Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

08/09 SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Rechtswissenschaft (2000)

Gesamteindruck

Tolle Zeit! Jedem zu empfehlen!

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Vorbereitung

Ziemlich Spontan die ganze Aktion! Pass und Id mussten neu bestellt werden! Erste Kontakte über Freunde von Zürich mit Kontakten nach Berlin.

Ankunft

Anreise mit Auto. Die erste Woche in Hostel, begleitet von meiner Freundin welche eine woche Urlaub machte.

Zimmersuche
Wohnen

 Über einen Kontakt in Zürich durfte ich für die ersten zwei Wochen ein WG-Zimmer ausleihen um in dieser Zeit meine Bleibe für die nächsten Monate zu finden. Da die Einführungswoche der FU meinen Wissensdurst nach administratorischem bereits in ein zwei Tagen abdeckte hatte ich Anfangs genügend Zeit mich intensiv der Wohnungssuche zu widmen. Wohnungssuche in Berlin ist nicht mit derjenigen in Zürich zu vergleichen. Ich hab gemerkt das zu frühes Suchen eben wirklich auch zu früh sein kann. Berliner sind sich das ein und ausziehen von Erasmusstudenten gewohnt. Allgemein herrscht diesbezüglich eine mir bisslang unbekannte Freizügigkeit mit Wohnfläche, in dieser ersten Übergangs-WG bin ich so herzlich aufgenommen worden obwohl ich niemanden und sie mich nicht kannten. In gewissen Zeitschriften (Zitty, Tip) und über Online-Portale (WG-Gesucht, WG-Zimmer) finden sich unzählige Ausschreibungen. Gesucht wird meist auf Anfang oder Mitte Monat (15ter). Es sollte möglich sein ein Wg-Zimmer (10-20m2) warm (dh. Inkl. Nebenkosten) für 250 Euros zu finden! Trotzdem dass zum Zeitpunkt meiner Suche gerade Semesterbeginn war und ich teilweise die gleichen Erasmusstudenten an zwei Wohnungsbesichtigungen getroffen habe, bin ich nach 10 Tagen und etwa 9 Wohnungsbesichtigungen in mein Zimmer in Friedrichshain, im sehr amüsanten Boxi-Kiez (Boxhagenerplatz), eingezogen. Für Junge Leute welche es gerne lebendig und multikulti mögen kann ich Kreuzberg und Friedrichshain wie auch Prenzlauerberg sehr empfehlen. Noch billiger lebt man aber in Neukölln (od. das Pendent auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt Weddingen)  wobei dort der höchste Prozentsatz Ausländischer Bevölkerung zuhause ist und in manchen Reiseführern vor der hohen Kriminalität gewarnt wird. Ich habe allerdings die ersten zwei Wochen an der grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln (sog. Kreuzkölln) gelebt und nicht einmal schlechte Erfahrungen gemacht. In Berlin Mitte ist es leider etwas teuer, wie auch in Prenzlauerberg, wo die Mieten immer teurer werden (300+Euronen). Die Freie Universität von Berlin liegt ziemlich ausserhalb des Stadtkerns in den Bezirken Dahlem und Zehlendorf und auch da werden viele Zimmer in Studi-WG's ausgeschrieben allerdings nicht unbedingt billig und eben ziemlich ab vom Schuss. Da jeder Studentenausweis automatisch auch ein Bahnticket (U-Bahn) ist hab ich mich für die Stadt und den weiten Schulweg von 45 Minuten entschieden.

Universität

Der Campus der FU ist ziemlich weitläufig und nicht so zentral gehalten wie wir das von Zürich her kennen. Die Gebäude und Bibliotheken sind eher klein und familiär und nicht ganz so modern wie bei uns (keine PowerPoint Presentationen da Hellraumprojektor das Höchste der Gefühle darstellt). Viele Grünflächen laden insbesondere im Sommer ein, seine Freien Stunden draussen zu verbringen. Die rechtswissenschaftliche Fakultät besteht aus zwei wichtigen Gebäuden, einmal die Fakultätsinterne Bibliothek, mit zwei grossen Vorlesungssälen, und dem Gründungsgebäude der gesamten FU, in welchem Seminare und Vorlesungen stattfinden. Diese zwei Gebäude liegen direkt nebeneinander an der Vant'hoffstrasse. Gleich dahinter befindet sich das Aushängeschild der FU, der Hennry Ford Bau. Darin findet sich auch die grosse Universitätsbibliothek. Es ist zu beginn auf jeden fall ratsam die kleinere Hürde der Erasmusstudenten-Imatrikulation mit Hilfe eines Situationsplanes zu bestreiten, denn wie gesagt ist auch die Administration an der FU nicht zentral gehalten.
An der FU hab ich ein Seminar besucht und eine Seminararbeit verfasst, wobei ich dies bereits von Zürich aus gebucht und abgeklärt habe, da auch in Berlin Seminare als Prüfungsvoraussetzungen gelten und diese Plätze begehrt sind. Die Seminararbeit gestaltete sich in etwa gleich wie man das aus Zürich kennt nur war der Kurs kein Blockseminar sondern wurde über das Semester auf 2 Wochenstunden aufgeteilt. Herr Professor Dr. Vergau hatte Deutschland lange bei der UNO in New York vertreten und blickt auf eine erfolgreiche Diplomaten-Karriere zurück und ist sicherlich eine Korifäe auf seinem Gebiet. Der immense Wissensfundus und zahlreiche Anekdoten aus seiner langjährigen Praxis lässt dann auch der etwas veraltete Unterichtstil verblassen und die anfänglich fast übertrieben wirkende Härte seiner Ansprüche ist wohl tatsächlich der Abschreckung zuzurechnen. Herr Vergau wäre eigentlich bereits pensioniert und gab dazumals nur noch diesen Kurs an der FU weshalb ich nicht weiss ob er in Zukunft überhaubt noch anzutreffen sein wird.
Erste Anlaufstelle bezüglich Studium war bei mir eine Frau Nicole Schindler. Sie ist die Erasmuskoordinatorin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät an der FU Berlin und hat mir jede meiner Fragen geduldig und kompetent beantwortet. Geht bei ihr vorbei und es kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Leben/Freizeit

Super zeit..... aber privat!!

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