Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

08/09 WS + SS

Universität

DE-BERLIN13
Berlin - Humboldt-Universität zu Berlin

Studienfach

Philosophie (7160)

Gesamteindruck

Mein Aufenthalt hat anfänglich zu grossen Teilen aus Administration und Ämterstress bestanden. Es galt eine Menge Formulare zu besorgen und anschliessend auszufüllen um weitere Formulare und Nachweise verschiedenster Art zu erhalten. Auch ergaben sich verschiedene offene Fragen, welche jedoch stets prompt und hilfsbereit vom meinem ERASMUS Berater in Zürich beantwortet werden konnten; vielen Dank. Von der Studienberatung hier in Berlin hatte ich wenig Unterstützung, da sich diese primär auf die Herausgabe von Formularen und Infoblättern spezialisiert hat und nach meiner Auffassung nicht eine Studienberatung sondern eher einem Infostand  ähnelt.

Zu Berlin wäre noch viele positive und einige negative  Aspekte zu erwähnen; die positiven Seiten überwiegen klar.  

Vorbereitung

Relativ kurzfristig habe ich den Entscheid getroffen, ein Austauschsemester hier in Berlin anzutreten. Die Formalitäten und die vorbereitenden Schritte um den Entscheid umzusetzen, hielten sich vom Aufwand her in Grenzen. So habe ich nach einigen Wohnungsbesichtigungen in unterschiedlichsten Gebieten im August eine sehr schöne Bleibe gefunden. Die Anmeldung verlief problemlos. Wichtig hierbei ist es, alle Fristen einzuhalten und  Ordner zusammengehöriger Dokumente anzulegen um den Überblick nicht zu verlieren. Die Aufgabe, das Wechselspiel mit zwei Universitäten zu koordinieren, ist ein gutes administratives Training. Der Transport von Einrichtungsgegenständen und anderen Gütern ist am einfachsten mit einem Kraftwagen zu bewältigen, vor allem wenn Zerbrechliches darunter ist. Abklärungen meinerseits haben ergeben, dass Transportunternehmen und Möbelpacker so hohe Preise verlangen, dass es günstiger kommt, sich alles neu zu kaufen.

Ankunft

Bei der Ankunft wartet eine Menge administrativer Tätigkeiten auf den ERASMUS Studenten, hiervon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Da man viel in der Stadt herumreisen muss, um an verschiedenen Stellen verschiedene Dokumente vorzulegen und zu erhalten, ist ein Fahrrad von grossem Vorteil. Es ist empfehlenswert, früh genug da zu sein, um sich ans neue Umfeld zu gewöhnen.

Zimmersuche
Wohnen

Ich würde von studentischen Wohnheimen abraten, da man auf diesem Weg nicht mit Leuten aus Berlin in Kontakt kommt. Die Miete für ein angenehm grosses Zimmer in einer WG bewegt sich etwa zwischen 200 und 400 Euro, je nach Anspruch und Lage. Von Kohleheizungen (hiervon gibt es viele),  würde ich trotz Altbauromantik abraten. Im Winter ist es kalt (bis zu -23 Grad) und wenn man abends nach hause kommt, dauert es einige Zeit,  bis die Räume bewohnbar-warm sind. Via Internet eine Wohnung zu suchen, empfiehlt sich. Schwieriger, aber machbar allemal, ist es, die Besichtigungstermine auf kürzere Zeit zu konzentrieren. Wohnungen in Mitte-Berlin sind zu teuer, Lichtenberg ist meiner Meinung nach das wohl hässlichste Gebiet und im westlichen Teil von Berlin würde ich persönlich nicht wohnen wollen. Empfehlenswert sind: Neuköln, Kreuzberg, Wedding, Prenzlauerberg, Freidrichshain. Man sollte auf UNI-nahe Standorte achte.

Universität

Im Unterschied zu Zürich gibt es hier in Berlin weder ein Zentrales Anmeldungsverfahren für Veranstaltungen, noch ist die Form des Leistungsnachweises vereinheitlicht. Krieg der Formulare :Ich bin dazu veranlasst worden, zahlreiche Gespräche mit den Unterrichtenden über Formen der Anrechnung und des Leistungsnachweises zu führen, was jedoch scheinbar auch den Berliner-Studenten nicht erspart bleibt.. Das Angebot an Veranstaltungen verschiedenster Art ist gross. Mit Begeisterung besuchte und besuche ich sowohl Vorlesungen wie auch Seminare zu unterschiedlichsten Themen. Dabei war ich sehr glücklich über die zahlreichen Hilfestellungen und Informationen der Unterrichtenden, die einem sowohl auf administrative, wie auch auf fachliche Fragen, in Person oder via E-mail, innert kürzester Zeit antworten; vielen Dank.

Leben/Freizeit

Es gibt: Museen, Frisbeekurse, Quartierfeste, Touristenfallen, das Brandenburger Tor, Bierkneipen und Drogenlöcher. Die Lokale und Institutionen haben fast pausenlos geöffnet und wenn man sein Quartier nicht verlassen will, finden sich Freizeiteinrichtungen im Umkreis. Studentenjobs gibt es viele. Die Bezahlung ist schlecht, was aber mit dem generell tiefen Lohn- und Preisniveau von Berlin zusammenhängt. Im europäischen Grossstadtvergleich dürfte Berlin zu den preisgünstigsten Städten zählen.