Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Austausch - OUT

Jahr

09/10 WS

Universität

CN-
Beijing - Tsinghua University

Studienfach

Betriebswirtschaftslehre (3010)

Gesamteindruck

Im Allgemeinen hat mir dieser Aufenthalt in Beijing an der Tsinghua Universität sehr gut gefallen. Da ich jedes Jahr nach Sichuan gehe, wusste ich wie es in China etwa aussieht und konnte mich wahrscheinlich schneller als andere Ausländer an die chinesische Kultur gewöhnen. Beijing ist jedoch völlig anders als Sichuan und es war auch für mich eine neue Erfahrung in einer anderen chinesischen Stadt zu leben.

Es war für mich sehr interessant einmal an einer chinesischen Universität zu studieren und unter Chinesen zu sein, wo ich in der Menge als Chinesin überhaupt nicht als Ausländerin auffalle. Ich konnte in dieser Zeit auch mein Chinesisch verbessern und lernen besser mit Chinesen umzugehen.

Vorbereitung

Da die Tsinghua Universität eigentlich schon sehr viele Dokumente und Formulare bereit haben für die Austauschstudenten, ist die Vorbereitung nicht mehr schwierig. Das einzige, was man machen muss, ist nur zu entscheiden, wann man nach Beijing fliegen will und dann einen entsprechenden Flug buchen. Wenn man die Files von der Exchange Office in Tsinghua sorgfältig liest und gemäss deren Liste alles vorbereitet, muss man sich keine Sorgen machen. Die wichtigsten Dinge sind die Fotos, genug Cash und der Passport, den man bei sich haben muss.

 Da Beijing im Winter extrem kalt wird (bis zu -18°C dieses Jahr) sollte man genug warme Kleidung mitnehmen oder man kann auch in Beijing warme Kleider kaufen. Allerdings sollte man sich der Kälte bewusst sein.

Ankunft

Bei der Ankunft am Flughafen nam ich einen Taxi bis Tsinghua University Student Dorm gate, welches etwa 100Rmb kostet. Im Dorm angekommen, sind die Ausländer Dormitories sehr deutlich angeschrieben mit den Nummern und man begibt sich direkt zu Building 19, 1. Stock, wo man sich für ein Zimmer registrieren kann. Wenn man die eigenen Sachen ins Zimmer gebracht hat, geht man zum Building 21, 1. Stock und meldet sich offiziell an. 

Im Ganzen sollte man bei der Ankunft etwa 12'000 Rmb bereithaben um alle möglichen Dinge zu bezahlen, damit man keine Geldprobleme hat.

Danach sollte man sich am besten ein Velo besorgen, falls man das vorher nicht schon gemacht hat. Man kann ein Velo für 150 Rmb haben oder wenn man Glück hat, findet man auch Occasion für etwa 80 Rmb. 

Zimmersuche
Wohnen

Um die Campus Atmosphäre zu bekommen, habe ich mich für ein Zimmer an der Tsinghua entschieden. Es ist zwar nicht das billigste, aber verglichen mit den Wohnungen, die man mit anderen Austauschstudenten haben kann, ist es immer noch 1000 Rmb billiger. Das Studentenzimmer ist relativ klein (ca. 12m2), aber es hat alles, was man braucht (Pult, Bett, Regal, Schrank und ein Fernseher). Jeden zweiten Tag kommen Service Staff und reinigen das Zimmer und das Bad. 

Der Vorteil auf dem Campus zu leben ist, dass man sehr nahe an allem ist. Die zwei grössten Cantinen sind 3 Minuten Velo Distanz und es gibt ein Supermarket gleich nebendran.  

Am Ende des Semesters zog ich aus den Studentenwohnungen und zog bei einem Freund ein, wo ein Zimmer zufällig frei wurde. 

Universität

Geografisch gesehen ist die Tsinghua Universität sehr gross und es gibt innerhalb des Campus einen schönen Balance zwischen Freizeitaktivitäten, Natur und Uni-Infrastruktur.

Bezogen auf die Vorlesungen, die eigentlich viel eher Seminare entsprechen von der Universität Zürich, sind sie sehr praxisorientiert. Meistens muss man mindestens eine Präsentation halten pro Vorlesung und somit ist man am Ende des Semesters sehr gut ausgerüstet für zukünftige Präsentationen jeglicher Art. Gleichzeitig arbeitet man sehr oft in Gruppen, womit man auch gleich die eigene Teamfähigkeit trainieren kann. Ich habe während dem Austauschsemester folgende Vorlesungen besucht: Real Estate Development and Investment Case Studies, Doing Business in China, International Business, Business Analysis using Financial Statement und Business Negotiation. Meistens wird ein Thema vorgegeben oder man wählt in der Gruppe eine Firma aus und macht eine Analyse darüber und präsentiert es am Ende der Vorlesung. Grundsätzlich hat der Professor eine gewisse Vorstellung, wie die Präsentation aussehen sollte, aber er ist auch sehr offen für kreative Analysen.

Für die einzelnen Vorlesungen muss man während des Semesters im Allgemeinen mehr machen, da die Professoren vermehrt Assignments und Aufgaben verlangen, die auch zur Endnote zählen. Meiner Meinung nach ist diese Methode für weniger selbstständig und -disziplinierte Studenten die bessere Variante.

Als AustauschstudentIn ist man jedoch verglichen mit den lokalen MBA Studenten im Durchschnitt einige Jahre jünger und man merkt, dass uns die Praxiserfahrung fehlt, wenn wir Vorlesung mit den Lokalen haben. Allerdings haben wir nicht wirklich viele Vorlesungen mit Lokalen zusammen, da die Lokalen meistens nicht so gut English können und die meisten Austauschstudenten kein Chinesisch können. Folglich besuchen Lokale chinesische MBA Kurse und Austauschstudenten englischsprachige Kurse und man kommt eher selten in Kontakt mit lokalen Studenten. Da ich Chinesisch kann, konnte ich zwei chinesische Vorlesungen besuchen und lernte einige lokale Studenten kennen.

Im Allgemeinen bezüglich den Vorlesungen ist es nicht schwierig die Kurse zu bestehen. Sollte man jedoch eine sehr gute Note haben wollen, hängt es sehr von sich selber ab, wieviel man für die Vorlesungen machen will.

Leben/Freizeit

Hat man einmal die wichtigsten Sehenwürdigkeiten besucht, gibt es noch sehr viele Restaurant, Bars und Clubs zu besuchen in Beijing. Für den Abend gibt es verschiedene Districts mit schöner Beleuchtung. Wenn es einem zu kalt wird auf der Strasse, kann man auch in einem der vielen Shoppingmalls einkaufen gehen.

Die Universität selber bietet auch Sportmöglichkeiten wie Schwimmen oder andere Sportkurse wie Tai Kwan Do oder Tanzkurse an. Gleich ausserhalb der Uni gibt es einige grosse Fitness Center, wo man ein 3 Monatsabo zu vernünftigen Preisen kaufen kann. Joggen ist weniger angenehm, da es ab November zu kalt dafür ist.

 Wenn man nicht sehr oft ausgeht, ist das Leben in Beijing eigentlich sehr billig, v.a. wenn man auf dem Campus wohnt und täglich in der Mensa isst, die extrem billig und eine grosse Auswahl bietet, kann man damit eine Menge Geld sparen. Jedoch rechnen die meisten Austauschstudenten sowieso in ihrer eigenen Währung und dann erscheint alles in Beijing/China als sehr billig.