailverkehrs.  (Wohnangebote lassen sich hier finden: www.studenten-wg.de, www.wg-gesucht.de, www.wgzimmer.de, www.berlin.studenten-wohnungen.de). Meiner Meinung nach bewährt es sich auf Grund des sozialen Austauschs in eine Wg zu ziehen. Von Studentenwohnheimen kann ich hingegen nur abraten. Diese befinden sich in einiger Entfernung des Stadtkerns und sind zum Teil sehr schmuddelig.

    Universität

    -Zeitpunkt: Ich habe das 7. Semester meines Studiums in Berlin verbracht, wobei ich mich noch immer auf BA-Stufe befand. Ein Erasmus-Semester zu einem solchen Zeitpunkt ist relativ ungünstig. Gerne hätte ich noch ein Semester angehängt, doch war dies auf Grund meines Bachelorabschlusses (in meinen Nebenfächern) nicht möglich. Zudem scheint mir die strikte Trennung zwischen den BA- und MA-Studenten an der Humboldt-Universität kontraproduktiv.

    -Uni: Die Humboldt-Universität ist eine 200jährige Institution humanistischen Bildungsideals, die an den Ruhm alter Tage rund um Humboldt, Einstein, Wölfflin usw. wieder anzuknüpfen versucht. Besonderer Wert wird dabei auf den internationalen Austausch gelegt, weshalb die Anzahl Austauschstudenten ziemlich hoch ist. Die zentrale Lage der historischen Universität als auch deren neue Universitätsbibliothek (Grimm-Bibliothek) schaffen ein freundliches und arbeitsames Klima.

    -Module: Die Module funktionieren in Kunstgeschichte analog zu Zürich, wobei eine unterschiedliches Punktesystem vorliegt. Besonders geschätzt habe ich den Praxisbezug vieler Seminare und Übungen. Oftmals wurden Sitzungen wie zum Beispiel die Übung Galerienrundgang  im Museum gehalten.

    -Fächer: Es lohnt sich auch Nebenfächer zu belegen und sich solche zum Beispiel als Studium Generale anrechnen zu lassen. Die Modulbuchung funktioniert sehr unkompliziert. Wie in Zürich muss man sich pünktlich Online über AGNES anmelden. Für Vorlesungen braucht es keine Anmeldung. Auch Präsenzpflicht besteht keine.

    -Sportangebot: Es besteht an der Humboldt-Uni ein breites Sportangebot, das Online gebucht werden kann. Man muss die Kurse jedoch sehr schnell belegen, da sie innerhalb von Minuten ausgebucht sind.

    Leben/Freizeit

    -Gemütlichkeit: Da in Berlin kein Geld vorhanden ist, gestaltet sich das Leben vielfach gemütlicher als in Grossstädte wie London oder Paris, aber auch als in Zürich. Das Credo Time is money scheint hier nicht von grosser Bedeutung zu sein. Frühstücken bis in den späten Nachmittag gehören hier zum Lebensstil. In Berlin lässt es sich als Schweizer mit sehr wenig Geld gut leben und essen!

    -Galerien/Museen: Galerien gibt es hier wie Sand am Meer. Die Messen Artforum und ABC im Oktober gewähren eine Übersicht. Der Besuch der staatlichen Museen sind jeweils am Donnerstagabend kostenlos.

    -Theater/Kino: Theaterbesuche sind in Berlin absolut empfehlenswert. Als Student(in)  kann man im Vorverkauf sehr günstig Karten kaufen (Deutsches Theater, Schaubühne, Volksbühne). Kinobesuche kann ich vor allem im alten Lichtblickkino im Prenzlauerberg empfehlen, das jeweils sein Programm thematisch gestaltet.

    -Konzerte/Parties: Auf www.berlin.unlike.net lassen sich aktuelle Events checken.  Zudem werden in Neukölln in diversen Wg-Gemeinschaftsräumen öffentliche Veranstaltungen wie Jazz-Konzerte, Filmabende... durchgeführt. (www.mainzelmenschen@mailrechner.de)