Erfahrungsberichte

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Wer

ivana.lakic[at]access.uzh.ch

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

10/11 SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Ethnologie (7721)

Gesamteindruck

Ich bin froh habe ich das Auslandsemester gemacht. Ich konnte viel lernen. In einer fremden Stadt zurechtzukommen und gleichzeitig einen Haushalt zu führen, zu arbeiten und natürlich zu studieren und dabei den Spass nicht zu vergessen. (In dem Zusammenhang: Ich würde allen raten nicht zu viele Veranstaltungen zu buchen um die neue Stadt auch geniessen zu können.) Ich würde jedem ein Auslandsemester empfehlen. Eine gute Erfahrung!

Vorbereitung

Soweit ich mich noch erinnern kann, hatte ich mich im Vorfeld nicht gross darauf vorbereiten müssen. Ich habe mit meiner Fachverantwortlichen die drängensten Fragen besprochen und ein Learning Agreement ausgestellt und nach Berlin geschickt. Alle anderen zu erledigenden Sachen wurden schön auf dem Distributet Campus erklärt, so dass ich einfach eins am andern abhäckchen konnte.

Ich und meine Freundin haben zusammen eine Wohnung in Lichteberg untergemietet. Im Rahmen einer Wohnungsbesichtigung und dem Unterscheiben des Untermietvertrags mussten wir vor Antritt des Aufenthaltes einmal nach Berlin fliegen.

Ein letzter Punkt hier wäre natürlich die Finanzierung: Ich musste im Vorfeld viel arbeiten und sparen und abklären wie viel Unterstützung ich von meinen Eltern erhalten werde, um schlussendlich genügend für ein Semester wohnen, essen, (feiern) etc. auf der Seite zu haben.

Ankunft

Bei der Ankunft an der Uni war alles sehr gut organisiert. Ich hatte von der FU Berlin ganz viele Infos bekommen wo ich hingehen und was beschaffen oder unterschreiben musste etc. Bei der Anmeldung gab es einen kleinen Postenlauf was heisst, dass wir vom ERSMUS-Büro einen Plan mit Aufgaben kriegten und dann zuverschiedenen Posten auf dem Unigelände mussten um Semestergebüren einzubezahlen und so weiter. Dies war nach ca. 2 Stunden vorüber und wir konnten mit Semesterticket nach Hause fahren.

Dan gab es von der FU noch 2 Orientierungstage. Diese waren in 2 Teile gegliedert. Im ersten Teil erhielten wir allgemeine Informationen über die FU, im zweiten Teil wurde die grosse Gruppe aller Austauschstudenten in die jeweiligen Fachbereiche geteilt. Da ich Ethnologie studiere und dies eine sehr kleine Gruppe bildet, war ich auch mit Studenten aus anderen Fächern in der Gruppe und dieser Teil hat mich mehr gelangweilt als schlauer gemacht. Leider.

Neben der Ankunft an der Uni musste ich natürlich auch in der Stadt ankommen. Berlin ist eine tolle Stadt. Man findet sich trotz fehlendem Stadtzentrum eigentlich sehr schnell zurecht. Das öffentliche Verkehrsmittelnetz hatte ich schnell verstanden und keine Probleme mich im Raum zu bewegen. Wenn man etwas nicht sofort gefunden hatte, konnte man problemlos Passanten fragen, welche alles immer sehr freundlich und hilfsbereit waren.

... hat eigentlich alles geklappt beim Einstieg :)

Zimmersuche
Wohnen

Ich und meine Freundin wollten erst eine neue Wohnung mieten und sind bei der Suche dann im Internet auf eine Wohnung gestossen, welche für genau diesen Zeitraum zur Untermiete ausgeschriben war. Wir haben die Mieter kontaktiert und sind wie bereits gseschrieben im Vorfeld des Aufenthalts nach Berlin geflogen um alles zu unterschreiben. Wir hatten wohl Glück.

Universität

Die FU Berlin hat mir gefallen. Ich hatte 2 Module à 2 Seminaren besucht. Mir ist extrem aufgefallen, dass die Studenten viel sprechfreudiger sind als bei uns :) ...

Ich würde allen empfehlen vor der endgültigen Buchung der Module die einheimischen Studenten nach Belibetheit der Dozenten befragen. Ich hatte leider 2 von 4 Seminaren bei einem Dozenten, der allgemein als sehr unsympathisch und eigen bekannt ist. Nur leider hatte ich dies nicht gewusst und musste es im Laufe des Semester am eigenen Leib erfahren. Was doch einen kleinen Schatten auf meinen Aufenthalt geworfen hat... nett formuliert...

Ansonsten war alles super. Die Seminare waren spannend, die Anforderungen in einem gesunden Rahmen, die Kommillitonen nett und hilfsbereit.

Der ERASMUS-Beauftragte vor Ort auch sehr nett und hilfbereit.

Mein einziges Problem ist jenes der Anrechnung. Das Semester in Berlin läuft ja noch (Ende Juni) und ich weiss nicht so recht wie das genau funktioniert mit der Anrechnung. Wer muss was unterschreiben und wo muss ich welches Formular holen und bescheinigen lassen und so weiter.... Sehr kompliziert...Dieser Teil des Aufenthalts ist echt unglücklich. Das habe ich mir bei weitem einfacher vorgestellt und es hat extrem Nerven gekostet und wird wohl noch Nerven kosten. Vor allem die Dozenten kennen sich überhaupt nicht damit aus. Allgemein hatte ich das Gefühl, dass jede Person, jede Stelle eine andere Vorstellung über den Ablauf hat...also wer wann welches Formular unterschreiben und wem senden soll etc. ... ich bin noch dabei es zu verstehen :)

Was mich auch gestört hat oder was ich nicht so recht verstehen will/kann, ist dass die UZH mir nicht alle Punkte anrechnen will, die die FU Berlin vergibt. Ich verstehe nicht was das mit Bologna soll, wenns dann doch nicht gleichwertig ist... muss mir noch jemand erklären...

Leben/Freizeit

Was das Freizeitangebot anbelangt ist Berlin meiner Meinung nach der beste Ort für ein Austauschsemester. Man kann alles Mögliche unternehmen zu jeder Tageszeit an jedem Wochentag :) Ich denke das Sommersemester ist in Berlin angenehmer als das Wintersemester. Denn wenns kalt ist, dann ists richtig kalt und keiner will vor die Tür - scheint aber die Sonne so lebt die Stadt. (Wer das Sommersemster in Berlin verbringt, es sich leisten kann und sonst keine Verpflichtungen hat, der sollte am besten gleich bis August oder sogar September bleiben... :) )

Menschen kennenzulernen ist kein Problem. Alle waren sehr offen und interessiert.  Ich hatte schnell einen kleinen Freundeskreis aufgebaut mit welchem ich abends um die Häuser zog oder Tagsüber in den Park oder sonstwohin ging.

Die Preise waren für schweizer Verhältnisse günstig, weshalb ich nicht all zu sehr auf das Geld achten musste und fast alles machen konnte worauf ich Lust hatte.

Wer kein Austauschsemester in Berlin machen will, der sollte mindestens als Tourist mal hingehen :) !