Bilder zum Bericht

Die Hauptuniversitt am Dr. Karl-Lueger-Ring

Eingang zum Englischen Institut am Campus

Winter im Schnbrunner Schlosspark

Die Ottakringer Strasse in 'meinem' Bezirk (16.)

Die Votivkirche - eine von gefhlten 1000 Wiener Kirchen

Erfahrungsberichte

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Wer

anna.haselbach[at]access.uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

10/11 WS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Englische Sprach- und Literaturwissenschaft (7440)

Gesamteindruck

Es war ein rundum tolles und spannendes Semester. Die Uni ist riesig, aber im Institut selbst war die Atmosphäre sehr angenehm und persönlich (zuminest was die Masterkurse betrifft). Die Verantwortlichen sowohl vom internationalen Büro als auch vom Institut waren sehr hilfreich und ich habe mich immer gut beraten und informiert gefühlt. Die Bürokratie hielt sich auch in Grenzen. Die Stadt, gross, aber überschaubar, habe ich total genossen, mit ihren vielen Winkeln und Kirchen, dem kulturellen Angebot und den gemütlichen BewohnerInnen. Ich konnte viel ausprobieren und vieles kennenlernen - ich kann ein Semester oder Jahr in Wien echt nur empfehlen.

Vorbereitung

Die Vorbereitung war ziemlich unkompliziert. Kurz nachdem ich das Bewerbungsverfahren in Zürich durchlaufen und definitiv für den Platz nominiert worden war, erhielt ich eine E-Mail von der Uni Wien, in der mir genau erklärt wurde, wo ich mich wie und bis wann anmelden und einschreiben muss. Sobald das Vorlesungsverzeichnis online erschienen war, konnte ich der Fachverantwortlichen am Englischen Seminar meine Kurswahl melden. Erasmus-Studierende bekommen in jeder Veranstaltung einen Platz, auch in denjenigen mit Platzbeschränkung - was natürlich super ist. Die Fachverantwortliche hat mich dann direkt für die Kurse angemeldet, so konnte ich das elektronische Anmeldesystem der Uni umgehen.

Ankunft

Nach der Ankunft muss man sich im Erasmus-Büro melden, um sich definitiv einzuschreiben. Dort bekommt man dann auch weitere Informationen zum Unileben und zum Leben in Wien. Es wurde mir zum Beispiel erklärt, wie und wo ich mich bei der Stadtverwaltung anmelden kann, wie ich ein Semsterticket für die ÖVs bekomme, oder wie ich am Unisport teilnehmen kann. In den Wochen vor Semesterbeginn organisiert das Erasmus Student Network (ESN) ausserdem eine Reihe von Veranstaltungen, bei denen man sowohl andere Erasmusstudierende als auch die Stadt kennenlernen kann. Es ist also nicht schwierig, Leute kennenzulernen und sich zurechtzufinden, und man hat auch immer eine Ansprechsperson. Bei den Veranstaltungen musste ich teilweise noch die Prüfungsmodalitäten und vor allem die Fristen klären, aber die Dozierenden waren alle entgegenkommend.

Zimmersuche
Wohnen

Als Erasmus-StudentIn bekommt man vom Österreichischen Austauschdienst (ÖAD) ein Zimmer in einem Studentenheim, wenn man möchte. Ich habe mich dagegen entschieden, weil ich gerne ausserhalb des Universitäts-Universums wohnen wollte, und weil mir Studentenheime allgemein nicht so zusagen. Ich habe also selbst ein WG-Zimmer gesucht. Grundsätzlich ist es nicht so schwierig, etwas zu finden, aber man muss halt hinreisen. Ich bin also für ein paar Tage nach Wien gefahren und habe in der Jugendherberge gewohnt. Es werden sehr viele Zimmer online angeboten (www.jobwohnen.at und www.wg-gesucht.de), aber zum Semesterbeginn suchen auch viele noch. Mit etwas Geduld findet man aber bestimmt etwas, und bis dahin lässt es sich auch in der Jugi gut wohnen. Ich hatte Glück und bekam ein schönes Zimmer in einem älteren Haus im 16. Bezirk (Ottakring), 15 Minuten zur Hauptuni und mit einem tollen Mitbewohner. Mir hat der Arbeiterbezirk mit den türkischen und russischen Lädeli an jeder Ecke super gefallen.  Es hat sich ausserdem herausgestellt, dass für mich die WG-Variante billiger war (das kommt aber auf die Art des Studentenheims drauf an). 

Universität

Die Universität ist eine der grössten in Europa und entsprechend unübersichtlich ist auch das Hauptgebäude mit dem riesigen gläsernen 'Portierhüsli'. Ich kannte bis zum Schluss nur die Wege zu meinen Hörsälen, der Bibliothek und dem Erasmus-Büro - aber eigentlich reicht das ja auch. Die Vorlesungen sind wie in Zürich recht anonym, aber von einem zur Zeit häufig diskutierten Überlaufen der Veranstaltungen war in meinen Kursen nichts zu spüren. Dafür hat man sich in den Seminaren schnell gekannt und die Atmosphäre war sehr entspannt. Die Germanistik-Vorlesungen, die ich im Nebenfach besuchte, fand ich beide sehr gut, spannend und E-learning unterstützt. Ein Minuspunkt waren vielleicht die Seminare in der Anglistik, bei denen ich fachlich nicht immer profitieren konnten und die so strukturiert waren, dass man unter dem Semester einen grösseren Stress hatte als in Zürich (Seminararbeiten während dem Semester schreiben).Ausserdem dürfen in den Fachbibliotheken die Bücher nur übers Wochenende ausgeliehen werden, was Nachtschichten vor Vorträgen oder Seminararbeitsabgaben unter der Woche kaum möglich macht.

Leben/Freizeit

Es gibt ein riesiges Unisport-Angebot, das zwar nicht gratis, aber noch gut bezahlbar ist (Preise je nach Sportart unterschiedlich, 20-90 Euro/Semester). In kleineren Kursen lernt man sich auch schnell kennen - ich habe einen Aikidokurs besucht und mich recht schnell mit den Leuten angefreundet. Ansonsten ist das kulturelle Angebot faszinierend. Stehplätze im Theater sind fast gratis und ich habe das Angebot rege genutzt. Für Kunstfans ist  Wien ein Paradies, und es gibt ausserdem praktisch für alles ein Museum (vom Globen- über das Bestattungs- bis zum Rauchfangkehrermuseum). Besonders gefallen haben mir auch die kleinen Clubs entlang des Westgürtels, in denen oft auch Konzerte stattfadnen. Und auch im Winter (zugegeben, manchmal wars echt zu kalt) sind die Parks wie der Prater, der Augarten oder der Schönbrunner Schlosspark sehr schön.