Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

09/10 WS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Volkswirtschaftslehre (3020)

Gesamteindruck

Der Aufenthalt in Wien bleibt mir in sehr positiver Erinnerung. Sowohl die Universität als auch die Stadt haben mir ausgezeichnet gefallen.

Vorbereitung

Der Aufwand für die Vorbereitung hielt sich in Grenzen. Nach der Bestätigung der Heimuniversität, dass man für das Austauschsemester in Wien zugelassen ist, habe ich von der Uni Wien nach kurzer Zeit ein E-Mail mit allen wesentlichen Informationen zur Vorbereitung zugeschickt bekommen. So konnte man die Liste Schritt für Schritt durchgehen, und die anfallenden kleinen Formalitäten ohne Probleme erledigen. Da ich in einem Studentenheim gewohnt habe, war auch die Unterkunftssuche kein Problem und konnte von zu Hause aus getätigt werden

Ankunft

Weil ich für das (in Wien doch ziemlich kalte) Wintersemester unbedingt genügend Kleider dabeihaben wollte, entschied ich mich für die Anreise mit dem Nachtzug, wo im Gegensatz zum Flugzeug diesbezüglich keine Limite vorgegeben ist. Zwar war der Zug sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückreise ca. 30-60 Minuten verspätet, da man aber nicht umsteigen muss, ist dies nicht weiter schlimm und die Bahnreise verläuft problemlos, dauert aber ziemlich lange. Nach der Ankunft am Westbahnhof ging's zuerst zum Büro der Wohnraumverwaltung, um den Mietvertrag zu unterschreiben und den Schlüssel abzuholen, was alles erstaunlich speditiv funktionierte. Etwas mühsam sind einzig die etwas eingeschränkten Öffnungszeiten, so dass man (sofern man niemanden kennt, der den Schlüssel stellvertretend abholt) besser am Morgen als am Nachmittag ankommt. Daraufhin begab ich mich zum Studentenheim, um mich dort einzurichten und die neue Umgebung etwas zu erkunden.

In den ersten Tagen gilt es dann zunächst, einiges zu erledigen, jedoch erhält man dazu ebenfalls eine Liste der Universität, damit nichts vergessen geht. Dazu gehört die Anmeldung auf dem Meldeamt, vorbeigehen bei der Mobilitätsstelle der Uni und baldmöglichst den ÖH-Beitrag einzubezahlen, eröffnen eines österreichischen Bankkontos (sehr empfehlenswert!), österreichisches Handy kaufen, nach eintreffen der Studienbestätigung das Semesterticket der Wiener Linien kaufen usw.

Zimmersuche
Wohnen

Wie bereits erwähnt, war die Zimmersuche über den ÖAD sehr einfach. Nach der Bewerbung um ein Zimmer muss sofort eine Kaution von EUR 600 überwiesen werden, damit die Anfrage bearbeitet wird. Daraufhin hat es ca. 2-3 Monate gedauert, bis ich ein Zimmer zugeteilt bekam. Ich wohnte im ÖAD-Studentenheim an der Molkereistrasse in einer 2er-WG. Diese Wohnform würde ich auf jeden Fall weiter empfehlen, auch wenn man sich bewusst sein sollte, dass man zufällig einen Mitbewohner zugeteilt bekommt, den man noch nie gesehen hat. Ich hatte jedoch grosses Glück und mich mit meinem Mitbewohner ausgezeichnet verstanden. Da er ausserdem aus Grossbritannien kam und wir ziemlich viel miteinander unternahmen, konnte ich mein Englisch während des Semesters deutlich verbessern, was ich eigentlich in Wien nicht unbedingt erwartet hatte. Allgemein ist die Athmosphäre im Studentenheim an der Molkereistrasse sehr international, da es sich um ein reines Austauschstudentenheim handelte. Das Heim ist ziemlich modern und über eine direkte U-Bahnlinie nur vier Haltestellen vom Hauptgebäude der Universität entfernt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Wohnung bereits ausgestattet ist (Bettwäsche, Geschirr usw.) und sogar wöchentlich gereinigt wird. Falls man mehr als ein Semester bleibt, könnte sich die Suche nach einer privaten WG jedoch finanziell lohnen, da sich die ÖAD-Studentenheime für Wiener Verhältnisse eher am oberen Ende des preislichen Spektrums befinden.

Universität

Die Formalitäten mit der Uni verliefen reibungslos und das Team des Erasmusbüros war sehr freundlich und hilfsbereit. Das Institut für Volkswirtschaftslehre an der Hauptuni (daneben gibt es in Wien noch die Wirtschaftsuniversität) ist ziemlich überschaubar, und dementsprechend ist auch das Lehrveranstaltungsangebot eher kleiner als in Zürich. Dafür nehmen an einigen Kursen auch sehr wenige Studenten teil, was sich natürlich positiv auf die Betreuung auswirkt. So waren wir in einem Kurs gerade mal zu viert, und in einem andern zu fünft. Die Vorlesungen waren meistens interessant gestaltet, aber bezüglich Stil und Inhalt ziemlich heterogen. So ist es nicht möglich, hier eine für alle Lehrveranstaltungen zutreffende Gesamtaussage zu machen.

Die Auswahl der Kurse fand ich zu Beginn nicht ganz einfach, da man weder die Dozenten noch den Stil der Kurse kennt. Da mir von ESN jedoch ein Buddy zugeteilt wurde, der ebenfalls VWL studierte, konnte ich mir dennoch schon vor Semesterbeginn eine gewisse Vorstellung der Kurse  machen.

Leben/Freizeit

Wien ist eine sehr vielfältige Stadt und bietet neben den international renommierten Kulturinstitutionen, Kaffehauskultur und kaiserlicher Athmosphäre auch in (fast) jeder andern Hinsicht enorm viel. Die Stadt ist deutlich grösser als Zürich, jedoch kommt man dank des ausgezeichneten öffentlichen Verkehrsnetzes überall problemlos hin. Hier empfiehlt sich der Kauf des Semestertickets für ca. 130 Euro, mit dem im ganzen Stadtgebiet alle Öffis unbeschränkt benutzt werden können. Sogar die Nachtbusse (die auch werktags verkehren) sind im Preis enthalten.

An den Veranstaltungen des Erasmus Student Networks (ESN) kann man leicht andere Austauschstudierende kennenlernen. Die angebotenen Veranstaltungen sind dabei relativ vielfältig und reichen vom Kennenlernevent über den Parlamentsbesuch bis zum 3-Tagesausflug nach Budapest oder Prag. Falls man aber lieber auf eigene Faust solche Ausflüge unternehmen möchte, ist dies natürlich auch kein Problem.