Erfahrungsberichte

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Wer

zlatina.iliev[at]gmail.com

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

10/11 WS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Erasmus in Berlin hat mir sehr gut gefallen. Ihr werdet bestimmt eine gute Zeit haben, insbesondere wenn ihr im Sommer geht. Viel Spass!

Vorbereitung

Das kennt ihr ja schon von den Infoveranstaltungen.

Das Learning Agreement lässt sich am einfachsten vor Ort machen. Ich würde euch empfehlen, meinem Beispiel nicht zu folgen und es so schnell wie möglich zu machen. Ich habe mich sehr damit verspätet. Glücklicherweise ging alles gut, aber je mehr Zeit ihr habt, das Learning Agreement anzupassen, desto besser.

Ansonsten halt die üblichen Vorbereitungen: evt. Wohnung in Zürich untervermieten, Koffer packen, usw. 

Ankunft

Flüge aus Zürich landen meistens in Flughafen Tegel. Da ich viel Gepäck hatte, habe ich mir ein Taxi genommen. Je nach dem in welchem Stadtteil ihr wohnt, kann das aber kosten. Ein Taxi bis nach Mitte kostet ungefähr 18 Euro.

Der ÖV in Berlin ist sehr gut organisiert. Aber seid gewarnt, es hat überall viele Treppen und kaum Aufzüge, geschweige denn Rolltreppen. Mit schweren Koffern, ist es keine gute Idee die S-Bahn oder U-Bahn zu nehmen. Von beiden Flughäfen aus gibt es jedoch Expresszüge, die z.B. zum Hauptbahnhof fahren, von wo aus ein Taxi dann weniger kosten würde.

Ansonsten kriegt ihr für das gesamte ÖV-Netz ein sog. Semesterticket von der FU. Das kostet um die 160 Euro für das Semester, was viel günstiger ist, als die normalen Abonnements. Da ihr das aber erst bei der dortigen Immatrikulation erhalten werdet, ist es am Besten zuvor Tages- oder Wochenkarten zu lösen.  

Zimmersuche
Wohnen

Mir wurde gesagt, dass es in Berlin sehr einfach wäre, ein Zimmer in einer WG zu finden. Es ist zwar wirklich um einiges einfacher als in Zürich, trotzdem darf man die Wohnungssuche nicht unterschätzen, insbesondere wenn Deutsch nicht die Muttersprache ist. Bei Studierenden aus Zürich sollte dies jedoch kein Problem darstellen. Ich würde auf jeden Fall zwei bis vier Wochen einrechnen, um ein Zimmer zu finden. Insbesondere zu Semesterbeginn sind WG-Zimmer besonders gefragt und man muss sehr schnell reagieren können.

Ich bin 2 Wochen vor Vorlesungsbeginn nach Berlin gereist und musste während vier Wochen bei einem Bekannten übernachten. Andere Erasmus Studenten blieben einige Wochen lang in Hostels. Ich habe zwar gleich in der ersten Woche ein Zimmer bekommen, Einzugstermin war aber dann erst drei Wochen später... 

Für die Miete muss man 250 bis 350 Euro einrechnen. Wenn man ein oder zwei Monate vor Semesterbeginn zu suchen beginnt, kann man ein gutes Zimmer für 250 Euro finden.

Als Wohngegenden sind alle innerhalb des sog. Rings zu empfehlen. Ich würde allerdings Wedding, Tiergarten und Neukölln meiden. 

Universität

Die FU ist in Dahlem-Dorf gelegen, was relativ weit weg von der Mitte der Stadt ist. Je nach dem, wo man wohnt, dauert es 45-60min in eine Richtung, um dorthin zu gelangen. Das mag zuerst erschrecken, man gewöhnt sich jedoch ziemlich schnell daran.

Ansonsten ist es eine Uni wie jede andere. Die Erasmus Verantwortliche Nicole Schindler ist immer bereit zu helfen, antwortet schnell auf jede E-Mail und generell eine sehr gute Betreuung. Ihr dürftet also keine Probleme haben. 

Zu bemängeln ist das Verpflegungsangebot. Es gibt zwar ein paar Mensas, aber das Essen ist nicht sonderlich gut (und es gibt meistens: Schnitzel, Würste und Pommes) und auch nicht sehr billig, im Vergleich zu den Restaurants im Resten der Stadt. In der Mensa der Juristischen Fakultät sind nur die Sandwiches zu empfehlen.

