Bilder zum Bericht

Ausblick vom Kahlenberg runter auf die Stadt Wien (Ende September)

Die Wrstchenbuden an fast jedem Eck gehren zum Stadtbild. Und es schmeckt sehr lecker!

Impressionen des TU-Balls in der Hofburg.

Kaiserschmarren im Kaffeehaus - Heimliches Wahrzeichen der Stadt!

Studenten-Proteste: "Wessen Uni? - Unsre Uni! Wessen Bildung? - Unsre Bildung! Wessen Zukunft? - Unsre Zukunft!"

Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

09/10 WS

Universität

AT-WIEN01
Wien - Universität Wien

Studienfach

Populäre Kulturen (7722)

Gesamteindruck

Gesamteindruck: Ich hatte eine wunderbare Zeit in Wien! Dies dank der super Betreuung seitens der Universität, des Instituts und des ESN. Und natürlich dank all der Leute, die ich kennenlernen durfte. Wien bietet all die Annehmlichkeiten einer Grossstadt, trotzdem bleibt sie aufgrund der bescheidenen Grösse übersichtlich. Die Stadt hat kulinarisch und kulturell viel zu bieten! Und wir bemühten uns, dies alles zu entdecken. Bei meiner Abreise nach 4 Monaten war mir die Stadt sehr vertraut geworden, andererseits hatte ich immer noch den Eindruck, etwas an der Oberfläche zu kratzen. Ich war nicht das letzte Mal dort, soviel steht fest!

Vorbereitung

Vorbereitung: Ich habe versucht, möglichst bald das Formelle zu erledigen. Auf der Homepage der Uni Wien gibt es ganz viele nützliche Informationen und Links.Und so habe ich mich darüber schlau gemacht wie das läuft mit Registrierung an der Uni, auf dem Meldeamt, Buchen der Kurse etc. Ausserdem war auch das Erasmus-Büro in Zürich immer hilfsbereit!

Dann habe ich mir einen Reiseführer über Wien gekauft und versucht, soviel wie möglich zu lesen, um mir ein Bild von der Stadt und ihren Menschen zu machen.

Ausserdem habe ich mich schon intensiv mit den Kursen beschäftigt, da ich hier in Zürich ein Learning agreement aufsetzen musste.

Den Rest liess ich auf mich zukommen. 

Ankunft

Ankunft: Aufgrund des grossen Koffers und um den Übergang zwischen den beiden Welten besser verarbeiten zu können bin ich mit dem Zug gereist. Dies kann ich nur empfehlen. Die Fahrt dauert ca. 9 Stunden und man fährt über Nacht. Mein Mitbewohner hat mich zu Hause empfangen und mir dann sogleich das wichtigste betreffend Bahnkarte, Einkaufen u.a. gezeigt.

Das Wetter war noch schön und warm, und so konnte ich die ersten Tage in Ruhe zu Fuss durch die Stadt irren und mich ein erstes Mal orientieren und etwas einleben.

Das Erasmus-Büro in Wien ist sehr aktiv und hat viele Informationsveranstaltungen geführt, wo einem der ganze Papierkram mit Anmeldung, Gebühren etc. erklärt wurde. Ich fühlte mich gut aufgehoben und willkommen. Bereits vor Abreise hatte ich schon Email-Kontakt gehabt. Meine Fragen und Anliegen wurden immer schnell und freundlich beantwortet. Ich fühlte mich sehr gut betreut.

Auch das ESN (Erasmus-Student-Network) in Wien hat am Anfang viele Events organisiert, um die Stadt kennen zu lernen, und um schneller in Kontakt mit anderen Erasmus-Studenten zu kommen. Diese Events habe ich zu Beginn gerne besucht - und  auch gleich nette Menschen kennengelernt.

Zudem hatte ich vor Abreise schon Email-Kontakt mit der zuständigen Person vom Institut der Europäischen Ethnologie. Ein paar Tage nach Semesterstart wurden wir Austausch-Studenten gar extra von der leitenden Professorin zu einem Kennenlern-Kaffe-NAchmittag eingeladen. Ich fühlte mich an meinem Institut und vom Erasmus-Büro sehr gut betreut.

Zimmersuche
Wohnen

Zimmersuche/Wohnen: Ich hatte mich über die offizielle Studierendenheim-Vermittlung für ausländische Studierende, den ÖAD (österreichischer Austauschdienst) um ein Zimmer in einem Wohnheim beworben. Als Erasmus-Studentin hat man einen Platz garantiert. Trotzdem lohnt es sich, sich früh zu bewerben (3 Monate vor Antritt des Aufenthaltes). Das Ganze ist unkompliziert, man kann auf der Homepage ein Formular ausfüllen.
Allerdings brauchte ich meinen Platz dann nicht, und konnte ihn wieder stornieren lassen. Ich bekam die Gelegenheit, privat zur Untermiete zu wohnen. Ich lebte bei einem Studenten. Wir verstanden uns gut, und so sind wir auch das ein oder andere mal zusammen weggegangen. So konnte ich die Freunde meines Mitbewohners und damit Einheimische kennenlernen. Damit erschloss sich mir die Stadt und das Wiener Leben nochmals von einer anderen Seite.

Ich wohnte sehr zentral im 9 Bezirk (Alsergrund) hinter dem AKH. Ich konnte ein Fahrrad benutzen, damit hatte ich zur Uni ca. 5 Minuten, zu meinem Institut (Europäische Ethnologie), welches sich bei der Staatsoper befindet, ca. 10 Minuten. Mit der Bim (Tram) benötigte ich zur Hauptuni ca. 10 Minuten und zum Institut von Tür zu Tür ca. 30 Minuten.

