Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

09/10 SS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Publizistikwissenschaft (7251)

Gesamteindruck

Mein Erasmus war echt super!

Eigentlich war die Uni selbst nicht so hervorragend, aber ich hatte die Möglichkeit andere Leute kennenzulernen, wie sie lernten, wie sie lebten, und das war grossartig! Ich glaube, dass dies, im Grunde genommen, das Wichtigste war.

Das Semester war einfacher als zu Hause und  vor allem, weil ich nicht so viele ECTS erbringen musste, da ich schon vorher so viele wie möglich gemacht hatte. Deswegen hatte ich ein bisschen mehr Freiheit bei der Studienauswahl. Ich habe trotzdem gegen 30 ECTS erzielt, aber wie schon erwähnt, ist das Niveau in Wien im Vergleich mit Zürich tiefer, deswegen muss man weniger lernen. Alles war ziemlich ausgewogen: Ein Bisschen Uni, dann Freizeit, um Leute und Stadt zu geniessen.

Keine Lust wieder nach Hause zu fahren!

Vorbereitung

Vor der Abreise muss man einen Vorschlag für das Learning Agreement abgeben. Bei mir war dies nicht möglich, da das Vorlesungsverzeichnis vor dem Beginn an der Uni nicht komplett war. Erst als ich in Wien ankam, hatte ich einen Überblick von den möglichen Vorlesungen.

Ankunft

Die ESN Wien (Erasmus Student Network) bietet das Buddy-Service an. Buddy ist ein/e Student/-in, welcher/welche in Wien  oft im gleichen Fach wie der Gast studiert, um die Erasmus-Studenten helfen zu können. Ich hatte mich damals angemeldet und war darum in der Folge sehr froh!

Ich musste am Montag, 1. März  2010, an der Uni Wien beginnen und mein Zimmer konnte  erst am gleichen Tag bezogen werden. Ich kam am Sonntag in Wien an, und meine Buddy hat mir die Übernachtung angeboten. Am Tag danach hat sie mir bei der Orientierung geholfen.

Ich empfehle ein/eine Buddy sehr, da es ohne diese Hilfe am Anfang schwierig wird. Zudem kann später aus diesem persönlichen, engen Kontakt  auch eine echte Freundschaft daraus entstehen.

Zimmersuche
Wohnen

Die Zimmersuche war ganz einfach. Die Universität Wien hatte mir ungefähr 4 Monate vor der Abreise ein Dokument per e-mail zugesandt, in dem alle wichtigsten Infos beinhaltet waren. Die OEAD (Österreichischer Austauschdienst) ist eine Organisation, die verschiedene Studentenwohnungen verwaltet. Ich habe mich bei ihnen angemeldet und habe meine Präferenzen für drei Studentenwohnheime eingegeben.

Die Kosten sind ziemlich homogen und hoch (zwischen 350 und 400 EURO monatlich) und man soll darauf achten, in welchem Bezirk sich das Wohnheim befindet und wann es gebaut wurde. Ich war ziemlich glücklich, da meins an der Kreuzung von zwei U-Bahnen und in der Nähe des Schlosses Schönnbrunn war, aber leider im leicht entfernten 15. Bezirk.

Die Studentenheime sind gut für diejenigen Studenten, die vielleicht niemand in der Stadt kennen. Da es normalerweise viele Party gibt, kann man sofort damit viele Leute kennenlernen. Alle anderen Erasmus-Studenten haben auch in solchen Wohnheimen gewohnt.

Universität

Die Universität Wien ist ziemlich gross und die Institute sind, ähnlich wie in Zürich, überall in der Stadt verteilt. Sie sind nicht so gut organisiert wie in der Limmatstadt.  Manchmal muss man ein Bisschen Geduld haben, aber zum Schluss hat man fast immer eine Antwort.

Das Institut für Publizistik ist in der Nähe der Währingerstrasse (U6) und als ich zum ersten Mal da hinging, war ich mir nicht so ganz sicher, ob dies wirklich ein Institut sein könnte. Es sieht wie ein Haus aus und ist sehr klein (ich glaube, dass sie in ein Paar Jahren umziehen werden).

Was ich persönlich gut gefunden habe, ist, dass die Uni praktische Übungen anbietet, welche auch in Blockveranstaltungen stattfinden. Dies sind im Bereich TV, Radio, Werbung, PR und Print. Ich hatte drei von diesen. Es kommt auch darauf an, welchen Dozenten man hat. Ich hatte nicht so viel Glück und habe deswegen nicht so viel gelernt. Bei einer Dozentin im Fach Werbung haben wir fast nichts gemacht, da wir über das Wetter oder was los war gesprochen haben. Als Erasmus-Student mag das recht gut sein, aber es ist trotzdem nicht  gerade zum Besten bestellt.  Das Niveau ist sowieso nicht so hoch. Die meisten Studenten kommen aus Deutschland und sind oft solche, die in Deutschland nicht akzeptiert wurden. Es wird vielleicht besser in den nächsten Jahren, da vielleicht eine Eintrittsprüfung vorgesehen wird.  

Was man aber achten sollte, ist, dass in Wien die Kursanmeldung sehr kompliziert ist. Die Wiener Studenten haben oft Mühe einen Platz zu kriegen. Als Ersmus-Student muss man direkt jeden Professor anfragen, ob es einen Platz in seien Vorlesungen gibt. Beim Fach Politik gab es keine besoderen Probleme, beim Fach Publizistik nur einzelne, die schlüssendlich rasch gelöst wurden.

Leben/Freizeit

Wien ist anders. Dies ist der Slogan der Stadt Wien.

Da ich für die Uni nicht zu viel zu tun hatte, hatte ich gerade viel Zeit, um Wien zu geniessen. Die Stadt ist eher klein, also gut im Zentrum konzentriert, aber bietet jedes Wochenende viel zu tun. Studenten-Party hat es überall, wie immer, ansonsten hat es eine neue Zone von Clubs in der Nähe der U6 oder in der Leopoldstadt. Die Stadt bietet aber viel Kultur mit 3 Opernhäusern und zahlreichen Theatern an. Zudem gibt es immer Feste oder sonst etwas besonderen.

Wien hat auch viele Parks und die Donauinsel, wo jedes Jahr in Juni das grösste Openair Europas stattfindet (kostenlos!).

Budapest und Prag sind in nur ca.  4 Stunden von Wien mit dem Bus erreichbar (auch nicht so teuer: ca. 35 Euro hin und zurück mit Eurolines). Bratislava ist nur eine Stunde Fahrzeit entfernt.

Ich hatte vor allem Glück sympatische Leute kennenzulernen, mit denen ich  viel Zeit verbringen habe. Das war das Beste: alles war richtig gut mit ihnen:)