Erfahrungsberichte

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Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

08/09 SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Ethnologie (7721)

Gesamteindruck

Ein Erasmus-Aufenthalt ist auf alle Fälle eine super Erfahrung und ich würde es sofort jedem empfehlen! Insgesamt macht man sehr viele wertvolle Erfahrungen fürs Leben, sei es eine andere Uni kennenlernen, sich in einer fremden Grossstadt zurecht finden oder viele neue Freundschaften aus aller Welt schliessen.

Vorbereitung

Der Aufwand für die Vorbereitung hielt sich in Grenzen. Man muss nur einige Formulare ausfüllen und sich Kurse raussuchen, die man besuchen möchte. Eigentlich hätte ich schon vor meiner Abreise ein Learning Agreement erstellen müssen (alle anderen Erasmus-Studenten an der FU hatten ein solches bereits erstellt) doch die Koordinatorin meinte, dies müsse man erst nach der Rückkehr machen.

Ankunft

Meine Ankunft war zuerst zugegebenermassen etwas stressig. Ich hatte mich für ein Zimmer in einem Studentenwohnheim angemeldet und auf dem Info-Blatt stand, wo ich meinen Zimmerschlüssel abholen konnte - bei der Wohnheimverwaltung etwa 45min vom Wohnheim selber entfernt. Leider stellte sich dann heraus, das dies nicht stimmte, ich musste den Schlüssel beim Hausmeister holen. Das klappte dann auch gut. Leider gab es aber kein Vorrat mehr an Bettzeug und Geschirr, ich musste mich also noch am gleichen Tag auf die Suche nach einem Warenhaus machen, da im Zimmer wirklich nur ein Bett mit Matratze war. Leider war das Zimmer auch sehr, sehr schmutzig, und musste gründlich geputzt werden.

Ich bin am 1. April angekommen, das heisst rechtzeitig für die Orientierungstage für Erasmus-Studenten der FU. Dort konnte man schon erste Kontakte knüpfen, wurde durch den riesigen Campus geführt und in Fachgruppen auch zu den verschiedenen Instituten, die überall verteilt sind. Man konnte sich auch für Ausflüge anmelden, was sehr zu empfehlen ist.

Es empfiehlt sich sehr schon zwei oder drei Wochen vor dem Semesterbeginn nach Berlin zu fahren, so hat man Zeit einerseits den Papierkram (Immatrikulation, Semesterticket, Versicherung, Bürgeramt, Bankkonto etc) zu erledigen und kann sich andererseits schon ausgiebig die Stadt anschauen.

Zimmersuche
Wohnen

Ich wohnte wie schon erwähnt in einem der vielen Studentenwohnheime. Da man als Erasmus-Student nicht auswählen kann, in welches man ziehen möchte, gab ich bei der Anmeldung nur an, dass ich möglichst im Zentrum wohnen möchte. Was denn auch tatsächlich der Fall war. (Nähe Potsdamer Platz). Für mich der einzige positive Aspekte eines Studentenwohnheims ist wohl, dass man sich nicht selber um die Wohnungssuche kümmern muss, häufig muss man sich bei WG's persönlich  vorstellen, was nur möglich ist, wenn man schon 1-2 Monate früher in Berlin ist. Im Nachhinein bereue ich es, nicht in eine WG gezogen zu sein. Mein Wohnheim (Hafenplatz) war sehr sanierungsbedürftig, alt und anonym und die Miete (260 Euro) eher hoch. Auch wenn die Lage sehr zentral war, würde ich eher die Bezirke Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg oder Neukölln empfehlen, wo nachts auch immer sehr viel los ist.

Universität

Es war sehr interessant, eine andere Uni kennenzulernen. Die FU ist sehr gross und die Institute überall verteilt. Ich hatte erwartet, dass das Ethnologie-Institut dementsprechend grösser ist als in Zürich, bezüglich Professuren, Dozenten und Lehrangebot ist es jedoch etwa zu vergleichen mit Zürich. Ich würde sogar eher sagen, dass die Auswahl an Veranstaltungen etwas kleiner ist. Ich habe jedoch von einem super Indonesischsprachkurs profitieren können, dort habe ich auch einige deutsche Studenten kennengelernt, was an in anderen Kursen eher schwierig war. Auch sehr gut sind die Erasmus-Kurse, die angeboten werden. Etwa 10 verschiedene Kurse zu Kultur, Literatur etc. Dort hat man auch die Gelegenheit viele andere Erasmus-Leute kennenzulernen.

Leben/Freizeit

Berlin ist eine super tolle Stadt, in der für jeden Geschmack etwas dabei ist! Seien es Theater, Museen, Clubs, Ausstellungen, Bars oder Strassenfeste. Ich bin auch sehr froh, dass ich das Sommersemester ausgewählt habe, denn der Winter soll hier sehr kalt und hart sein. Man kann im Sommer auch einfach mal in einige der unzähligen Pärke gehen und lernen, lesen, sonnen oder grillieren. Es gibt auch einige Bademöglichkeiten, in der Stadt und auch ausserhalb. Man kann von Berlin aus auch gut Ausflüge unternehmen, zum Beispiel nach Hamburg oder an die Ostsee.

Also ich kann sagen, dass mir hier nie langweilig geworden ist, vielmehr hat man manchmal das Problem sich zwischen so vielen Möglichkeiten und Angeboten entscheiden zu müssen.