Erfahrungsberichte

zur Übersicht

Typus/Richtung

Erasmus - OUT

Jahr

08/09 WS + SS

Universität

DE-BERLIN01
Berlin - Freie Universität Berlin

Studienfach

Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft (7360)

Gesamteindruck

Ich habe viel gelernt, in Bezug aufs Fach wie auch aufs Leben und menschliche Zusammensein. Keine Frage, dass dieser Aufenthalt wertvoll, mit all den Hochs und Tiefs war - ich würd noch einmal gehen und werd auch jede Gelegenheit ergreifen, später noch einen Austausch oder Abstecher an eine andere Uni zu machen.

Vorbereitung

Ich möcht die Vorbereitung nicht noch einmal machen, die kann einem wirklich die Lust am Fortgehen nehmen, aber wenn der Papierkram gemacht ist - und das so schnell als möglich -, kann der Sturz ins Vergnügen und der Aufbruch zur Entdeckung losgehen.

Es bleibt übrigens immer die Möglichkeit, vergessene Formulare vor Ort auszufüllen, in dem Sinne sind die Assistierenden der Verwaltung sehr zuvorkommend.

Ankunft

Wer sich vorher informiert, hat keine Probleme bei der Ankunft. Demzufolge gibts auch keine aussergewöhnlichen Vorkommnisse zu berichten - ausser vielleicht, dass ich nicht erwartet hätte, für 2 Wochen alleine in einer 6-Zi.-WG zu wohnen und gleich mal tüchtig einkaufen gehen, weil weder Lebensmittel noch Haushaltsgegenstände vorhanden waren.

Zimmersuche
Wohnen

Meine erste Unterkunft für ein halbes Jahr war im Studentendorf Schlachtensee, das nicht zu empfehlen ist, weil man nur begrenzte Chancen kriegt, Kontakte zu Deutschen zu knüpfen - man lebt quasi in einer Kolonie von Erasmus-Studenten.(Ungeachtet dessen ist der Preis für die Miete auch viel zu hoch.)

Die Wohnungssuche im Allgemeinen (und vor Ort) ist jedoch kein so grosses Problem, was mir vor meiner Abreise nicht bewusst war - im zweiten Semester habe ich demnach problemlos eine kleine 1-Zi. Wohnung gefunden, noch 2 Tage vor meinem Umzug.

Universität

Es empfiehlt sich, das Vorlesungsverzeichnis verschiedener Universitäten - in Berlin kommen dafür die FU, HU, TU und Potsdam in Frage - durchzuschauen, um die passenden und gewünschten Lernveranstaltungen zu besuchen. Diese Gelegenheit habe ich im zweiten Semester genutzt. 

Die FU, wo ich immatrikuliert war, bietet sehr viele Veranstaltungen für Gaststudenten an, das ist aber für CH nicht sehr empfehlenswert, weil es doch im wesentlicheren Sinne Sprachkurse sind. 

 Mit der Lehre bin ich mässig zufrieden. An der HU sind definitiv die besseren Literaturprofessoren, an der FU dafür glänzende Philosophie-Profs. Es empfiehlt sich, vorher sich umzuhören, welche Professoren wie spezialisiert sind und welchen Unterrichts-Stil pflegen.

Leben/Freizeit

In Berlin kann man sich im unendlichen Masse amüsieren, ausleben, aber auch verzetteln und verlieren. Dies ist definitiv keine Stadt für disziplinlose Müssiggänger, am Besten legt man sich feste Zeiten für Studienarbeit und Freizeit fest, damit man Ende Semester kein schlechtes Gewissen bekommt, nichts geleistet zu haben.

 Eine wichtige Sache noch zum Sozialen: An der Uni findet man definitiv KEINE Kontakte, da muss man sich in der Freizeit engagieren, sei es, sich in Tanzkursen, Sportvereinen, Theatergruppen oder Ähnlichem umsehen. 

Unbedingt an die Erasmus-Parties gehen, auch wenn das vielleicht nicht die tollste Sache der Welt ist, aber man lernt - vor allem am Anfang noch - auf einen Schlag eine Gruppen von Leute kennen, an deren Seite das gemeinsame Entdecken der Stadt viel Spass macht -- und wer weiss, vielleicht bleibt die eine oder andere Beziehung übers Jahr und darüber hinaus bestehen.