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Erfahrungsberichte

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Wer

jan.dolezal[at]access.uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

10/11 WS + SS

Universität

FR-MONTPEL01
Montpellier - Université de Montpellier I

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Während zwei Semestern konnte ich meine Sprachkenntnisse markant verbessern, sodass ich heute Vorlesungen in der französischen Sprache verstehe und mich dementsprechend ausdrücken kann. Daneben habe ich wunderbare Momente und Orte in Montpellier erlebte und zahlreiche Ausflüge mit dem Motorrad im gesamten Südfrankreich unternommen. Und das Ganze bei über 80% Sonnentagen, der berühmten südfranzösischen Küche und das Meer eine halbe Velostunde entfernt.

Vorbereitung

Die beste Vorbereitung war das Gesrpäch mit einem Vorgänger. Dabei habe ich das Wichtigste (Einschreibeverfahren, Versicherungen, benötigte Dokumente) erfahren, Tipps bekommen (Ausflugsziele, bester Döner, Flohmarkt) und gleich noch die Adresse seiner ehemaligen Vermieterin erhalten.

Ankunft

Angereist bin ich fünf Tage vor Semesterbeginn. In diesen Tagen habe ich mich für Uni eingeschrieben, ein Konto eröffnet, den Mietvertrag unterzeichnet, CAF beantragt, ein Handy gekauft und mich vorallem mit der Umgebung vertraut gemacht.

Zimmersuche
Wohnen

Bei einem Treffen mit meinem Vorgänger habe ich die Adresse seiner ehemaligen Vermieterin bekommen und dann auch bei dieser ein Zimmer erhalten; sehr zu empfehlen.

Universität

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Uni Montpellier befindet sich in der Altstadt, gleich neben der Cathédrale Saint-Pierre. Der grösste Unterschied zum Gewohnten, war die Didaktik: Die Vorlesungen sind ein Vorlesen. Am Anfang war ich im höchsten Mass überfordert und konzentrierte mich dann nur noch auf den Unterricht, ohne Notizen zu machen. Ich schrieb mir alle Worte die ich nicht verstand (und sich wiederholten) auf und übersetzte diese zuhause auf altbewährte Kärtli. Einige Professoren verteilen gleich zu Beginn des Semesters einen Syllabus; damit konnte ich gleich die wichtigsten Begriffe übersetzen und mir im Internet ein kleines Vorwissen aneignen. Nach einer gewissen Zeit bekam ich von französischen Studenten wöchentlich die neusten Unterrichtsnotizen und konnte fortan die letzte Vorlesung noch einmal durchlesen, übersetzen und war somit bei der nächsten Vorlesung auf dem aktuellen Stand. Die Prüfungen für ERASMUS-Studenten sind mündlich und der Schwierigkeitsgrad ist je nach Professor extrem unterschiedlich. Grundsätzlich muss man die Vorlesungsnotizen auswendig kennen und Prüfungsinhalt ist immer ein Unterkapitel (Syllabus).

Leben/Freizeit

Neben der Uni bleibt genügend Zeit um Montpellier und die nähere und weitere Umgebung zu erkunden. Montpellier selbst bietet wunderschöne Orte und Gelegenheiten. Mehrmals wöchentlich ging ich an den Gemüse- und Früchtemarkt am Place Roger Salengro (Gambetta, Araberviertel). Meine Einkäufe machte ich grösstenteils in eben diesem Viertel; beim Halal-Metzger die Lammkeule, beim Bäcker  Baguette und Pain au Chocolat und Pfefferminze auf der Strasse. In der Altstadt hat es zahlreiche gute Restaurants, wo man hervorragendes Essen zu fairen Preisen bekommt und an schönsten Plätzen gibt es Cafés und Bars. Der Ausgang ist gewöhnungsbedürftig: die zahlreichen ERASMUS-Parties erinnern mehr an Après-Ski mit jungen Saisonniers. Am Fluss Lez führt ein schöner Veloweg gen Strand. Obwohl Palavas-les-Flots am nächsten gelegen ist (ca. 15km), lohnt es sich bis nach Le Petit Travers zu fahren (ca. 21km). Mit dem Motorrad konnte ich relativ einfach Ausflüge unternehmen, hier eine kleine Auswahl: Fischessen in Sète, Austern schlürfen in Bouzigues, zum Leuchtturm L'Espiguette und dort am Strand entlang, die Stadtmauern in Aigues-Mortes besichtigen, auf den Pic St. Loup, Canyon-Stimmung in Navacelles etc. Von Montpellier aus lassen sich auch bestens unzählige Ausflüge in umliegende Städte unternehmen (St. Maries de la Mer, Carcassone, Avignon, Toulouse, Nîmes, Barcelona). Anfangs Herbst kaufte ich noch einen Lenkdrachen und so wurden die Ausflüge zum Strand auch bei kälterem Wetter zum Genuss. Einmal die Woche fuhren mein Mitbewohner und ich in eines der grossen Einkaufszentren (Carrefour, Auchan) und zelebrierten den Konsum.