Universität

Universität: Die Universität in Wien ist riesig und genau wie in Zürich über die ganze Stadt verteilt. Von der Qualität der Lehre habe ich einen sehr guten Eindruck. Das Angebot ist ebenfalls vielfältig und sehr spannend! Beeindruckt hat mich ausserdem der Lesesaal der Hauptuniversität. Ein Prunkstück unter Denkmalschutz. Wenn man dort drin sitzt und lernt fühlt man sich ein bisschen wie in Harry Potter...

Mit meinem Institut war ich sehr zufrieden. Da ich nicht mehr die volle Semester-Punktzahl brauchte, besuchte ich nur einen Theorie-Lektürekurs, ein Proseminar und ein Seminar. Ich fand es spannend, dass das Institut im Vgl. zu Zürich teilweise andere Schwerpunkte setzt. Ich konnte meinen fachlichen Horizont noch einmal erweitern. Die Dozierenden waren auch engagiert und hilfsbereit. Im Seminar waren wir sogar nur 4 Personen, was das Ganze intensivierte, aber wir konnten natürlich extrem von dieser Situation profitieren.

Ich machte auch mit anderen Instituten gute Erfahrungen. Als ERasmus hat man einen gewissen Sonderstatus, die Anmeldefristen oder anderes gelten nicht ganz so streng.

Ausserdem lernte ich in diesem Semester, was es heisst, wenn unzufriedene Studenten den Lehrbetrieb unterbrechen und in Strassendemonstrationen ihren Unmut lauthals kundtun. Die Dynamik welche sich da entwickelte war unglaublich spannend. An meinem Institut selber waren wir nicht allzusehr von den Protesten betroffen, aber natürlich wurde das Thema auch in den Lehrveranstaltungen aktuell diskutiert.

Leben/Freizeit

Freizeit/Leben: Die Universität hat ein riesiges Sportangebot zu bieten. Und so fand ich dann einige Kurse, die mir gefielen. Das System läuft etwas anders als beim ASVZ, man muss sich für jeden Kurs semesterweise registrieren und einen kleinen Beitrag bezahlen.

Der öffentliche Verkehr in Wien ist tadellos. Das Nachtbusnetz verkehrt die ganze Woche. Und so kommt man zuverlässig von hier nach dort. Am schnellsten ist man jedoch zweifelsohne mit dem Velo unterwegs!

Wien ist eine sehr saubere und sichere Stadt. Wenn ich nicht gerade über die U-bahn-Station Karlsplatz musste (Platzspitz von Wien) fühlte ich mich jederzeit und überall wohl und sicher. Ausserdem lässt Wien bezüglich Infrastruktur nichts vermissen. Bloss, es ist nicht alles so perfekt und shiny wie in Zürich. Dies empfand ich als sehr entspannend!

Kulturell hat die Stadt unglaublich viel zu bieten. Und es lohnt sich, viele unterschiedliche Sachen auszuprobieren. Ich war in der Staatsoper, im Museumsquartier und Tanzquartier, im Theater Drachengasse, im Kino, und vieles mehr! Wenn wir gerade keine Ideen mehr hatten, wurden wieder mal die Reiseführer konsultiert. Aber grundsätzlich brauchte ich den v.a. am Anfang, und auch hauptsächlich wegen der Orientierung in der Stadt.
Viel Zeit habe ich auch in den Kaffeehäusern und Konditoreien verbracht! Hier lohnt es sich ebenfalls, viele Orte auszuprobieren! Jedes Café hat seinen eigenen Charme.
Was der Üetliberg in Zürich ist der Kahlenberg in Wien. Ein wunderbarer Hügel mit toller Aussicht und bebaut mit Weinreben soweit das Auge reicht. Weil das Wetter  bei meiner Ankunft noch so schön und warm war bin ich mehrmals hinaufgegangen (ca. 2h Gehzeit) und habe bei einem Winzerstand ein Glas Sturm (Federweissen) getrunken und ein Stück Kuchen gegessen oder einfach nur die Sonne genossen.
Ganz schön waren auch die Weihnachtsmärkte im November, Dezember. Mein Lieblingsmakrt war jener am Karlsplatz, weil dort noch richtiges Handwerk angeboten wurde. Aber z.B. auch Schönbrunn oder Spittelberg waren sehr schön. Allerdings kann man auch den besten Glühwein irgendwann nicht mehr riechen! Und man freut sich, wenn wieder etwas anderes aktuell wird. Zum Beispiel Eislaufen im Park vor dem Rathaus.
Selbstverständlich darf auch die Teilnahme an einem Wiener Ball - am besten in der Hofburg! - nicht fehlen!
Das Nachtleben in Wien ist ebenfalls sehr ausgeprägt und es lässt sich für jeden Geschmack etwas finden.

Das Leben in Wien ist etwa gleich teuer wie in Zürich. Gewisse Dinge wie Wohnen oder im Restaurant Essen waren für mich billiger. Aber für Kolleginnen aus Deutschland waren die Preise teilweise ziemlich happig. Das Einkaufen im Supermarkt war etwa gleich teuer wie in der Schweiz. Andere Konsumgüter, z.B. Kleider, sind einiges billiger.

Die geographische Lage Wiens macht Kurztrips von 3-4 Tagen in benachbarte Städte möglich. In 3-4 Stunden Busfahrt ist man beispielsweise in Budapest oder Prag, in 1 Stunde Zug oder Schiffahrt ist man schon in Bratislava! 
Innerhalb Österreichs habe ich noch Abstecher in die Wachau und nach Graz gemacht. Hier lohnt sich ein Abstecher in die Schokoladenfabrik Zotter.