Immatrikulation: Ihr müsst euch vor Vorlesungsbeginn vor Ort immatrikulieren. Rechnet dafür min. 4 Stunden ein!  Es ist ein langwieriger und schlecht organisierter Prozess. Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern, aber ihr werdet ein Anleitung erhalten mit verschiedenen Formularen, die auszufüllen sind. Ihr müsst mit den asgefüllten Formularen zwischen ein und zwei Stunden vor dem Erasmusbüro anstehen. Drinnen wird das Formular unterschrieben. Dann müsst ihr ziemlich weit zu einem anderen Büro laufen, wo ihr wieder anstehen müsst, um einerseits eure Krankenkassenkarte vorzuzeigen und andererseits das Semesterticket zu bezahlen. Natürlich müsst ihr dafür auch lange anstehen. Wichtig ist, dass ihr aber nicht vergesst, vorher noch genügend Geld abzuheben. 20 Euro Scheine sind zu empfehlen, da der Zahlungsvorgang an einem äusserst launischen und alten Geldapparat stattfindet. Wenn ihr es dann endlich geschafft habt, alle Scheine reinzulassen, erhält ihr eine Quittung. Diese müsst ihr zurück ins Erasmusbüro bringen, wo ihr erneut ein bis zwei Stunden anstehen müsst (nein, es gibt keinen Sondereingang für diejenigen, die schon zum zweiten Mal anstehen). Dann wird wieder was unterschrieben und ihr müsst drinnen im Erasmusbüro an einer Treppe anstehen, damit ihr endlich das Erasmusticket erhalten könnt. Das kann auch einige Stunden dauern, denn obwohl mehrere hundert ausländische Studenten dies machen müssen, nur 2 Leute arbeiten... Und wenn ihr besonders Pech habt, kann es sein, dass plötzlich das Erasmusbüro schliesst und ihr am nächsten Tag wieder kommen müsst. Immerhin dürft ihr beruhigt sein, dass die Exmatrikulation viel einfacher ist: ihr schickt lediglich ein Formular per Post ein. 

Zum Lehrangebot: ihr werdet zu Beginn eine Liste mit den angebotenen Vorlesungen bekommen. Ihr habt 3 Wochen Zeit, um beliebig viele Vorlesungen zu besuchen und zu entscheiden, welche ihr definitiv besuchen wollt. Wichtig ist, dass ihr darauf achtet, für welche Semesterstufe die jeweilige Vorlesung angeboten wird. Die FU hat nämlich nicht das Bologna System. Wenn ihr an der Uni Zürich auf Masterstufe seid, dann könnt ihr nur Vorlesungen ab dem 7. Semester besuchen. Falls ihr euch unsicher seid, fragt am Besten noch bei Nicole Schindler (Erasmusverantwortliche) nach. Wenn ihr nämlich Vorlesungen besucht, die für untere Semester sind, könntet ihr Probleme bei der Anerkennung haben.

Am Besten gefallen haben mir die Vorlesungen für Themis-Studenten. Fragt bei Nicole Schindler nach, wenn sie nicht auf eurer Vorlesungsliste aufgeführt sind.

Leben/Freizeit

Ihr werdet viel Freizeit haben! Und Berlin bietet auch viel, um euch die Zeit zu vertreiben. Das Kulturangebot ist riesig, Kaffees gibt es überall und das Essen ist gut und günstig. Ich habe meist auswärts gegessen, da ich keine Lust zum kochen hatte, und es so viele Mexikanische, Türkische, Arabische, Italienisch und Indische Restaurants hat, die sehr günstig sind. Die Supermärkte sind bis um 23 Uhr geöffnet. Am Besten sind Rewe, Kaiser's oder EDKA. 

Besucht unbedingt Mustafa's Kebab am Mehringdamm. Er soll der Beste Kebab der Stadt sein. Je nach Tageszeit muss man allerdings etwas länger anstehen. Aber ich kann euch sagen: es lohnt sich.

Vom Nachtleben werdet ihr bestimmt nicht enttäuscht sein, es sei denn ihr mögt Electro nicht. Es gibt sehr sehr viele Clubs in Berlin, in denen eben Electro läuft. Ihr findet sie in allen Reiseführern aufgeführt. Ich würde euch aber vor allem das Watergate, Goldengate und Arena empfehlen. Das Berghain muss man wohl gesehen haben, ist jedoch nicht Jedermanns Sache. Wenn ihr mal am Dienstagabend weg wollt: das Cookies ist immer voll und die Stimmung ist gut. Wenn ihr aber dahin geht, dann nur Dienstags, an den restlichen Abende ist es nicht sonderlich gut. Die U-Bahn und S-Bahn fahren Freitag- und Samstagnacht durch, was ziemlich bequem ist.

Samstags und Sonntags servieren die meisten Restaurants Brunch von 11 bis 15 oder 16 Uhr. Da kann ich euch das Morgenland an der Station Görlitzer Bahnhof wärmstens empfehlen.